Waldenserturnier in Nordhausen

Achtelfinalaus in Nordhausen

Kleine Felder wohlbekannt

Find man in dem badschen Land

Auch für uns- das ist kein Stuss

War nach kurzer Zeit schon Schluss

Achtelfinale beim Turnier in Nordhausen 

Wieder einmal sprangen wir für Herrn Kämpfner von der E4 in die Bresche und erlösten ihn von einem seiner vielen tausend Turniere, für die er in diesem Frühjahr gemeldet hat. So weiß ich eigentlich nur noch von einem Turnier, das die E4 an diesem Wochenende spielt. Wir hoffen mal sie leiden nicht unter Entzug.

Attraktiv war das Ganze, weil es sich um ein Waldenserturnier handelt. Nicht nur Walldorf wurde Ende des 17 Jahrhunderts von Waldensern gegründet, sondern auch einige weitere Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet, im Odenwald und in Baden, so auch Nordhausen. Eine leichte Enttäuschung bei der ansonsten überaus freundlichen Turnierleitung: Als ich ein bisschen waldensermäßig fachsimpeln wollte, schien keiner zu verstehen, von was ich rede. Aber so geht es mir ja meistens.

Weil wir 150 km Anfahrt hatten und gleich das erste Spiel bestreiten sollten, war schon um 6:45 Uhr Treffpunkt. Und siehe da und völlig unerklärlich: alle waren pünktlich.

Gespielt wurde in sechs Fünfergruppen, Spielzeit je 10 Minuten auf bekannt winzigen Feldern – insgesamt 4 Spielfelder, so dass man theoretisch in jedem vierten Spiel der Vorrunde dran war. Die sechs Ersten und Zweiten, sowie die vier besten Gruppendritten erreichten die Achtelfinalspiele. Es traten sowohl 1999er Mannschaften, als auch 2000er an. Weil drei oder vier Mannschaften fehlten, wurden Spiele vorgezogen. Diesem Umstand war es auch zu verdanken, dass der Zeitplan eingehalten werden konnte.

1. Gruppenspiel:
Fiel mangels Gegner aus. Das war gut, weil wir so mehr Zeit hatten, wach zu werden. Kaffee konnte getankt werden und Herr Royo aß sich durch die gut bestückte Tortentheke.

2. Gruppenspiel: RWW – SF Großsachsenheim 1:0
Eine mäßige Leistung reichte zu einem verdienten Sieg. Viele Bälle gerieten zu lang. Wahrscheinlich lag es an der Umstellung auf die kleinen Felder. Deniz erzielte das Tor mit einem humorlosen Schuss aus der nahen Ferndistanz.

3. Gruppenspiel: RWW – TSV Weinsberg 1:0
Und schon war es wieder echt ansehnlich. Allein die Chancenauswertung war schwach. Dreimal rettete das Torgebälk für die Weinsberger. Deniz erzielte wiederum das Tor auf humorlose Weise aus einer weiten Nahdistanz. Bei diesen Bonsaifeldern fällt auch mir es schwer die Distanzen zu beurteilen.

 DOCH NUN ZU ETWAS VÖLLIG ANDEREM

Der Mensch sollte nicht immer sich selbst in den Mittelpunkt rücken. Er sollte auch mal an andere denken. Zum Beispiel an die Tiere. Wie erleben eigentlich Tiere die Fußball-WM in Süd-Afrika? Wie erlebt ein Gecko die Fußball-WM? 

Der Gecko

Der Flimmerkasten bleibt nicht stumm

Doch kann ich nichts erkennen

Ich seh es nämlich anders rum

Sonst könnt ich es benennen

Ein weißer Punkt auf grünem Feld

Malt Bögen – In der Ecke

Ein Fähnchen steht in jener Welt

Ich klebe an der Decke

Die Menschen starren früh bis spät

In diesen Kasten rein

Überraschung! Guckt in seiner Freizeit auch ganz gerne dem Rasenballspiel zu: der Gecko.

Überraschung! Guckt in seiner Freizeit auch ganz gerne dem Rasenballspiel zu: der Gecko.

