Turnier in Walldorf

1. Platz beim Heimturnier

Hinter Theken flinke Hände

Spiel genau im Zeitplan liegt

Alles passt auf dem Gelände

Auch die Oral-Sieben siegt

Sieben Spiele, sieben Siege und 19:0 Tore beim Heimturnier

Weil der Mensch sich häufig selbst nicht genug lobt, will ich mal versuchen, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Fangen wir mal mit dem meisterhaft ausgearbeiteten Spielplan an: Zwölf Mannschaften auf drei Spielfeldern: Das bedeutet, dass immer sechs von zwölf Teams beschäftigt sind, so dass jede Mannschaft zwischen jedem Spiel genau ein Spiel Pause hat. Das garantiert einen kurzweiligen und zügigen Ablauf. Wer unsere Turnierberichte regelmäßig liest, weiß, dass ich das hier völlig zu Recht hervorhebe. Ich verweise dabei zum wiederholten Mal auf meine bisher beste Fotogeschichte. Hatte ich zuvor noch kritisiert, dass eine Pause von 5 Minuten zwischen den Spiele recht lang ist und man doch statt dessen die Spielzeiten etwas länger machen könnte, wurde ich dann doch eines Besseren belehrt. Denn so blieb genug Zeit, um z.B. etwaige Nachspielzeiten durchführen zu können. Auch die Schiedsrichter konnten in Ruhe ihre Ergebnisse melden und bei Bedarf konnten Strafstoßentscheidungen durchgeführt werden und trotzdem wurde der Zeitplan genau eingehalten. (Den Allgemeinplatz, dass sich auch die Deutsche Bahn da ein Beispiel nehmen könnte, spare ich mir mal.) Ja, sogar Pannen konnten ausgebügelt werden, ohne dass man deswegen nervös werden musste oder in Zeitdruck geriet. Denn nach Ablauf der Vorrunde waren in der Gruppe B mit der Spvvg. Oberrad und der Spvvg. Sonnenberg zwei Mannschaften punkt- und torgleich auf Platz 2. Sonnenberg hatte aber das Gruppenspiel gegen Oberrad mit 1:0 gewonnen. Sollte Sonnenberg wegen des gewonnenen direkten Vergleichs im Halbfinale sein oder musste ein Neunmeterschießen darüber entscheiden? Die Turnierleitung hatte kein Regelwerk vor Ort und auch der Internetanschluss funktionierte plötzlich nicht mehr, mit Hilfe dessen man sich auf der eigenen Homepage hätte schlau machen können. Jemand, ich glaube, es war ein Sonnenberger, legte dann ganz überzeugend dar, dass ein Vater von einem seiner Spieler Jurist sei und vor jedem Turnier die Ausschreibung mit sämtlichen Paragraphen ausführlich studiere. Und dieser Jurist sei sehr sicher, dass der direkte Vergleich entscheiden würde. Das klang überzeugend, aber man weiß ja noch von der Uni, in  welchem Fachbereich die meisten Bücher geklaut werden. Da wir – wie gesagt – überragend gut geplant hatten, konnten wir uns die Zeit nehmen, unseren Chef, Herrn Eigler, den „Theo Zwanziger“ von Rot-Weiß (zit. Herr Beisler),  nach Hause zu seinem Computer zu schicken, und er kam dann auch mit amtlich beglaubigten Dokumenten, die zweifelsfrei belegten, dass ein Neunmeterschießen durchgeführt werden musste. Hier siegte dann zum Sonnenberger Leidwesen  übrigens Oberrad.

Weil wir die einzige RW-Mannschaft am Start waren, hatten wir auch den ganzen Thekendienst alleine zu bewältigen und fast alle Familien stellten mindestens einen, einige Familien sogar mehrere Helfer, die über die gesamte Zeit halfen. Die Familie Royo z. B., war in drei bis vierfacher Ausführung am Werk und Frau Lorena Royo steuerte außerdem 500 selbst gemachte Frühlingsrollen bei. Chapeau! (zu deutsch: Hut!). 

