Turnier in Steinsfurt

Viertelfinale erreicht beim Turnier in Steinsfurt (Sinsheim)

Kurzes Feld und lange Stollen

Schiri namens Maulwurf pfeift

Wer hier siegt, muss es auch wollen

Rumpelfußball um sich greift

 

Viertelfinale beim Turnier in Steinsfurt

Licht und Schatten gab es beim heutigen Turnier in Steinsfurt – sowohl wettermäßig als auch in unserem Spiel. Die Sonne war ziemlich heiß, unter großen Bäumen fand sich jedoch genug Schatten zum gemütlichen verweilen und Fußball schauen. Vor Beginn sahen wir noch das Ende des D-Jugend-Turniers. Gespielt wurde für unsere Verhältnisse auf winzigen Feldern. Ein ohnehin klein geratenes Großfeld war gedrittelt worden, dazwischen jeweils ein Streifen für Trainer und Auswechselspieler, so dass die Felder unfassbar schmal waren. Die Bälle wurden meist von den Torhütern in den gegnerischen Strafraum gedroschen. Ein flüssiges Kombinieren war nirgends im Ansatz zu sehen und vielleicht auch nicht möglich.

Vor Beginn unseres E2-Turnieres mussten wir fassungslos mit ansehen, wie die Tore dann noch einmal näher zueinander geschoben wurden, so dass die Felder nicht nur schmal, sondern auch kurz waren.

Ich unterhielt mich mit den Veranstaltern darüber und wurde informiert, dass im Badischen Fußballverband keine größeren Spielfelder zugelassen sind. Die Absicht dabei ist, dass beim Spiel auf kleinen Feldern die technischen Fähigkeiten der Spieler besser gefördert würden. Nimmt man dieses Turnier  zum Maßstab, dann ist dieser Schuss nach hinten losgegangen. Auf briefmarkengroßen Feldern  lässt sich nicht gut kombinieren, besonders nicht, wenn es holprig ist und wenn aufgrund der Enge, die Trainer den „Spielaufbau“ so vornehmen lassen, dass nur mit langen Bällen operiert wird. Wenn dann noch dazu die Schiedsrichter beinahe kein Foulspiel erkennen, so dass ausgefahrene Sohlen und Ellbogen und das Wegschubsen des Gegenspielers normal zu sein scheint, sind es jedenfalls nicht die technischen Fähigkeiten, die hier besonders gefördert werden.

Nur zwei oder drei Mannschaften zeigten, dass sie in der Lage sind, den Ball über mehr als drei Stationen laufen zu lassen.

Neue Erkenntnis für die Walldorfer Delegation: Taktikschulung in Baden-Württemberg

Gespielt wurde in drei Sechsergruppen, Spielzeit je 10 Minuten. Die drei Ersten und Zweiten, sowie die beiden besten Gruppendritten erreichten die Viertelfinalspiele.

Wir hatten mit den Mannschaften aus Sandhofen, Beiertheim Karlsruhe und Niefern die vermeintlich stärkste Gruppe erwischt.

1. Gruppenspiel: RWW – FC Zuzenhausen 2:0
Unsere Mannschaft dominierte eindeutig. Allerdings wurden die Torchancen reihenweise vergeben. Zuzenhausen hatte keinen einzigen Torschuss in unsere Richtung zu vermelden. Dafür sorgten sie durch einen schönen Hinterkopf-Kopfball nach einer Ecke für unsere Führung. Kurz vor dem Schlusspfiff erhöhte Furkan1 auf 2:0.

2. Gruppenspiel: RWW – Spvvg Sandhofen 0:0
Aus der Hallenrunde hatten wir Sandhofen als starken Gegner in Erinnerung, siehe hier und hier.

Sandhofen ging robust zu Werke und weil unsere Spieler zu wenig liefen und sich zu wenig zum Anspiel anboten, ergab sich ein eher zerfahrenes Spiel. Das leichte Übergewicht an Torchancen reichte nicht zum Sieg.

3. Gruppenspiel: RWW – SVK Karlsruhe Beiertheim 0:1
Auch hier waren wir nicht einsatz- und durchsetzungsstark genug. Trainer Oral mutmaßte, dass das vorgestrige Turnier noch in den Knochen stecke und dass deswegen 30% Leistung nicht abgerufen werden konnten.

