12. Meisterschaftsspiel E2 2009 / 2010

Spieltag 12 SKG Erfelde E2 – Rot-Weiß Walldorf E2

Spätsonne sticht durch stille Luft

Die Kräfte sind verendet

Man lässt jetzt Ball und Gegner laufen

Damit das Blatt sich wendet

SKG Erfelden – RW Walldorf 3:7 (2:2)

Zuerst und am allerwichtigsten: Wir wünschen dem Micki gute Besserung! Wie wir erfahren haben, ist er aus dem Krankenhaus entlassen worden, hat aber leider noch zwei Wochen Fußballverbot. Auf der Fahrradfahrt zum letzen Heimspiel hatte er die Kräfte mit einem Auto gemessen und dabei verloren. Wir sind aber alle sehr froh, dass du deine Verletzungen bald überstanden haben wirst und wieder bei uns sein wirst, Micki!

Vor dem schwierigen Auswärtsspiel hatten Deniz, Furkan1, Ron, Adrian und Yannick schon einen langen Tag hinter sich. Sie sind Schüler der dritten Klasse der Waldenserschule Walldorf, einer Grundschule mit nur zwei dritten und zwei vierten Klassen. Sie sind gleichzeitig die Startformation der Fußball-Schulmannschaft, die heute bei der Kreismeisterschaft der Grundschulen in einer Soccerhalle in Rüsselheim stattfand. Die besten 16 Schulmannschaften des Kreises Groß-Gerau waren qualifiziert. Zwischen 10 und 15 Uhr mussten sechs Spiele á 10 Minuten absolviert werden. Wer schon einmal so ein Spiel auf einem Feld mit Rundumbande gesehen hat, weiß wie schnell und Kräfte zehrend so ein Spiel ist. Da Micki verletzt war, Malte aus der E1 krankheitsbedingt ausgefallen war, hatten sie zudem mit Lukas (E1), Paul (E4) und Alberto (F1) nur drei Auswechselspieler. Wie Augenzeugen berichteten waren unsere Jungs trotzdem sehr stark. Sie gewannen alle Spiele und holten durch ein 5:2 im Endspiel gegen die Büchner-Schule aus Rüsselsheim den Siegerpokal, sowie einen Scheck über 750 Euro für die Sportausrüstung der Schule. Überrascht waren unsere Spieler dann, dass ihre Sportlehrerin trotzdem geweint hat. Aber wer versteht schon, was in einem Lehrer vorgeht? Aus der eigenen Schulzeit weiß man, dass es oft schwer ist, herauszubekommen, was sie wollen. Die Jungs hatten auch nicht viel Zeit, um sie zu trösten, denn sie mussten sich beeilen, um rechtzeitig zur Abfahrt zum Auswärtsspiel wieder in Walldorf zu sein.

Mutig: trotz staatlicher Finanzkrise leistet sich Portugals C.R. den neuen „Deniz Oral Atomisateur“, das Premiumprodukt eines amerikanischen Sportartikelherstellers

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Aus diesem Grund waren Zweifel angebracht, ob die Kräfte noch ausreichen würden, um in Erfelden zu bestehen. Herr Kasimir hatte mich mitten in Frankfurt mit seinem Smart aufgesammelt. Gemeinsam trotzten wir dem streikendem Navi, Verkehrsstaus, gesperrten Straßen und vielen unaussprechlichen Hindernissen mehr und schafften es kurz nach dem Anpfiff am Sportplatz gegenüber des Kühkopfes einzutreffen. Sofort rannte ich auf den Deich, der den Blick auf das Spielfeld verdeckte und rief Herrn Royo senior, damit er mir den Spielstand sagen sollte. „1:0 für Erfelden“ war die niederschmetternde Antwort. Dann rannte ich weiter zum Klo, bekam aber auf dem Weg dorthin noch mit, dass Herr Royo junior einen Freistoß zum Ausgleich verwandelte. Als ich die geschmackvolle sanitäre Einrichtung verlassen hatte, hatte Furkan2 bereits mit einem Abstauber die 2:1-Führung erzielt.

Im Verlauf der ersten Halbzeit merkte man dann aber einigen unserer Spieler an, dass sie beim Hallenturnier Körner gelassen hatten. Walldorf hatte zwar meist Ballkontrolle, Erfelden kam aber immer wieder zu gefährlichen Konterangriffen, von denen es Einen zum verdienten Ausgleich nutzen konnte, was gleichzeitig auch der Halbzeitstand war.

So war es ein Lichtblick, dass in der Halbzeit noch Derenik heranchauffiert wurde, um seiner Mannschaft zu helfen. Schon in der ersten Minute der zweiten Halbzeit spielte Deniz Furkan2 frei, der aus spitzem Winkel technisch anspruchvoll das 3:2 erzielte. Unsere 2000er griffen weiter mit allen Spielern an, gaben so auch den Erfeldern weiter große Räume für ihre Gegenangriffe, was nach zehn Minuten den Ausgleich zur Folge hatte.

Es war dann aber imponierend zu sehen, dass nicht die Walldorfer endgültig einbrachen, sondern dass sie die zweite Luft bekamen, während die Erfelder in ihrer Konzentration nachließen.

Wir kennen doch sicher alle das Okocha-Tor gegen Oliver Kahn. Nein? Okocha dribbelte im Strafraum immer hin und her, während Uwe Bein ihn anschrie, er solle doch endlich schießen. Aber Okocha dribbelte weiter hin und her, bis er dann eine Lücke erspähte und ein Tor schoß – damals das Tor des Jahres. Das 4:3 gegen Erfelden war so ähnlich. Nur dribbelte da keiner hin und her. Stattdessen passte Furkan2 im Strafraum auf Furkan1 und Furkan1 wieder zurück zu Furkan2 und immer so weiter hin und her, bis Furkan1 dann die Lücke erspähte und die Führung erzielte. Fast noch schöner als bei Okocha.

