Sport-Pokale-Wagner-Cup, Düdelsheim

5. Platz in Büdingen-Düdelsheim

Saisonbeginn – der Ball ist rund

Jetzt weiß der Mensch für was er lebt

Für acht und eine halbe Stund

In Düdelsheim der Rasen bebt

5. Platz in Düdelsheim

Eigentlich scharren einige unserer Protagonisten schon wochenlang mit den Hufen. Herr Kämpfner von der E3 (ehemals E4) hatte auch über die Sommerpause immer wieder Turniere an Land gezogen und sich Spieler von uns ausgeliehen, die ihm dann auch zwei Turniersiege bescherten. Von Dienstag bis Freitag hatten die Herren Oral und Kämpfner jeweils von 10 bis 17 Uhr (Oralsche Zeit) Training angesagt, um gut gerüstet in die Saison zu gehen.

Unsere erste offizielle Station als E1 war nun Düdelsheim. Düdelsheim ist nicht nur ein außergewöhnlich hübscher Name. Der Ort liegt auch in einer schönen Gegend und gehört zur Stadt Büdingen in der Wetterau.
Wir waren eingeladen worden, mussten kein Startgeld bezahlen und bekamen sogar ein Frühstück, das von sehr freundlichen Damen kredenzt wurde. Dazu kam schönes Wetter und gesunde Landluft. Und als Sahnehäubchen wurde über Lautsprecher verkündet, dass sogar der „Herr Bürgermeister“ das Turnier mit seiner Anwesenheit „aufwertet“.

Gespielt wurde in vier Fünfergruppen, Spielzeit je 12 Minuten. Ein Wermutstropfen auf dem jungen Saisonglück war, dass der von einem wunderbaren Rasenteppich geschmückte Hauptplatz gesperrt war. Der Platz, auf dem gespielt wurde, war dagegen schon sehr holprig und die  Spielfelder zudem fast badisch klein. Zudem gab es nur zwei Spielfelder, so dass man nur in jedem fünften Spiel dran war (Verhältnis Mannschaften zu Spielfeldern: 10:1). Dadurch waren wir inklusive An- und Abfahrt 10 Stunden unterwegs.

Vor Turnierbeginn noch Aufnahmen für den neuen Werbepartner der 2000er, einen etwas aus der Mode gekommenen Hersteller von Duftwässerchen .

Vor Turnierbeginn noch Aufnahmen für den neuen Werbepartner der 2000er, einen etwas aus der Mode gekommenen Hersteller von Duftwässerchen .

Die beiden Gruppenersten kamen ins Viertelfinale. Die Viertelfinalverlierer spielten die Plätze 5-8 aus.

1. Gruppenspiel: RWW – SV St Stephan Griesheim 1:0
Was ein kleiner und holpriger Platz ausmacht, sah man gleich im ersten Spiel. Hatte man die Griesheimer bei deren Turnier 7:0 und 8:0 besiegt, taten wir uns heute erheblich schwerer. Und das lag daran, dass in Griesheim auf größeren Feldern und auf einem wunderbaren Rasen gespielt wurde.  Heute standen fünf oder sechs Griesheimer im eigenen Strafraum, der Ball holperte über Sand und Grasbüschel und unsere E1er versuchten trotzdem den Ball ins Tor zu tragen. Dies gelang nicht. Erst in der 10. Minute erzielte Anton aus ca. 10 Metern ein Tor mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß. Verdient war das allemal, denn in unsere Hälfte verirrte sich der Ball kaum.

In diesem Spiel sah man auch schon, dass das Training unseren kleinen Helden noch in den Knochen steckte. Bei einigen fehlte verständlicherweise Kraft und Spritzigkeit.

