Sieg beim E2-Turnier des BSC Kelsterbach

Osterturnier beim BSC Kelsterbach


April ist aufgelegt zu Scherzen

Mützchen auf und Mützchen runter

Erst schlagen wir am Strafraum Kerzen

Doch am Ende sind wir munter

Bis 12.15 Uhr hatte Team-Manager Kasimir den Seinen Zeit gegeben, ihre Eier zusammen zu suchen. Dann war Abfahrt zum Fußballturnier des BSC Kelsterbach. Dass man beim Fußball Eier braucht, wissen wir spätestens seit Kahn. Unser Weg führte uns durch eine Wüste der Zerstörung, – ehemals ein Wald, der eine oder andere von uns wird sich vielleicht erinnern. Wenn das „Werk“ vollendet sein wird, werden uns allen wahrscheinlich die Ohren abfallen. Dafür wird es vermutlich Immobilien zu günstige Preisen zu erwerben geben. Nicht nur bei uns, sondern auch und gerade in der Stadt unseres heutigen Gastgebers. Die Perle am Untermain. Aber vielleicht irre ich mich auch mit den Immobilienpreisen. Der Mensch neigt ja zum Schönfärben und Verleugnen. Das ist ja auch vermeintlich leichter, als etwas zu tun. Und der Kelsterbacher im Besonderen ist hier ja erprobt. Wer zu Hochzeiten der ehemals dort ansässigen Glanzstofffabrik je durch diesen Ort fuhr, weiß das, besonders die Nase wird sich erinnern. Dass der Kelsterbacher dann doch dazu in der Lage war, von seiner Ortschaft als einer Perle zu sprechen!? Ich habe mich da immer gewundert und besonders darauf geachtet, ob da vielleicht ein wenig Selbstironie oder Fatalismus mitschwingt, aber nie etwas in dieser Richtung bemerken können. Eher wurde das vielleicht ein wenig trotzig überbetont, weil man eigentlich wusste, dass … treffender gewesen wäre.

Aber nun zu etwas völlig anderem, nämlich dem Turnier.

Gespielt wurde – auf Rasenplätzen – in zwei Sechsergruppen, jeder gegen jeden, Spielzeit je 13 Minuten. Die Gruppensieger bestritten das Endspiel, die Gruppenzweiten das Spiel um den dritten Platz.

1. Spiel: RWW – BSC Kelsterbach 1:0

Wir erwarteten einen starken Gastgeber, da wir aus www.Fussball.de wussten, dass diese Mannschaft in Gruppe 1 der Kreisklasse Maintaunus bisher  alle Spiele gewonnen hat – bei einem Torverhältnis von 92:14. Die Gastgeber hatten zunächst auch leichtes Übergewicht im Spiel, worüber man sich im Nachhinein aber etwas wundern muss, denn spielerisch enttäuschten die Kelsterbacher nicht nur uns, sondern auch ihre Trainer und Offiziellen. Einer der Offiziellen könnte der Jugendleiter gewesen sein, denn er schaute immer wieder überall nach dem Rechten, kritisierte die Trainer und hatte am Ende Besen und Müllsack in den Händen, um beim Abbau mit gutem Beispiel voran zu gehen. Er schüttelte immer wieder den Kopf und sprach ständig von „Katastrophe“, „jeder spiele nur für sich“, „man solle doch jedem gleich einen eigenen Ball geben“ und „am schlimmsten“: als die kleinen Kelsterbacher Kicker am Ende vom Platz gingen, hätten sie „sogar noch gelacht“.

Unsere Kicker hatten mit Kontern die klareren Chancen. Bei einem legte Deniz Derenik einen Ball vor. Dieser drang in der Strafraum ein, wo er von hinten von den Beinen geholt wurde. Strafstoss. „Einen klareren“ hatte auch der Kelsterbacher Jugendleiten „noch nie gesehen“. („Warum steigt der denn so ein? Es hätte doch gereicht, wenn er ein bisschen gestört hätte!“).

Deniz verwandelte den fälligen Strafstoß und so waren die ersten drei Punkte eingefahren.


2. und 3. Spiel

RWW – Bruchköbel 2:0
RWW – SV Blau Gelb Frankfurt 1:0

In diesen Spielen wirbelten unsere Trainer die Spieler durcheinander, d. h. sie ließen die Jungs mal auf ungewohnten Positionen spielen, um ihren Erfahrungshorizont zu erweitern. Folglich waren die Spiele auch eher schlecht. Herr Karabulut sprach beim 2:0 gegen Bruchköbel vom schlechtesten Spiel, an das er sich erinnern könne. (Galatasaray habe dagegen das Derby am vergangenen Sonntag unglücklich verloren – Torwartfehler nach einem Weitschuss, der nur 53km/h schnell gewesen sei.).

So hatten in diesen Spielen auch unsere Gegner einige gute Chancen, scheiterten aber an unserem Torhüter und am fehlenden Glück. Hahnebüchen eine Situation, in der Blau-Gelb dreimal von unserer Abwehr der Ball zum Einschuss vorgelegt wurde, diese ihn aber nicht verwerten konnten.

