3. Freundschaftsspiel E1 2010/2011

Gefühlte minus fünfzehn Grad

Freund Ball läuft durch die Reihen

Für beide war es heut nicht schad

Den Gegner sich zu leihen

JSG Rosbach/Rodheim – RW Walldorf 2:3 (1:1)

Die JSG Rosbach/Rodheim war uns schon bei mehr als einem Turnier als spielstarke Mannschaft aufgefallen – zuletzt in Düdelsheim. Dort hatten wir dann die Rodheimer schon mal schonend auf unseren Besuch vorbereitet. Heute war es dann so weit: wir kamen zu einem Freundschaftsspiel. Und so wie das lief, darf man vermuten, dass das nicht das letzte Mal war.
Rodheim ist ein Stadtteil von Rosbach vor der Höhe. Rosbach dürfte vielen durch das dort ansässige Mineralwasserunternehmen ein Begriff sein. Ich z.B. habe viele Jahre mit Überzeugung Rosbacher Lemon getrunken. Das war ohne Zucker und schmeckte kräftig nach Zitrone – nicht wie bei Konkurrenzprodukten, die auch noch stolz damit warben, dass es nur nach einem „Fitzelchen“ Zitrone schmecke. Irgendwann habe ich das Rosbacher Lemon dann aus den Augen verloren, weil ich aus Kostengründen auf Leitungswasser umgestiegen bin. Man sagt ja auch, dass das besser kontrolliert wäre als das Mineralwasser. In letzter Zeit gönne ich mir wieder ab und zu ein Mineralwasser, wegen dem erfrischenden Gefühl, das die Kohlensäure erzeugt. Da bin ich dann nicht wählerisch. Bei Lidl gibt es eine Billigmarke, bei der die 1,5l-Flasche nur 29 Cent kostet. Weil ich den Anschluss an die Mineralwasserszene etwas verloren habe, weiß ich gar nicht, ob es das Rosbacher Lemon noch gibt.
So, jetzt bin ich aber ganz schon abgeschweift, und das, obwohl ich keinerlei Werbehonorare bekomme. Bei der Hinfahrt hatten wir aber Probleme, die mit dem Rosbacher Mineralwasser zu tun hatten. Von der Fernseh- oder Radiowerbung hatte ich noch die Betonung „Rossbacher“ im Ohr. Also gab ich Rossbach mit zwei „s“ ein und da hat er natürlich nichts gefunden, der Navi. Weil mein Co-Pilot Kasimir aber in seiner Jugend dort in der Gegend regelmäßig Doppelkopf (aber nur mit französischem Blatt!) gespielt hat, fanden wir die richtige Autobahnabfahrt. In einem älteren Herrn, der im Handwerkerkittel den Bürgersteig fegte, erkannte Herr Kasimir dann geistesgegenwärtig einen Ortskundigen, der uns dann auch mühelos den Weg nach Rodheim wies. Wie ich in Rodheim  noch einmal zwei Passantinnen fragte, mich beim Zurückstoßen dann nicht auf Herrn Kasimir verließ („Das müsste reichen.“) und so einen Blechschaden vermeiden konnte, walze ich mal nicht weiter aus. Es geht hier ja schließlich um Fußball.

Über sein Erscheinen hätte sich agesichts der gefühlten Temperaturen auch niemand gewundert: Der Pinguin

Über sein Erscheinen hätte sich agesichts der gefühlten Temperaturen auch niemand gewundert: Der Pinguin

Soll ich noch die vandalenmäßig zerbeulten Umkleidekabinen der nahe gelegenen Schulsporthalle beschreiben? Nein? Kennen wir aus unserer Gesamtschule? Ok, dann lass ich es weg. Auf der an Rodheim gelegenen Höhe entsteht nämlich eine großzügig angelegte Sportanlage. Ein Rasenplatz und ein Kunstrasenplatz für Jugendspiele sind schon fertig. Eine Sporthalle, diverse Beach-Volleyball-Felder und vieles mehr kommen noch hinzu. Auch die Bäume sind schon gepflanzt und unsere sympathischen Gastgeben wiesen wiederholt darauf hin, dass schon bald – „wenn die Bäume mal groß sind“ – es auch im „goldenen Oktober“ nicht mehr so kalt sein wird. Und es war erheblich kalt, weil der Platz eben auf einer Höhe im Taunus liegt, über die ein eisiger Wind fegte. Herr Royo stellte sich wieder als Sekretär zur Verfügung, weil ich vor Zittern nicht mitschreiben konnte. Ein umsichtiger Einheimischer reichte mir einen Becher warmes Wasser, damit ich die Hände wärmen konnte. Das funktionierte aber nur kurz, weil meine Hände dann anfingen, das Wasser großzügig über meine Jacke zu kippen.