Hier waren wir es, die dem keineswegs überzeugenden Gegner mit einem Eigentor den Sieg schenkten.

Da in den anderen Gruppen jeweils ein oder zwei Mannschaften nicht erschienen waren und diese Spiele mit 0:3 gewertet wurden, war es wahrscheinlich, dass sich in unserer Gruppe nur die beiden Ersten qualifizieren würden.

Nach den ersten drei Spielen war klar, dass das nur mit zwei Siegen und über das Torverhältnis möglich sein würde.

4. Gruppenspiel: RWW – FC Sandhausen I  4:0
Plötzlich waren Kraft und Einsatzfreude wieder da. Gegen den schwächsten Gegner wurden hochkarätige Chancen im Minutentakt erkämpft und erspielt. Tore: Eigentor, Anton, Micki, Deniz.

5. Gruppenspiel: RWW – FV 09 Niefern 4:2
Niefern war uns schon in anderen Turnieren als spielerisch starkes Team aufgefallen. Und auch hier waren sie in spielerischer Hinsicht ein absoluter Lichtblick in tiefdunkler badischer Nacht. Teilweise sehr überzeugend hatten sie die vier ersten Spiele ohne Gegentor gewonnen und standen schon als Gruppensieger fest. Wir mussten gewinnen, um Platz 2 zu erreichen und Beiertheim mit Hilfe unseres besseren Torverhältnisses zu überholen.

Etwas unverständlich war es daher, dass einer der beiden Betreuer aus Niefern sich vom Spielfeldrand sehr aggressiv gebärdete. Aufgrund des holprigen Platzes versprang ein Rückpass zum Torhüter, den Yannick deswegen erst im Nachfassen vor der Torlinie aufhalten konnte.

Da rauschte ein Niefern-Stürmer in ihn und den Ball hinein. Der Schiri gab Tor. Herr Oral fragte nach dem Grund. Der Schiri antwortete „Vorteil“ (?). Der 2. Niefern-Betreuer sagte nach dem Spiel, dass es ein klares Foulspiel gewesen sei. Der 1. Niefern-Betreuer ließ Triumphgeheule vernehmen, das sich nach dem kurz darauf folgenden 2:0 für Niefern noch steigerte. Die zuschauenden Beiertheimer verließen den Spielfeldrand mit dem Kommentar „Wir sind weiter.“ Als dann ein Niefern-Spieler Deniz auch noch ungestraft gegen den Kopf treten durfte, überstieg der Adrenalin-Pegel auch bei mir eine kritische Grenze und ich bewies in einem Wortgefecht mit dem Niefern-Trainer, dass ich allein vom Zuschauen bei unserem B-Jugend-Trainer Abdelmalik schon viel gelernt habe („Der tritt ihm an den Kopf!“, „Der Kopf war so tief!“, „Nein, der Kopf war hier!“, „Der Kopf war so tief!“, „Nein, der Kopf war hier!“, „Der Kopf war so tief!“, „Nein, der Kopf war hier!“). Ich behielt das letzte Wort und ich hatte ja auch Recht. Angeblich hat mich Herr Karabulut zur Mäßigung aufgefordert (Aussage von Herrn Kasimir), woran ich mich aber nicht erinnern kann.

Was dann aber kam, war alleine schon die ganze Reise wert: Offenbar hatte ich die Mannschaft mit meiner Begeisterung angesteckt, denn sie ging engagiert zu Werke und schoss noch einen 4:2-Sieg heraus. Das erste Tor erzielte Deniz. Tor Nummer 2 und 3 markierte Anton durch energisches Nachsetzen mit der Pike. Beim 3:2 zeigte ich dem Niefern-Betreuer die Becker-Faust, was mir im Nachhinein ein bisschen peinlich ist. Der Niefern Betreuer forderte lautstark das 3:3 von seiner Mannschaft, doch Micki machte mit einem Konter den Sack zu.

Was unserer Mannschaft in diesem Spiel auch entgegenkam, war, dass auch Niefern keinen Beton anrührt, sondern selbst versucht Fußball zu spielen.