Die Schiedsrichter wurden von C-Jugendlichen verkörpert und auch sie machten ihre Sache tadellos.

Auch in punkto Wetter hätten wir es nicht besser machen können: Strahlender Sonnenschein bei einer sanft kühlenden Brise Wind. Da können sich andere mal ein Beispiel nehmen!

Da steckt man doch einen handfesten Skandal am Rande locker weg. Weil, wie gesagt, die EDV ausfiel, bat mich Herr Kasimir, der „Oliver Bierhoff“ unserer 2000er (zit. Herr Beisler), die Tabellen der Gruppen per Hand auszurechnen, zur Kontrolle der bereits selbst errechneten Tabellen. (Auch dafür hatten wir genug Zeit, liebe Mörfelder!). Ich führte meine Berechnungen auf dem Zettel aus, auf dem ich auch unsere Torschützen notiert hatte. Als ich meinen Zettel wiederhaben wollte, war er bereits zerrissen und weggeworfen worden! Von Theo Zwanziger und Oliver Bierhoff! Das ist Gewalt gegen Sachen, meine Herren! Vielleicht sollte ich mal mit dem Sonnenberger Juristen Kontakt aufnehmen? Die wichtigsten Teile konnte ich jedoch in nächtlicher Puzzlearbeit rekonstruieren.

Gespielt wurde in 2 Sechsergruppen, jeder gegen jeden, Spielzeit je 12 Minuten, anschließend die Halbfinal- und Platzierungsspiele.

Auch er konnte sich nicht mehr an das letzte Gegentor der E2 erinnern: der Jopi

Die Gruppenspiele:
Die ersten vier Spiele konnte ich überwiegend nur aus der Ferne beobachten, weil ich Thekendienst hatte. Einmal löste mich Herr Kämpfner von der E4 ab, so dass ich mal ein bißchen zuschauen konnte. Ansonsten beobachtete und fotografierte Herr Wolff für mich (Schöne Fotos, Herr Wolff!), notierte Torschützen und besondere Vorkommnisse (verschossener Strafstoß gegen Neu-isenburg). Und das, was ich beobachten konnte, stimmte mit den Berichten anderer (z. B. von Herrn Wolff, Herrn Karabulut, Herrn Oral und unserem spanischen Fußballexperten) ziemlich deckungsgleich überein. Obwohl unsere Gegner eigentlich von guten Vereinen kommen und viele in ihren Ligen vordere Plätze einnehmen, war unsere Mannschaft heute mindestens eine Klasse besser als die anderen (RW Frankfurt mal ausgenommen). Alle Spiele wurden überlegen geführt, die Tore fielen früh und wurden schön herausgespielt, während die Gegner kaum zu eigenen Torchancen kamen. Lediglich unsere Chancenverwertung hätte besser sein können. Waren wir so gut oder die anderen so schlecht oder nicht mit der stärksten Formation angetreten? Vielleicht von allem etwas. Sicher war, dass Deniz heute sehr lauf- und durchsetzungsstark war und auch Micki einen Sahnetag erwischt hatte. Auch die Defensive war sehr sicher. Die Trainer wechselten beständig durch, setzten viele Spieler auch mal auf ungewohnten Positionen ein. Auch das störte den Spielfluss nicht. Man kann sich das so ähnlich vorstellen wie am Abend bei Deutschland gegen Bosnien-Herzegowina in der 2. Halbzeit.

Die ersten vier Spiele glichen sich wie ein Ei dem anderen:

1. Spiel: RWW – Viktoria Preussen Frankfurt 3:0
Tore: Anton, Micki, Deniz

2. Spiel: RWW – Fvgg Kastel 06  2:0
Tore: Doppelmicki

3. Spiel: RWW – Viktoria Kelsterbach  3:0
Tore: Micki, Furkan1, Adrian

 4. Spiel: RWW – Spvvg. Neu-Isenburg 2:0
Tore: Adrian, Derenik

Unser fünfter Gegner war noch eine Nummer schwächer als die anderen und versprühte den Charme einer Thekenmannschaft. Da kriege ich doch glatt Lust noch Mal selbst die Fußballstiefel zu schnüren!