Aber heute war ich nicht der einzige, der fror. Praktisch alle Anwesenden pflichteten mir da bei und auf diese Feststellung lege ich wert. Und sogar die Spieler berichteten hinterher von kalten Füßen!. Obwohl sie ständig in Bewegung waren!
Dagegen war das Spiel recht erwärmend. Die JSG Rodheim, die ebenfalls ihre Qualifikationsrunde souverän gemeistert hatte, war der erwartet starke Gegner. In den ersten drei Minuten waren sie allerdings kaum in Ballbesitz, weil unsere Kicker den Ball spanienmäßig sicher durch die eigenen Reihen wandern ließen. Die Rodheimer waren defensiv aber recht gut aufgestellt, so dass zunächst keine zwingenden Chancen erspielt wurden. Wir standen am Spielfeldrand locker durchmischt mit den durchweg netten Rodheimer Eltern, wobei wir fachsimpelten, uns gegenseitig lobten und auch ein wenig scherzten. Ein Rodheimer Vater hatte dann bei aller Bewunderung für die Ballsicherheit unserer Spieler auch die kritische Anmerkung, dass der entscheidende Zug zum Tor fehle. Die Philosophie unserer Trainer ist es jedoch, lieber die Ballkontrolle zu behalten und den Gegner laufen zu lassen. Wenn er dann nicht mehr laufen kann, ergeben sich die Chancen von alleine.
Die Rodheimer spielten dagegen zielstrebiger in die Spitze. Dabei verloren sie natürlich die meisten Bälle, hatten unterm Strich zunächst aber die besseren Chancen. Bei Freistößen half zweimal das Torgebälk. Ansonsten spielte Yannick eine Art Torwartlibero und war fast immer vor dem ansonsten frei stehenden Stürmer am Ball.
Im Laufe der Spielzeit taten sich dann auch für unserere Mannschaft die erwarteten Lücken auf. In der 17. Minute wurde Deniz an der Strafraumgrenze frei gespielt und ließ mit einem Flachschuss dem Rodheimer Torhüter keine Chance.  Mit dem Halbzeitpfiff erzielten die Rodheimer noch den verdienten Ausgleich – nach einem abgeprallten Ball aus dem Gewühl, in Folge eines Freistoßes.

In der zweiten Hälfte spielte Deniz etwas zentral defensiver, wodurch die Rodheimer seltener zu Chancen kamen und Walldorf zunächst ein Übergewicht bekam. Folgerichtig gingen wir auch 3:1 in Führung. In der 33. Minute spielte Adrian einen sehr schönen Pass in den freien Raum, so dass Deniz das 2:1 erzielen konnte. Zwei Minuten später spitzelte Adrian nach einer Micki-Ecke den Ball selbst am Torhüter vorbei in die Maschen. In der Schlussphase drängte Rodheim wieder etwas mehr und hatte – bedingt durch einige konzentrationsbedingte Fehler – einige Chancen, von denen eine auch zum Anschlusstreffer führte. Kurz vor dem Abpfiff verhinderte Yannick mit einem Reflex den Ausgleich.

Insgesamt hat sich die Reise für alle gelohnt, denn hier hatten wir einen Spielpartner auf Augenhöhe, der eine gesunde Mischung aus technischem Spiel und Einsatzfreude zu spielen pflegt. So hatte sich ein niveauvolles und faires Spiel ergeben, bei dem das Ergebnis absolut zweitrangig war.

Nach dem Spiel wunderte sich Yannick, dass Rodheim in grün gespielt hatte, und man dort rot mit „d“ schreibt. Wunderte mich aber nicht, wo sie doch Ross mit nur einem „s“ schreiben.
Der Trainer war insgesamt zufrieden, z.B. zeige Furkan1 zuletzt in der Defensive gute Leistungen, sprach aber auch Fehler an. Z.B wolle er noch flüssiger spielen. Die Bälle, die in die Spitze gespielt werden, sollten häufiger auf die nachrückenden Spieler abgelegt werden.

Für das erste Saisonspiel sieht er uns aber gut vorbereitet. Unser erster Gegner wird die SKV Büttelborn sein. Diese haben sich mit fünf bis sieben Spielern verstärkt und tatsächlich die starken Biebesheimer mit 6:1 aus dem Pokal geworfen. Es ist damit zu rechnen, dass Büttelborn neben Eintracht Rüsselsheim unser stärkster Gegner sein wird.

Weil ich jetzt mal weg muss, schreibe ich dann einfach nächste Woche weiter.

Heute aber spielten:
Yannick – Adrian (1), Anton, Cameron, Deniz (2), Derenik, Furkan1, Furkan2, Micki.

(mc)

Beim Betrachten der Bildergeschichte ist es angeraten, einen Schal anzuziehen! Auch ein heisses Getränk ist empfehlenswert.

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gelesen: 32547 · heute: 14 · zuletzt am: 24. Januar 2021

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