Nach dem Spiel hatte ich ein angenehmes Gespräch mit dem zweiten Betreuer aus Niefern („good cop“), das kurz vom  ersten Betreuer aus Niefern („bad cop“) unterbrochen wurde. Er schleuderte mir entgegen, dass er noch einen Wunderstürmer besäße, der leider heute fehlen würde. Ich schlug ihm vor, diesen Spieler doch das nächste Mal mitzubringen und uns dann zu besiegen und fragte, was der Quatsch solle. Der zweite Niefern-Betreuer blieb absolut ruhig und mutmaßte, dass sein Kollege vielleicht zwei schmerzliche Niederlagen gegen uns in Erinnerung habe und vielleicht deswegen unbedingt gewinnen wollte. Ja, so sind wir Männer halt.

Die letzten beiden Spiele waren übrigens ohne Auswechselspieler gespielt worden, weil Furkan1  Kopfweh hatte.

Viertelfinale: RWW – FV Löchgau 0:1
In der zweiten Minute hatten wir eine Ecke. Sie brachte etwas ein. Und zwar dem FV Löchgau. Das 1:0 durch einen Konter. Danach spielte nur noch Walldorf. Deniz setze sich regelmäßig am linken Flügel durch. Hier hätten sich Mitspieler geschickter zum Anspiel freilaufen können (Herr Kasimir: „Da muss Einer an den kurzen Pfosten laufen und nur noch den Fuß hinhalten.“). Trotzdem waren genügend Chancen da. Trotz Unterbrechungen ließ der Schiri keine Sekunde nachspielen, stand uns zudem zweimal beim Torschuss im Weg und fragte nach dem Spiel die Spieler aus Löchgau, ob sie 1:0 oder 2:0 gewonnen hätten.

Insgesamt war es aber ein schöner, erlebnis- und erkenntnisreicher Ausflug. Mit einem Picknick und scharfen türkischen Würstchen, die Familie Kanmaz stiftete ließen wir den Tag ausklingen und schauten uns die Halbfinal- und Finalspiele an.

Die Walldorfer E4 war auch vor Ort und Trainer Kämpfner musste feststellen, dass gleich drei Mannschaften aus seiner Gruppe die Halbfinalspiele erreicht hatten. Gegen den späteren Turniersieger hatte er in letzter Sekunde 1:0 verloren. Nur deswegen war diese Mannschaft überhaupt in Viertelfinale gekommen. Das versetzte ihn in eine Gefühlsmischung aus Wehmut und Milde und ließ ihn schon ein wenig hoffnungsfroher in die Zukunft blicken.

In den Halbfinal- und Finalspielen setzten sich konsequenterweise die jeweils schlechteren Mannschaften durch: Blut, Schweiß und Tränen, lange Bälle und auf König Zufall hoffen.

Die Heimfahrt hatte dann ebenfalls so einiges an Licht als Schatten zu bieten, diesmal sogar ganz wörtlich. Da man bereits auf der Hinfahrt bemerkt hatte, dass es in der Gegenrichtung einen nicht unerheblichen Stau gegeben hatte und dies auch von den Verkehrsnachrichten bestätigt wurde (Verengung von drei auf einen Fahrstreifen), entschied sich die Besatzung unseres Fahrzeugs (2xKasimir, 2xCezanne) dafür, den ersten Teilabschnitt „über Land“ zurück zu legen.

Wer unsere Berichterstattung schon länger und regelmäßig verfolgt, ahnt hierbei nichts Gutes, saß doch der Teamchef selbst am Steuer und war somit letzte Instanz. Das Navigon leistete diesmal jedoch treue Dienste und man hielt sich auch an die Ansagen, wodurch eine schöne Fahrt durchs Kraichgau herauskam, tolle Sonnenuntergangs-Licht-und-Schattenspiele im Neckartal bestaunt werden konnten und letztlich im wunderschönen Heidelberg wieder auf die Autobahn aufgefahren wurde. Alles ohne sich zu verfahren, zumindest haben wir es nicht bemerkt.

Heute aber spielten:
Yannick – Anton (3 Tore), Cameron, Deniz (2), Derenik,  Furkan1 (1), Furkan2, Micki (2). 1 Eigentor von Zuzenhausen, 1 Eigentor von Sandhausen.

(mc)

Die Bildergeschichte zum Spieltag gibt‘s hier!

Die Bilder zum Turnier gibt‘s hier!

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gelesen: 1289 · heute: 2 · zuletzt am: 26. November 2020

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