5. Spiel: RWW – Concordia Gernsheim 5:0
Tore: Deniz, Micki, Furkan1, Micki, Furkan1

Das Halbfinale gegen Oberrad konnte ich mir dann in aller Ruhe anschauen, weil meine Gattin mich beim Thekendienst ablöste und die anderen immer noch keine Pause wollten. Offenbar machte es allen viel Spaß bei der Bewirtung der Gäste mitzuarbeiten.

Überhaupt ist der Mensch am glücklichsten, wenn er arbeitet. Er will es nur nicht immer wahrhaben.

Halbfinale: RWW – Spvvg Oberrad  3:0
Zu Anfang hatte Oberrad eine gute Chance, doch Yannick ließ sich heute nicht überwinden. Der Oberräder Trainer sagte, dass das Spiel anders gelaufen wäre, wenn das ein Tor geworden wäre. Dann hätte seine Mannschaft auch besser gekämpft. So aber hätten sie die Flügel hängen lassen. Wir hatten in der Vergangenheit schon einmal ein enges Spiel gegen Oberrad – heute jedoch, hatte ich nicht den Eindruck, dass Oberrad eine Chance gehabt hätte, selbst dann nicht, wenn ihnen die Führung geglückt wäre. Es war schon eindrucksvoll wie schnell und präzise  die Bälle gespielt wurden, und wie oft dabei gute Einschusschancen erzwungen wurden. Das 1:0 besorgte Micki, indem er, – durch flüssiges Lauf- und Kombinationsspiel freigespielt -, den Torhüter tunnelte. Die Tore zwei und drei besorgte dann Deniz. 

Finale: RWW – Rot Weiß Frankfurt 1:0
Das war das einzige Spiel, in dem unsere Mannschaft heute gefordert wurde. Die Frankfurter gingen körperlich robust zur Sache und kamen immerhin zu ein paar Weitschüssen, die aber entweder das Ziel verfehlten oder zu ungefährlich waren. Auch hatte man das Gefühl, dass sich die gegnerischen Stürmer auch Mal im Eins-gegen-eins würden durchsetzen können. Letztlich ist ihnen das aber nicht gelungen. Trainer Oral war sicher nicht der Einzige, der gesehen zu haben glaubte, dass die eigene Mannschaft das spielerisch überlegene Team mit den besseren Torchancen war.  Trotzdem war bis zur 12. Minute nur ein Pfostenschuss von Deniz herausgesprungen. Doch dann vollendete Furkan1 einen schnellen Angriff, an dem auch Micki und Deniz beteiligt waren, indem er einen Ball, den der Torhüter nur abklatschen konnte, im Nachschuss versenkte. Wie schön ein solches Tor kurz vor Schluss sein kann, weiß man z. B. noch von Deutschland-Polen 2006 (Flügellauf Odonkor, Tor durch Neuville). Der Schiri ließ 2 Minuten nachspielen, in denen aber nichts mehr anbrannte.

Der Rest war Freudentaumel, Reste aufessen, aufräumen, kehren, vergeblich verschwundene Bälle suchen, eine Nachbesprechungsrunde in Ismails RW-Club mit prominenten Gästen und fast pünktlich zum Länderspiel nach Hause kommen.

Am Samstag geht’s weiter nach Steinfurt, wo angeblich das größte Turnier Baden-Würtembergs stattfindet.

Heute aber spielten:
Yannick – Adrian (2 Tore), Anton (1), Cameron, Deniz (4), Derenik (1), Felix, Furkan1 (4), Furkan2, Micki (7), Özkan.

(mc)

Die Bildergeschichte zum Spieltag gibt‘s hier!

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gelesen: 954 · heute: 2 · zuletzt am: 25. April 2019

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