Ein schwüler Wind ins Fenster weht

Ich glaub, ich schlaf gleich ein

Wenn ich es richtig interpretiere, verstehter nicht so viel von Fußball, der Gecko. Und es ist auch nicht so interessant für ihn! Aber er nimmt sie immerhin zur Kenntnis. Gut zu wissen.

 NUN WIEDER ZURÜCK ZUM TURNIER

4. Gruppenspiel: RWW – Vfl Neckargartach 2:0
Nach zwei Minuten hatten wir zwei Tore und einen Lattentreffer erzielt. Dann ließen wir den Ball laufen. Zuerst bugsierte Malte einen Fukan1-Ball, der ohnehin ins Tor gegangen wäre, über die Linie. Dann wieder Furkan1: Er hätte das Tor schießen können, wartete aber auf einen Abwehrspieler, um ihn noch einmal auszuspielen. Dann fiel er hin, stand wieder auf und schoss erstaunlich früh: 2:0.

Achtelfinale: RWW – Vfl Brackenheim 1:2
Eine unglückliche Niederlage gegen eine robuste 99er Mannschaft. Ein bisschen waren wir auch selbst dran Schuld, weil die Abwehr zweimal zu löchrig war. Zwischenzeitlich hatte Deniz einen an Malte verschuldeten Strafstoß zum 1:1-Ausgleich verwertet. Wir hätten aber mindestens einen weiteren Strafstoß bekommen müssen. Mit ausgefahrenen Stollen grätschte ein Brackenheimer Brocken in Furkan1 sein Fußgelenk rein. Er traf zwar vorher den Ball, aber trotzdem. Furkan1 blieb liegen, der Schiri bemerkte das nicht, ließ weiterspielen und hielt das Spiel erst an, als ich laut schimpfend auf den Platz zu Furkan1 lief. Hinterher entschuldigte ich mich beim Schiri für die Lautstärke meines Protestrufes. Er entschuldigte sich dafür, die Situation falsch beurteilt zu haben.

Leider gelang in den 10 Minuten kein weiteres Tor. Trotz vieler Unterbrechungen (Strafstoß ausmessen und ausführen; Furkan1 raus tragen; Bälle vom Parkplatz holen) wurde nicht nachgespielt und so teilten wir das Schicksal Süd-Koreas. Auch sie schieden heute äußerst unglücklich aus.

Hoffentlich kommt Japan weiter. Die haben mir nämlich auch sehr gut gefallen.

Bei der Heimfahrt hatte ich dann ein unterhaltsames Gespräch mit Herrn Kanmaz, z. B. darüber durch welche Länder man mit dem Auto in die Türkei fahren darf und wo man dann die Polizeibeamten sponsoren darf. Als wir bei der Autobahnabfahrt Schwetzingen waren, klingelte Herrn Kanmaz Telefon. Es meldete sich Herr Duran, der behauptete, gerade in Walldorf angekommen zu sein. Merkwürdig. Als wir losfuhren, waren Herr Duran und sein Fahrer Karabulut noch längst nicht abfahrbereit. Von da an klingelte es alle fünf Minuten.

Herr Duran teilte mit, er habe soeben ein Bad genommen, trinke einen Mokka, habe sich einen Dürüm rollen lassen, habe ein Schönheitsschläfchen beendet. Als wir das Auerbecher Schloss sahen, wollte er sich bereits den Bart gebürstet haben. Unwahrscheinlich, wie schnell der Herr Karabulut gefahren sein muss!

Alles in Allem war das eine tolle und gelungene Saison. Es gab weit mehr Erfolge als Rückschläge und die  Stimmung war auch erfreulich. Frankreich könnte sich an uns ein Beispiel nehmen. Und z. B. hier kann man noch einmal nachlesen, was alles war. Danke an alle, die dazu beigetragen haben und auf eine ebenso tolle E1-Saison.

Heute aber spielten:
Yannick – Malte (1), Cameron, Deniz (3), Felix, Furkan1, Furkan2, Micki, Özkan.
(mc)

Die Bildergeschichte zum Spieltag gibt‘s hier!

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gelesen: 885 · heute: 2 · zuletzt am: 18. November 2018

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