2. Gruppenspiel: RWW – Eintracht Frankfurt 2:2
Die Adler waren mit ihrem jüngeren Jahrgang, den 2001ern vertreten. Für die, die das nicht wissen: Schon die Kindermannschaften großer Vereine sind Auswahlmannschaften. Die kleinen Spieler wurden bei Talentsichtungen ausgewählt und werden von den Eltern manchmal aus 100 km und mehr zum Training gefahren. Ein Betreuer der Frankfurter hatte mir mal erzählt, dass die 2001er der Eintracht zu den besten in Deutschland gehören würden. Ich habe sie heute zum dritten Mal gesehen (vorher und davor) und fand sie jeweils nicht so überragend stark.

Nach einer Unachtsamkeit ging die Eintracht schon nach wenigen Sekunden in Führung. Dann drehte vor allem Deniz auf und bediente Furkan1 und Derenik, die das Ergebnis umdrehen konnten. Mit ein wenig mehr Ruhe vor dem Tor hätten leicht noch zwei oder drei Tore mehr erzielt werden können. Die klaren Chancen dazu waren Vorhanden. Es waren bereits 40 Sekunden über die Zeit gespielt, als nach einem unnötigen Abspielfehler den Miniadlern noch der Ausgleich geschenkt wurde.

Ich fragte nach dem Abpfiff den Schiri höflich nach dem Grund für die Nachspielzeit – es hatte nämlich gar keine Unterbrechung gegeben. Der beleibte Herr raufte sich die nur noch spärlich vorhandenen Haare und klagte, dass doch immer irgendeiner etwas zu meckern hätte. Ich stellte richtig, dass ich keineswegs gemeckert hätte, sondern nur den Grund für die Nachspielzeit habe wissen wollen. Er sagte, dass er doch Nachspielen lassen dürfe, wenn er der Meinung sei, es müsse nachgespielt werden. Ich stimmte eifrig zu, dass er das dürfe, ich wolle lediglich wissen, was denn im Spiel gewesen sei, dass er habe Nachspielen lassen. Da schien er mich verstanden zu haben und meinte, es hätte ein paar Einwürfe gegeben. Überzeugt hat mich diese Antwort keineswegs, ich wollte aber nicht noch mal nachsetzen. Ich hatte den Verdacht, dass er seine Stoppuhr nicht gestartet hatte und er wartete, bis der Schiri auf dem Nachbarfeld abgepfiffen hatte, der ebenfalls eine Minute nachspielen gelassen hatte. Das hätte ich aber nicht beweisen können. Ich wollte auch nicht spitzfindig erscheinen, was ich nämlich gar nicht bin, und entließ ihn dann, damit er dem Kampfgericht das Ergebnis melden konnte.

Insgesamt muss man aber allen Schiris heute ein großes Kompliment machen. Sie pfiffen jedes Foulspiel konsequent und waren ein wesentlicher Grund dafür, dass die Spiele heute sehr fair waren. Das war in letzter Zeit nicht selbstverständlich gewesen.

3. Gruppenspiel: RWW – JSG Ortenberg 3:0
Der Gegner war schwach und unsere Chancenauswertung auch. Herausgespielt wurden die Chancen aber immerhin. Die ersten beiden Tore erzielte Deniz – einmal schön von Furkan2 in Szene gesetzt –, den dritten Treffer markierte Micki.

4. Gruppenspiel: RWW – DJK Bad Homburg 5:0
Schon vor dem Spiel war klar, dass wahrscheinlich das Torverhältnis über Platz 1 und 2 in unserer Gruppe entscheiden würde. Es schien aber so, als würde der zweite Gruppenplatz den leichteren Weg ins Endspiel bieten. Im Viertelfinale müsste man gegen Hornau spielen, die keinen starken Eindruck machten, sich aber zum Sieg in Gruppe B gemogelt hatten (z. B. 1:0 gegen Marburg, bei ungefähr 1:10 Torschüssen). Außerdem würde man im Halbfinale Rodheim vermeiden, das der stärkste Gegner zu sein schien.

