Süwag-Cup, Mörfelden

3. Platz beim Turnier der SKV Mörfelden

Alle da – gleich los es geht

Nur kein Schiri im Feld steht

Leiter ruft ins Mikrofon:

„Mannschaften, kommt bitte schon!

Ihr seid doch schon längstens dran!“

- Fehlt nur noch der Pfeifenmann.

Publikum noch stundenlang

Wartet auf den Spielanfang

Weil wir ein bisschen Zeit und Sprit sparen wollten, hatten wir uns mal wieder bei der SKV Mörfelden zum Turnier eingeladen. Kurze Anreise also. Drei Gruppenspiele, drei Zwischenrundenspiele, und wenn erfolgreich: ein Halbfinale und ein Finale und trotzdem kann der Team-Manager pünktlich zum Saisonausklang im Waldstadion die Eintracht gegen Hoffenheim schauen. So war der Plan. So war die graue Theorie.

Doch wir bekamen eine Lektion in Alltags-Zen. Über Alltags-zen gibt es öfter auch Radiosendungen. Also so Ratschläge, dass man sich nicht ärgern soll, wenn man an der Kasse anstehen muss oder wenn die Ampel wieder mal rot ist. Man soll stattdessen bewusst  atmen und denken „Gedanke“ – um sich bewusst zu machen, dass man ja nur denkt. Dann soll man auf seine Sinneseindrücke achten, also z. B.: „Auto, grünes Gras, Wolke, Flugzeuglärm“ – und schon ist man in seiner Mitte, im Hier und Jetzt und man hat unheimlich Ruhe und Erholung getankt. Und das ist doch besser, als gestresst zu sein, weil ein dummer kleiner Plan nicht aufgeht. Dafür schon mal allerherzlichsten Dank nach Mörfelden.

Um 8.15 Uhr war Treffpunkt. Um 8.30 Uhr trafen die Letzten von uns ein. Erstes Spiel nach Plan um 9:12 Uhr. Es war kühl, windig und regnerisch und Herr Beisler bot sich an, zur Überbrückung der Wartezeit, eine Runde Kaffee zu organisieren. Diese Zeit wollte ich nutzen, um die sanitären Einrichtungen aufzusuchen. Aber die Türen waren abgeschlossen. Ich ging deswegen zwei Damen hinterher, die das auch unpraktisch fanden und jemanden Ortskundigen suchten, der bei der Problemlösung behilflich sein könnte. Dies gelang auch. Eine freundliche Mörfelderin forschte nach – nachdem sie eigenhändig überprüft hatte, dass auch wirklich abgeschlossen ist – und holte dann ihrerseits Informationen ein. Dann gab sie die Auskunft weiter, die Toiletten seien beim letztjährigen Turnier so dreckig geworden, dass sie deswegen geschlossen bleiben. Im Außengelände gäbe es jedoch auch entsprechende Einrichtungen, die unverschlossen seien. Als ich mich letztlich wieder zu unserer Herrenrunde gesellte, hörte ich noch die Wortfetzen:“ …Cezanne … immer längere Sitzungen …“. Das ist zwar nicht wahr, aber ich überging das Ganze großzügig. Mein Kaffee war jedoch schon weggeschlürft. Ich verzichtete auf eine Aufklärung, denn die Zahl der üblichen Verdächtigen war groß: Kohm, Scheible, Royo und Beisler, – nur, um mal das ganze Ausmaß der verzwickten Situation klar zu machen. Aber es wurde heute immer wieder in nicht akzeptabler Weise über meine Person getuschelt („Der Herr Cezanne! Wie viel er wieder anhat! Ja, er friert ja immer so, hihi!“). Soll nur keiner denken, ich hätte das nicht gehört. Und ich merke übrigens auch, dass jetzt, während Sie das lesen, Sie denken, ich hätte einen Verfolgungswahn. Ja ja, das habe ich genau bemerkt und das nächste Mal, wenn ich Sie treffe,  können Sie sich auf etwas gefasst machen.

Gespielt wurde in vier Vierergruppen, jeder gegen jeden, Spielzeit theoretisch je 10 Minuten. Dann kommt die Zwischenrunde. Die Gruppendritten und –vierten spielen eine Trostrunde, wieder jeder gegen jeden. Je zwei Gruppensieger und Gruppenzweite bilden insgesamt zwei Vierergruppen – wieder jeder gegen jeden, 10 Minuten. Dann Halbfinale. Dann Platzierungsspiele der Plätze 1 bis acht. Und das Ganze auf zwei Spielfeldern parallel, wodurch die Turnierzeit künstlich verkürzt wurde.

