8. Meisterschaftsspiel E2 2009 / 2010

 Spieltag 8 SV Nauheim E3 – Rot-Weiß Walldorf E2

Sturmgepeitschte Kaffeewogen

eingepfercht von Tasssenrändern

Nauheim beugt sich – ungelogen

einem Team aus vielen Ländern.

 SV Nauheim 3 – RW Walldorf 0:7 (0:2)

Der heutige Spieltag begann mit einem Paukenschlag. Herr Scheible musste seiner Gattin im Fitness-Studio assistieren – so eine Hantel ist halt schwer. Das Schlimme daran war, dass ich keine Mitfahrgelegenheit hatte. Ausgerechnet heute, wo mein Auto seinen freien Tag hatte. Herr Scheible, der wusste um was es ging, gab sich deswegen besonders viel Mühe bei „Bauch-Beine-Po“. Und er hatte Erfolg. Er durfte weg und holte mich rasch ab. Hätten wir nicht hinter einem Karlsruher herzuckeln müssen, der – ganz der Badener – auf den vom Winter gebeutelten Straßen die Stoßdämpfer seines Autos schonen musste, wären wir  pünktlich zum Anpfiff in Nauheim gewesen. Die Verspätung war aber nicht so schlimm, weil Micki mit dem 1:0 wartete, bis wir unsere Plätze auf den Stehplatzrängen eingenommen hatten.

Die Nauheimer zeigten sich heute als denkwürdige Gastgeber. Herr Kasimir berichtete, dass ein Nauheimer Betreuer unsere Mannschaft, die sich mitten im Prozess des Umziehens befunden hätte, aus der Kabine werfen wollte. So trainierte er bereits im Vorfeld die Defensivkräfte Unserer, die ihrerseits die Umkleidekabine verteidigten. Nach dem Spiel waren die Nauheimer dann erfolgreicher, so dass sich unsere Jungs bei Minusgraden im Gemeinschaftraum 7, auch Hinterhof genannt, umziehen mussten.

Nur noch mal zur Erinnerung, so könnten sie aussehen, wenn sie denn da wären: Schiedsrichter.

Nur noch mal zur Erinnerung, so könnten sie aussehen, wenn sie denn da wären: Schiedsrichter.

Mit Fortschreiten der Saison erlahmen offenbar die Kräfte der Schiedsrichter. Schon zum mindestens 4. Mal in Folge war nämlich keiner erschienen. Vielleicht kommt ja mal wieder einer, wenn das Wetter wieder freundlicher ist. So pfiff ein Nauheimer Betreuer und er zeigte eine bundesligareife Leistung. Er pfiff nämlich genauso gut, wie Peter Gagelmann beim heutigen BL-Spiel Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt. Gagelmann lieferte eine unglaubliche Leistung ab. Eine unglaublich schlechte. Ich habe schon viele Spiele gesehen. Ich habe die WM in Japan und Südkorea gesehen. Ich habe Alfons Berg aus Konz in Rostock pfeifen sehen. Aber die Krone gebührt seit heute Herrn Peter Gagelmann.

Dass der Unparteiische in Nauheim mit seiner Mannschaft sympathisiert und er nicht wieder eine zweistellige Niederlage sehen möchte, kann ich rein gefühlsmäßig verstehen. Ein bisschen blöd sieht es aber schon aus, wenn man klare Foulspiele nicht pfeift – darunter zwei Strafstöße, die sonst höchstens Alfons Berg oder Peter Gagelmann nicht gepfiffen hätten – , wenn man Freistoß für Nauheim gibt, nur weil ein Nauheimer hinfällt oder wenn man „Aus“ pfeift, bevor der Ball die Torauslinie überschreitet – sicherheitshalber, er hätte ja sonst von Micki vors Tor gespielt werden können.

So erreichten die Nauheimer mit vereinten Kräften ein 0:7. Unser Team half auch ein wenig mit, indem sie zwei Latten- und zwei Pfostentreffer beisteuerten, sie besonders in der ersten Halbzeit in einigen Situationen den Zug zum Tor vermissen ließen, noch mal abspielten, und den einsatzstarken Nauheimern Zeit gaben, sich zu formieren.

Nach besagtem Treffer von Micki passierte lange nichts Zählbares. Dann spielte Anton einen Pass aus der Tiefe des Raumes auf Deniz, der alleine vors Tor laufen konnte und sicher verwandelte. Ansonsten glich das Spiel einem Handballspiel, in der nur eine Mannschaft angreift. Den Nauheimern gelang nur ein Konter, den sie mit einem Torschuss abschließen konnten. Diesen hielt aber Yannick und damit hatte sich das intensive Aufwärmtraining, das Herr Kasimir vor dem Spiel mit ihm durchgeführt haben soll, gelohnt. In der zweiten Halbzeit bekam er nämlich keinen einzigen Ball mehr zu halten.

In der Halbzeitpause spendierte Chauffeur Scheible auch noch einen Kaffee, nicht ohne der Nauheimer Verkäuferin zur Preisgestaltung – 1 Euro pro Tasse – zu gratulieren. Plötzlich bemerkte ich, dass ich so stark zitterte, dass ich nur mit großer Mühe das gute Getränk reinschlürfen konnte. Der Wind war halt kalt. Ich versteh´s trotzdem nicht ganz, denn eigentlich habe ich nicht gefroren. Aber gezittert. Die Aufregung kann´s eigentlich auch nicht gewesen sein. 

Trainer Oral sagte in der anschließenden Pressekonferenz, dass er in der zweiten Halbzeit eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft gesehen hatte. Vor dem Tor sei der Abschluss entschlossener gesucht worden. In der Abwehr hatte er sehr starke Leistungen von Furkan2 und Ron gesehen, die sämtliche 1:1-Situationen gewonnen haben und – wie auch von mir schon oben geschildert – nur einen einzigen Nauheimer Torschuss zugelassen haben. Der Torspielfilm in Halbzeit Zwei: 3:0 Furkan2 (Schlagschuss von der blauen Linie), 4:0 Deniz, 5:0 Cameron (Schlagschuss von der blauen Linie), 6:0 und 7:0 dann von Adrian, der von Trainer Oral dafür eigens in die Strafraummitte beordert worden war.

Beim anschließenden freundschaftlichen 9m-Schießen durften dann auch Yannick noch mal ran. Gleich den ersten – hart und flach genau ins Eck platzierten – Ball fing er (!), während er in 10 cm Höhe über die Kunstgrasnarbe flog. Während er noch zwei weitere Bälle hielt und Zweien auf dem Weg über das Tor hinterher winken durfte, verwandelte alle Walldorfer Schützen heute sehr sicher.

Mannschaft der Stunde scheint indes die SKG Erfelden zu sein, die heute gegen Hallenpokalsieger Biebesheim mit 9:2 überraschend hoch gewonnen hat.

Am nächsten Samstag steigt aber das Spitzenspiel bei der ebenfalls noch verlustpunktfreien Eintracht aus Rüsselsheim, wie ein Blick auf die Tabelle verrät. Da heißt es dann anschnallen und Ohren anlegen

Heute aber spielten:
Yannick – Adrian (2 Tore), Anton, Cameron(1), Deniz (2), Derenik, Furkan2 (1), Micki (1).

(mc)

Die Bildergeschichte gibt‘s hier!

Bilder vom Spiel gibt‘s hier!

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gelesen: 1032 · heute: 2 · zuletzt am: 23. Januar 2021

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