Wir wollten mit solchen Überlegungen unsere Spieler nicht beirren und ließen es zu, dass sie fünf Tore schossen. Der Gegner machte es leicht. Ihm fehlten auch drei oder vier Spieler – hier gingen die Aussagen aus Bad Homburg auseinander!!! – die bei einem Kindergeburtstag waren, statt ihrem Verein zu Diensten zu sein. Die Tore waren trotzdem sehenswert – besonders Anton, dem man  heute auch insgesamt eine gute Leistung bescheinigen darf, war nicht zu bremsen, erzielte zwei Tore (laut Herrn Royo „unhaltbar“) und legte zweimal für Furkan1 auf. Das 5. Tor erzielte Furkan2 auf Vorlage von Ron.

Später mussten die Bad Homburger noch gegen die Eintracht spielen. Und je nachdem wie hoch sie verlieren würden, wären wir Erster oder Zweiter. Das Spiel lief schon, als ich dem Bad Homburger Trainer vorschlug, doch mal spielen zu lassen wie die Spanier. Er lachte und fragte, wie hoch sie denn verlieren dürften, damit wir Gruppenerster bleiben. Als ich ihm sagte, wir wollten lieber Zweiter werden und er solle mindestens 5:0 verlieren, schaute er ein bisschen irritiert.

Es kam dann, wie es kommen muss: 4:0 für die Eintracht und Torgleichheit. Die Turnierleitung rief Vertreter beider Mannschaften. Herr Kasimir bewies, dass er das Amt des Team-Managers zu Recht innehat. Er berichtete nämlich hinterher, dass der Eintracht-Trainer vorgeblich großzügig auf dem Gruppensieg verzichten wollte. Da keimte in dem großartigen Schädel des Herrn Kasimir der Verdacht, dass die Eintracht dieselben Überlegungen hegte wie wir auch und dass es sich hier sozusagen um ein Trojanisches Pferd handelte. Um die Redlichkeit des Angebotes auf die Probe zu stellen, erklärte Herr Kasimir mit seltener Geistesgegenwärtigkeit, dass wir ebenfalls auf den Gruppensieg verzichten wollten. Der Eintracht-Trainer nahm das Angebot aber nicht an, was er ja hätte tun müssen, wenn er uns oder der Turnierleitung tatsächlich einen Gefallen hätte tun wollen, sondern schien sogar ein wenig verärgert zu sein. Herr Kasimir bot ihm daraufhin einen Münzwurf um den Gruppensieg an und ließ ihn wählen („Zahl“). Herr Kasimir kramte seine zweiseitige Zahlmünze heraus und ließ die Eintracht gewinnen.

Achtelfinale: RWW – TUS Hornau 0:0 (4:5 im Achtmeterschießen)
Die Hornauer waren der erwartete Gegner – gut organisiert, aber vorne ungefährlich. Nur ein Freistoß flog in Richtung unseres Tores, sonst überschritten sie nicht die Mittellinie. In der Abwehr standen sie aber gut  und überstanden die 12 Minuten Abwehrschlacht mit Glück und Torgebälk. Da sie auch im 8-Meter-Schießen das Quäntchen Glück mehr hatten, erreichten sie das Halbfinale und später – ebenfalls im Achtmeterschießen nach 0:0 – sogar das Finale.

Halbfinale der Trostrunde: RWW – VfB Unterliederbach 2:1
Nach dem 0:1 (Nachschuss nach Freistoß) zeigten unsere Jungs ein munteres Spielchen und gewannen hochverdient. Das 1:1 erzielte Anton – ausnahmsweise in Mittelstürmerposition eingesetzt – nach Vorlage von Deniz. Furkan2 bediente Micki, der wenig Mühe hatte den Endstand herzustellen.