Pünktlich mit 15 Minuten Verspätung ging es los.

1. Spiel: RWW – SV Erzhausen 0:0
Erzhausen legte los wie die Feuerwehr. In den ersten Minuten kam unsere Mannschaft kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Yannick hatte ordentlich zu tun und auch der Außenpfosten half einmal mit. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr konnte unser Team sich befreien, hatte selbst zwei sehr gute Chancen, aber mit der Verwertung derselben haperte es heute. Mit dem Ergebnis waren wir aber gut bedient.

2. Spiel: RWW – Concordia Gernsheim 3:0
Ein sehr schwacher Auftritt gegen einen sehr schwachen Gegner. Wieder erhebliche Schwächen im Abschluss. Tore: Furkan1 (2), Anton.

3. Spiel: RWW – SV 07 Nauheim5 0:0
Nauheim 5 ist zwar stärker als Nauheim 3 und Nauheim 4, aber auch sie schafften es nicht, auf unser Tor zu schießen. Zwei 100%ige ließen wir auch hier liegen, reichte aber zu Platz 2.

Der gastgebende Verein verfolgte einen ganz eigenen Rhythmus. Die Uhren gingen offenbar auch anders. Die tatsächliche Spielzeit betrug  etwa 12 bis 13 Minuten. Schön war auch, dass man sich vor dem Anpfiff ganz lange einstimmen durfte. Die Mannschaften standen bereit, aber weit und breit war kein Schiri zu entdecken. Nach einiger Wartezeit fingen die Spieler vieler Mannschaften an herumzuhampeln. Es war sehr interessant und lehrreich, wie viele unterschiedliche Formen des Herumhampelns es gibt. Sogar übergewichtige Kinder können das. War der Schiri dann doch da – man dachte zum Beispiel unwillkürlich an die Pünktlichkeit von Zügen in Indien -  und stellte er dann fest, also dann, wenn er bereits auf dem Platz stand, dass die Trikotfarben beider Mannschaften entfernt ähnlich aussahen, dann ging er noch mal weg, um Leibchen zu suchen. Waren diese dann geholt und angezogen, stellte er fest, dass auf dem Nachbarspielfeld zwei Mannschaften herumhampelten, weil kein Schiri da ist, dann wartete er so lange mit dem Anpfiff, bis auch dort Leibchen und Bälle geholt, Frisuren gerichtete waren, etc pp.

Für eine Turnierplanung durchaus nützliche Utensilien: Uhr, Taschenrechner

Für eine Turnierplanung durchaus nützliche Utensilien: Uhr, Taschenrechner

Positiv hervorzuheben ist auch, dass nach Abschluss der Vorrunde ganz gründlich gerechnet wurde, um die Gruppen für die Zwischenrunde zu bestimmen. Wenn man sorgfältig ist, nimmt das oft nur sehr wenig Zeit mehr in Anspruch, als wenn man nur ungefähre Überschlagsrechnungen durchführt.

Unser erstes Zwischenrundenspiel, das für 12:05 Uhr angesetzt war, begann dann schon um 13.35 Uhr.

4. Spiel: RWW – Kastel 07 2:0
Auch hier war die Leistung gegen einen eher harmlosen Gegner mau. Der Abschluss zunächst weiter mies. Nach neuneinhalb Minuten erzielte Furkan1 dann doch noch die Führung. Nach Mörfelder Zeit hieß das, dass wir noch etwa drei Minuten überstehen mussten. Kurios war, dass der Betreuer des Kasteler Torwarts ständig halb oder ganz im Feld stand. Dies nutzte Anton in der 3. Nachspielminute mit einem geschickten Anspiel an diesen Herren. Der legte dann Furkan1 auf, der dann auch den Endstand besorgte.

5. Spiel: RWW – TSG Neu-Isenburg 1:0
Vielleicht bin ich oben ein bisschen zu hart mit meiner Kritik gewesen und habe mich – verwöhnt durch die hervorragenden Leistungen in den letzten Wochen – zum Erfolgsfan entwickelt. Denn man muss sagen, dass nun schon im vierten Spiel nacheinander der Gegner nicht auf unser Tor schoss. Da können die Jungs nicht ganz so schlecht gewesen sein und in diesem Spiel glaubte ich, eine deutliche Leistungssteigerung erkannt zu haben. In der Abwehr machte Felix heute einen guten und sicheren Eindruck Anton besorgte das hoch verdiente 1:0 mit einem Schuss Marke humorlos.