Trotzdem waren die Siege verdient. Gegen Bruchköbel traf Derenik zweimal. Deniz zirkelte in diesem Spiel den Ball zweimal an den Innenpfosten des Lattenkreuzes, von wo aus er jeweils wieder heraussprang – einmal einen Freistoß, dann einen Eckball.

Gegen Frankfurt schloss Anton eine Kombination über Deniz und Furkan1 ab.

Walldorfs „zunull“-Hintermannschaft mit Pokal (2. von links)

Alle Ehre machte, wie im Eingangsgedicht erwähnt,  der April heute seinem Namen. Die Walldorfer Anhänger mussten wirklich ständig ihre Mützen auf und absetzen, weil mal die Sonne schien, es gleich wieder stürmte (einmal warf der Wind gar ein Tor um), dann regnete es wieder usw. Ich hatte beim Aufschreiben der Ergebnisse schon wieder Mühe, weil meine Hand so zitterte, besonders bei Wind. Wieder hatte ich den Eindruck, nicht zu frieren. Ich tippe mal auf einen bedingten Reflex. 

Schön waren dagegen die sich ständig ändernden Lichtverhältnisse. Mal düster und wolkenverhangen, dann plötzlich grelles Sonnenlicht. Und auch die Wolkenformationen waren wieder mal sehenswert.

4. Spiel: RWW – SV 07 Kriftel 3:0

Da, wie oben erwähnt, nur der Gruppensieger um den Turniersieg weiterspielen durfte, und weil unser letzter Gruppengegner, Spvvg. Griesheim, bis dahin auch alle Spiele gewonnen hatte, war auch das Torverhältnis wichtig. In diesem Spiel wurde dann aber – trotz der Tore von Furkan1, Anton und Derenik – zu wenig für jenes getan. Haarsträubend, wie die besten Chancen versiebt wurden.

Den Vogel schoss Furkan1 ab. Augenzeugen (Herr Kasimir und Herr Kämpfner) sprechen von 70 cm  bzw. 40 cm Abstand, den er mit Ball noch vor der Torlinie stand. Er konzentrierte sich jedoch auf die B-Note (künstlerische Ausführung), die auch recht gut gelang. Den Ball jagte er mit Karacho gegen den Pfosten. Schön, dass er sich dabei nicht verletzte.

Frank Mill ist dagegen jedenfalls ein Waisenknabe.

So war auch im letzten Spiel ein Sieg nötig.


5. Spiel: RWW – Spvvg. 02 Griesheim 1:0

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung – alle wieder auf gewohnten Positionen – konnte die Aufgabe schließlich gelöst werden. Die Nerven der Anhänger wurden jedoch auf eine Probe gestellt, denn wiederholt wurden gute Einschussmöglichkeiten  ausgelassen. Die Griesheimer igelten sich zeitweise ein, oder wurden eingeigelt, warfen sich in die Schüsse, so dass es recht turbulent zuging. Umgekehrt kamen die Griesheimer kaum zu Chancen, weil Ron heute wieder nahezu unüberwindlich war, Furkan2 sehr aufmerksam spielte und Yannick im richtigen Moment rauslief und festhielt, was in den Strafraum geflogen kam.

Als schon zu befürchten war, dass es trotz der Überlegenheit nicht mehr reichen würde, zwang Deniz das bis dahin fehlende Glück doch noch und erzielte mit einem Distanzschuss das 1:0 – eineinhalb Minuten vor dem Abpfiff.

Endspiel: RWW – TUS Hornau 2:0

Hier hätte eigentlich Hornau gewinnen müssen, wäre es nach Chef-Prognostiker und Team-Manager Kasimir gegangen. Dieser glaubte nämlich gesehen zu haben, dass Hornau in einem Spiel der anderen Gruppe die SG Höchst („auch eine gute Mannschaft“) mit „6:0“ „zerlegt“ hätte („klare Pässe, scharfe Schüsse …das ging zackzack“).

Im Endspiel war davon nichts zu sehen. Hier spielte Walldorf „klare Pässe“ und „zackzack“. Furkan1 wurde – nach Berichten vieler Zeugen, ich habe das nicht bemerkt – vom vielköpfigen Familienanhang zu einer konzentrierten Leistung „geschrieen“ (Herr Royo).

Zunächst legte Anton Derenik einen Ball auf und man sah sofort, dass das ein Tor werden würde, was es dann auch wurde.

Und schließlich spitzelte Furkan1 einen Ball am herauslaufenden Torwart vorbei ins kurze Eck. Genau in diesem Moment tat sich der Himmel auf und tauchte den Sportplatz in gleißendes Licht. Ich glaube, dass das eine Osterbotschaft verheisst. Ich weiß aber nicht genau welche.

Sechs Spiele, sechs Siege, null Gegentore. So konnte man schließlich nach sechs kurzweiligen Stunden durchgefroren und doch zufrieden die Heimreise antreten.

Heute aber spielten: Yannick Cezanne – Anton Kasimir (2 Tore), Cameron Royo, Deniz Oral (2), Derenik Wolff (4), Emmanuel Kämpfner, Felix Beisler, Furkan1 Duran (2), Furkan2 Karabulut, Özcan Kanmaz.

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gelesen: 1331 · heute: 2 · zuletzt am: 21. Oktober 2020

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