Spiel um Platz 5: RWW – VfB Marburg 1:0
Die Marburger haben einige sehr quirlige und kampfstarke Spieler. Sie fabrizierten auch einige gefährliche Torschüsse. Das war schön, denn Yannick hatte heute wenig zu tun gehabt und bei dem Wenigen dann auch noch etwas Pech gehabt (Achtmeterschießen). Hier konnte er mit einigen Aktionen glänzen. Noch mehr Chancen hatte allerdings RW. Micki markierte früh das 1:0. Weitere gute Möglichkeiten ließen wir aus.

Einen kleinen Anteil hatte ich auch am Erfolg, denn ich dirigierte Özkan, der heute seine bisher beste Leistung in unserer Mannschaft zeigte,  bei einem Marburger Eckball in die richtige Abwehrposition, was es ihm dann ermöglichte, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen. (Einmal im Jahr rufe ich so was rein, mein Kontingent für diese Saison ist also aufgebraucht).

Eintracht Frankfurt hatte im Viertelfinale Marburg im Achtmeterschießen besiegt. Im Halbfinale warteten die körperlich stärkeren, aber auch kampf- und spielstarken Rodheimer. Im Spiel gegen die Eintracht waren sie allerdings nicht wieder zuerkennen und ließen sich widerstandslos 0:1 besiegen. Es war wie Deutschland gegen Spanien bei der WM. Die Rodheimer erstarrten völlig unnötig in Ehrfurcht, hielten respektvoll Abstand, verkrümelten sich nach hinten, statt vorne die Bälle zu erobern -  und ließen die kleinen Frankfurter spielen, die keineswegs so sicher kombinieren wie die Weltmeister.

Ein netter Vater eines Frankfurter Spielers teilte mir ungefragt mit, dass er häufig beobachte, dass Gegner vor dem Namen Eintracht Frankfurt Angst bekämen und ihre Normalform nicht bringen könnten. Das sei, wie wenn man bei einer wunderschönen Frau plötzlich schüchtern werde.

Das Endspiel – Eintracht gegen Hornau – haben wir dann nicht mehr angeschaut. Herr Kasimir hatte nämlich den Zeitplan falsch gelesen und seiner Gattin in Aussicht gestellt, dass er gegen 15.00 Uhr nach Hause kommen würde, damit sie das Auto hätte, um zur Blockflötengruppe zu fahren. Er hatte ganz sicher keine Angst vor ihr – er versicherte mir noch einmal, dass sie ihm im Grunde aus der Hand fressen würde – drängte aber doch auf rasches Aufbrechen.

Auf der Heimfahrt lobte mich Herr Kasimir für meine heute an den Tag gelegte Milde. Schließlich hätte ich nur ein Gespräch mit einem Schiedsrichter gehabt und nur einem Spieler, dem Torhüter von Ortenberg, Zeitspiel unterstellt. (Das war auch Zeitspiel gewesen, wenn vielleicht auch kein Absichtliches.). Daher hätte ich mir die von den Spielern überreichte Medaille aus Düdelsheim auch verdient.

Am nächsten Samstag steht nach der offiziellen Saisoneröffnung der alles überragende Reinhard-Kämpfner-Cup auf dem Programm. Weil es zu wenige Turniere gibt, hat er nun selbst eines ins Leben gerufen. Da wird man dann immer nur ein Spiel Pause haben und sogar acht Spiele haben, sofern man die Vorrunde übersteht. Ein bisschen enttäuscht mich das schon. Ich hätte erwartet, dass man bei seinem Turnier immer zwei Spiele gleichzeitig hat und überhaupt keine Pausen vorkommen. Naja, so kann man sich in seinen nächsten Mitmenschen täuschen. Wie auch immer: Die neue Ära hat begonnen .

Heute aber spielten:
Yannick – Anton (4), Cameron, Deniz (2), Furkan1 (3), Furkan2 (1), Micki (3), Özkan, Derenik (1).

(mc)

Die Bildergeschichte zum Spieltag gibt‘s hier!

Die Bilder zum Turnier gibt‘s hier!

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gelesen: 1567 · heute: 2 · zuletzt am: 9. Dezember 2019

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