10. Meisterschaftsspiel E2 2009 / 2010

Spieltag 10 Rot-Weiß Walldorf E2 – SV Nauheim E3

Frühlings Lockruf lässt erklingen

Unsrer Seele tiefsten Grund

Mancher Pass will heut gelingen

Acht zu Null nach halber Stund

 RW Walldorf E2 – SV Nauheim E3 12:0 (5:0)

Am Vorabend des heutigen Spiels blieb ich beim Studium der Internetpresse unserer Ligagegner bei der neuerdings sehr unterhaltsamen Literatur des SV 07 Nauheims hängen. Mit uns völlig unbekannter Selbstironie stellte man dort fest, dass die Nauheimer Mannschaft zum dritten Mal die Vorgabe der Trainers erfüllt hatte. Die würde an Anlehnung an Huub Stevens lauten: „Die Null muss stehen!“ Allerdings hätten die Spieler dabei verwechselt, dass sie keinen Treffer zulassen sollten. Stattdessen hätten sie keinen eigenen Treffer erzielt. Trotzdem wolle man heute beim Tabellenführer für eine Überraschung sorgen.

Ich schickte Herrn Manager Kasimir den „link“ zu diesem Bericht, um ihn vorzuwarnen. Seine Antwort unterstrich mal wieder seinen überragenden Pferdeverstand, was Fußball betrifft. Ich zitiere:

„Ich traue Nauheim ebenfalls zu, überraschend nicht zweistellig zu verlieren, glaube aber nicht wirklich dran. Wenn wir auf dem Rasenplatz spielen bekommen die 12 Stück. Und müssen noch ein viertes Spiel auf einen eigenen Treffer warten (vielleicht wäre das auch die angesprochene Überraschung?)“

Damit wäre alles gesagt. Demnächst werde ich den Herrn Kasimir mal einen Tippschein ausfüllen lassen.

Deren zwölf packte man in vorösterlicher Stimmung den Nauheimern ins Netz: Eier (ugs. für erzielte Tore)

Bei angenehmen Frühlingstemperaturen schwebte trotzdem zunächst ein Hauch von Unwirklichkeit über dem Rasenplatz. Ich glaube, erstmals seit Bestehen der Mannschaft, also seit dreieinhalb Jahren, fehlten heute sowohl Furkan1 als auch Furkan2. Auch die Mannschaft schien dies deswegen ein bisschen einsam und verlassen zu fühlen. Vielleicht lag es daran, dass sie aus der „1“ und der „2“ eine „12“ zimmerte, um sich dann endlich ein bisschen heimeliger zu fühlen.

Dass der Nauheimer Trainer seiner Mannschaft noch immer nicht beigebracht hat, wo die Null stehen muss, konnte man bei deren Schlachtruf vor dem Anpfiff ahnen: “Nauheim Null Sieben!“.

Aber Quatsch beiseite: Trainer Oral setzte zunächst einige Spieler in ungewohnten Positionen ein. Ron wurde an den linken Flügel beordert, wodurch der gewohnte Abwehrriegel endgültig aufgelöst war. So hatten die Nauheimer dieses Mal ein paar Konterchancen mehr als in den letzten Spielen. Damit hatte dann auch Yannick ab und zu Beschäftigung und war dabei jederzeit auf dem Posten.

Aber auch sein Gegenüber im Nauheimer Tor zeigte eine sehr starke Leistung. Dessen gelungenen Paraden verdankte es seine Mannschaft, dass es bis zur 14. Minute dauerte, bis Micki einen genauen Pass von Anton zum 1:0 verwerten konnte. Überhaupt zeigte Anton am rechten Flügel eine gute Leistung – offenbar hatte er am Wochenende ein bisschen bei Marcel Heller zugeschaut. Er tankte sich immer wieder bis zur Grundlinie durch, behielt dann die Übersicht und bediente seine Mitspieler, die heute einige seiner Vorlagen verwerteten.

Deniz, der ebenfalls einen sehr starken Tag erwischt hatte, erzielte kurz darauf das 2:0, ehe Anton und Micki das erste Tor noch mal nachspielten. Mit reichlich humorlosen Schüssen erhöhten noch einmal Deniz und Anton bis zur Halbzeitpause auf 5:0. Anscheinend hatten die Trainer ihre Kicker aufgefordert, häufiger aus der 2. Reihe zu schießen, denn dies taten sie ungewohnt oft. Hatte es im Hinspiel vier Pfosten- und Lattentreffer gegeben, waren es heute fünf. Und auch einige Tore nahmen heute den Umweg über die Kanten von Pfosten und Latte.

Nach der Pause erhöhte Deniz auf 6:0, worauf Micki zum 7:0 nachlegte und Deniz drei weitere Treffer folgen ließ (Hattrick). Dann verschnaufte man ein wenig, ließ Yannick noch mal ein bisschen mitspielen. In den letzten beiden Minuten erzielten auch Ron und Adrian mit jeweils gut aufgelegten und unhaltbaren Weitschusstoren noch ihre Tore.

Wären nicht zahlreiche weitere gute Chancen ungenutzt geblieben, hätte die Torlatte den Nauheimer nicht wieder geholfen und hätte ihr Torhüter nicht so eine hervorragende Leistung gezeigt, hätte es ein Resultat gegeben, das sogar den Herrn Kasimir überrascht hätte.

Mannschaft der Stunde ist indes nicht mehr die SKG Erfelden, die ihre Heimspiele gegen Stockstadt und Biebesheim verloren hat und sich damit vom Meisterschaftsrennen verabschiedet haben dürfte.

Weil die Frankfurter Eintracht schon am Freitagabend spielt, wird der Samstagnachmittag voraussichtlich genutzt werden, um ein Freundschaftsspiel gegen die starke Mannschaft von Wiesbaden Frauenstein auszutragen.

Heute aber spielten:
Yannick Cezanne – Adrian Scheible (1 Tor), Anton Kasimir (1), Cameron Royo (1), Deniz Oral (6), Derenik Wolf, Felix Beisler, Micki Neway (3), Özkan Kanmaz.

(mc)

Die Bildergeschichte gibt‘s hier!

Tags:

gelesen: 1235 · heute: 2 · zuletzt am: 17. Juni 2021

Bisher keine Kommentare.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Sie müssen angemeldet sein um einen Kommentar zu schreiben.