Danach durfte Walldorf mal Kontern. Adrian stürmte in Richtung Strafraum gegen zwei Abwehrspieler. Diese entschieden sich, die mitlaufenden Walldorfer Deniz und Furkan1 zu decken, die Adrian eigentlich anspielen wollte. Da er also nicht angegriffen wurde, entschloss er sich, das Tor selbst zu erzielen. Kurz darauf legte er noch ein weiteres Tor drauf, indem er eine Flanke von Ron verwertete. Das 7:3 erzielte Deniz, der ein Missverständnis in der Erfelder Hintermannschaft ausnutzte. Man darf dem Erfelder Trainer durchaus zustimmen, als er nach dem Spiel sagte, der Walldorfer Sieg sei verdient, aber um zwei Tore zu hoch ausgefallen. Wie immer war er während dem Spiel sehr engagiert. Wie immer berichtete er nach dem Spiel, dass er zu wenige Kinder in Erfelden habe. Wie immer erneuerte er seinen Wunsch, uns eines Tages schlagen zu wollen. Lobenswert, dass er es ablehnt, sich durch einen älteren E-Spieler (Jg. 99) zu verstärken, was nach den Regeln dann erlaubt sei, wenn der Spieler in derselben Woche nicht in einer anderen Mannschaft, normalerweise der E1, eingesetzt wurde. Er hätte diese Möglichkeit am letzten Wochenende gehabt, als zwei seiner besten Spieler ausgefallen seien. Mit dem letzten Aufgebot und ohne Auswechselspieler habe er bei der eigentlich viel schwächeren Mannschaft aus Ginsheim tapfer ein 1:0 geholt. Die Biebesheimer dagegen hatten sich, wie man ihrer Internetseite entnehmen kann, am letzten Spieltag den besten Stürmer ihrer  E1-Mannschaft ausgeliehen. Dieser erzielte dann zwei Tore und gab zwei Torvorlagen zum 4:2-Sieg gegen Eintracht Rüsselsheim, unserem ärgsten Verfolger.

Wir wollen zwar gerne die Kreismeisterschaft gewinnen, lehnen es aber ausdrücklich ab, dabei von unfairen Mitteln der Biebesheim zu profitieren. Zwar regelkonform, aber nicht im Sinne des Wettbewerbs, also ärgerlich das Ganze. Der Erfelder Trainer mutmaßte, dass er zuletzt gegen einen weiteren Konkurrenten aus dem Ried nur deswegen verloren hätte, weil dessen Spieler – anders als gewohnt – alle einen Kopf größer als seine Spieler gewesen seien. Der Schiri hätte es zudem abgelehnt, die Spielerpässe allzu kritisch in Augenschein zu nehmen.

Erfreulich war dagegen, dass Frau Kohm heute dem Spiel ihres Sohnes beiwohnte. Den Grund für die Seltenheit ihrer Besuche glaubte Yannick erfahren zu haben, der ihrem Gespräch mit Frau Oral zuhören konnte, da beide auf einer Bank genau hinter seinem Tor saßen. Der Lieblingssport von Frau Kohm sei nämlich Eiskunstlauf. Frau Oral hätte erwidert, dass sie Fußball spannend fände, weil es so schnell Hin und Her gehe. Frau Kohm habe entgegnet, Hin und Her sei langweilig. Ich finde Hin und Her auch eher spannend, besonders wenn es so schön zelebriert wird wie von Furkan1 und Furkan2 beim vierten Tor (s. oben). Beide Walldorfer Trainer waren heute sehr glücklich mit ihrer Mannschaft, besonders Herr Oral, der schon das Schulmannschaftsturnier miterlebt hatte. Er forderte gleich nach dem Abpfiff noch ein freundschaftliches Neunmeterschießen, das ebenfalls gewonnen wurde. Alle Spieler schossen rechts flach, außer bei dem einen Mal als der Erfelder Torhüter in eben diese Ecke abtauchte. Da schoss Deniz nach links. Damit hatte Herr Oral aber noch nicht genug. Er forderte den Erfelder Trainer zum Neunmeterschießen heraus, zimmerte diesem zuerst einen gepflegten Kracher in die Maschen und hielt dann dessen Schuss. Da Herr Oral auch dann noch unbändigen Tatendrang ausstrahlte, bugsierte ihn Herr Manager Kasimir in Richtung Parkplatz. Er hätte seinem Erfelder Kollegen womöglich noch beim Pokern die Klamotten abgenommen. Erst als der Erfelder Trainer Herrn Oral schließlich noch nachrief, dass er mit seiner Mannschaft am nächsten Spieltag Rüsselsheim schlagen und ihn zum Meister machen werde, begann unser Headcoach runter zu schalten.

Und wie haben die anderen gespielt? Stockstadt hat überraschend verloren und ist endgültig raus aus dem Meisterrennen. Und bei beiden Nauheimer Mannschaften stand heute mal die Null auf der richtigen Seite.

Ein Blick auf die Tabelle?

Heute aber spielten:
Yannick Cezanne – Adrian Scheible (2 Tore), Anton Kasimir, Cameron Royo (1), Deniz Oral (1), Derenik Wolff, Felix Beisler, Furkan1 Duran (1), Furkan2 Karabulut (2), Tristan Kohm .

Die Bildergeschichte gibt‘s hier!

Bilder vom Spiel gibt‘s hier!

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gelesen: 1210 · heute: 2 · zuletzt am: 23. Januar 2021

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