6. Spiel: RWW – Spvvg. Griesheim 0:1
In 16 Turnierspielen hintereinander waren wir ohne Gegentor geblieben. Nun erwischte es uns wieder mal. Die Griesheimer konnten einen von zwei Kontern in Überzahl nutzen. Ansonsten hatten unsere Spieler die Kontrolle, Ballbesitz, Chancenplus und was man sonst so braucht und haben kann – außer einem Torplus halt. Wieder wurden zwei 100%ige ausgelassen. War aber nicht so schlimm, denn das Halbfinale war vorher schon erreicht.

Übrigens war heute auch Frau Kohm wieder da und hatte auch ihre Tochter mitgebracht. Sie hat offenbar doch Blut geleckt am letzten Mittwoch in Erfelden, was Fußball angeht und hat, so hat mir ein Vögelchen gezwitschert, doch viele spannende Dinge entdeckt, die sich in einem Hin-und-Her verbergen können, das nur oberflächlich gesehen, langweilig ist. Ich glaube, wir dürfen auf häufigere Besuche hoffen.

7. Spiel und Halbfinale: RWW – SV Erzhausen 0:0; 3:4 n. Neunmeterschießen
Schon bei zwei frühren Turnieren hatten wir gegen die SV Erzhausen gespielt. Jedes Mal Unentschieden und Neunmeterschießen – einmal gewonnen, einmal verloren. Für einige unserer Spieler war es eine sehr Kräfte zehrende Woche und das sah man nun. Erzhausen hatte läuferisch und kämpferisch mehr zu bieten und war feldüberlegen. Yannick hatte endlich mal wieder etwas zu tun und zeigte sich zuverlässig. Die größte Torchance vergaben aber wir  kurz vor Schluss.

Nach acht Schützen stand das Neunmeterschießen 3:2 für uns – am Ende siegte doch Erzhausen und das war nach dem Spielverlauf auch verdient.

Herr Royo sah gerade noch das Ende des Neunmeterschießens. Er war Essen holen gegangen und hatte nicht damit gerechnet, dass das Spiel so schnell beginnen würde, wo man doch erst fünf Minuten auf den Schiri gewartet hatte.

8. Spiel und Spiel um Platz drei: RWW – FC Schwalbach 1:0
Dieses Spiel fand zeitgleich mit dem Finale statt (Griesheim besiegte Erzhausen im Neunmeterschießen). Um 14:25 Uhr, also um 16.10 Uhr. Dieses Mal  begann man mit dem Finale, obwohl auf unserem Spielfeld nur gehampelt wurde, weil der Schiri noch nicht da war. Der Turnieransager forderte unsere Mannschaften wiederholt auf, mit dem Spiel zu beginnen, aber sie weigerten sich ohne Leibchen, Ball und Schiedsrichter anzufangen. Die Kinder sind heutzutage halt zu verwöhnt. Als unser Spiel begann, war beim Finale schon das Neunmeterschießen in Gange.

Furkan2 schloss eine sehr schöne Kombination mit dem 1:0 ab und unsere Mannschaft hatte das Spiel klar im Griff.

Nach dem Ende des Spiels – ich plauderte gerade mit dem Ehepaar Oral – kam Giovanni vom FC Schwalbach zu uns, um uns mitzuteilen, dass wir nur einen Glückschuss gehabt hätten und Schwalbach praktisch nur auf unser Tor gespielt hätte. Weil Italien viermal Weltmeister ist, haben wir nur freundlich gekuckt und genickt – man weiß ja, wozu so eine Diskussion führen kann.

Herr Oral hatte aber viele taktische und technische Defizite seiner Mannschaft erkannt, an denen er arbeiten möchte. Und deswegen zieht er das Dienstagstraining in der nächsten Woche auf Montag vor. Und weil am Mittwoch das Spiel gegen Ginsheim ansteht.

Völlig relaxed – praktisch in ein neues Zeiterleben gehoben – fuhr ich nach Walldorf. Ich hätte sogar die letzten 30 Minuten von Eintracht gegen Hoffenheim anschauen können. Jedoch war mir das nun zu schnell und hektisch. Stattdessen habe ich die Snooker-Weltmeisterschaft auf Eurosport angekuckt (Robinson schlug Carter mit 17:12). Schade, dass es kein Testbild mehr gibt. Darauf hätte ich jetzt mal wieder Lust.

Heute aber spielten:
Yannick – Adrian , Anton (2 Tore), Cameron,  Derenik,  Felix, Furkan1 (4), Furkan2 (1), Özcan, Tristan.

(mc)

Die Bildergeschichte zum Spieltag gibt‘s hier!

Die Bilder zum Turnier gibt‘s hier!

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gelesen: 1035 · heute: 2 · zuletzt am: 19. Juli 2019

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