3. Platz beim Martinsee-Cup 2011 in Heusenstamm

Mal wird gezaubert, mal gekämpft

Wie im Leben so im Spiel

Wenn die Erwartung wird gedämpft

gibt’ es meist zu lernen viel

Der-sich-immer-als-Erster-fürs-Turnier-anmeldet“ Kämpfner von der E3 hatte sich natürlich auch für den Martinsee-Cup in Heusenstamm angemeldet. Das ist ein Turnier bei dem man sich für ein Turnier qualifizieren kann, bei dem dann ganz viele prominente Vereine mitmachen. Sieger im letzten Jahr war Bayern München. Deswegen hat der Herr Kämpfner – vielen Dank auch! – das Turnier an uns abgetreten, weil er sich so bessere Qualifikationschancen ausrechnet. Am Ende stellte sich heraus, dass es nur ein Qualifikationsturnier für ein Qualifikationsturnier für dieses besagte „Bundesliga-Turnier“ war. Nur der Turniersieger sollte mit der Qualifikation belohnt werden. Im Nachhinein bekamen wir dann die frohe Botschaft, dass die beiden Mannschaften, die heute Platz 1 und Platz 2 belegten, schon vorher ihre Startberechtigung in der Tasche hatten, und dass deswegen und damit wir den freien Turnierplatz gewannen. So gesehen war Herr Kämpfner mal wieder Sieger des Tages, was er vermutlich erst erfährt, wenn er diese Zeilen liest, denn nach dem verlorenen Halbfinale war er ins Büro gefahren. Er muss ja auch mal was arbeiten, um die vielen Startgelder bezahlen zu können.

Gespielt wurde an einer Seite mit Bande, auf große Tore, Spielzeit je 10 Minuten und mit fünf Feldspielern. Der Turniermodus war kompliziert. Es ging mit drei Vierergruppen los. Die jeweils drei Erstplazierten wurden dann auf drei Dreiergruppen verteilt. Die drei Ersten und der beste Zweite spielten das Halbfinale. Schön war, dass eine Mannschaft nicht antrat und so fünf Spiele ausfielen, wodurch wir etwas früher nach Hause fahren konnten.

1. Gruppenspiel der Vorrunde: RWW – SG Harheim Frankfurt 5:0
Die Harheimer waren nur Statisten und RWW spielte die fünf Tore mühelos heraus. Tore: Adrian, Furkan2, Furkan1, Deniz, Adil

2. Gruppenspiel der Vorrunde: RWW – Kickers Offenbach 0:4
Selten zaghaft agierten unsere Spieler in den ersten vier Minuten. Der Ball wurde am eigenen Strafraum hin- und hergeschoben, bis ein Kickers-Spieler sich jeweils erbarmte und uns ein Tor einschenkte. Nach vier Minuten stand der Endstand bereits fest.

Wie ist das zu erklären? Schließlich war es den Offenbachern im fünften Anlauf zum ersten Mal gelungen unsere Mannschaft zu schlagen. Schon der Start ins Turnier in Ingelheim war schlafmützig gewesen. Einer meinte, dass mancher Spieler vielleicvht glaubt, er müsse nur das Trikot tragen. Vielleicht ist die Mannschaft auch etwas überspielt, da die Belastungen in den letzten beiden Wochen recht hoch waren. Die Kickers waren keinesfalls stärker als der SV Wehen am letzten Sonntag. Und obwohl sie am Ende das Turnier gewannen, haben sie nur noch mühevolle Siege mit ein oder zwei Toren Vorsprung zustande gebracht.

Ähnlich wie im Halbfinale die Mannschaft aus Wieseck, spielten die Kickers körperbetont und einsatzstark. Da konnten unsere Spielerr nicht ausreichend dagegenhalten. Gegen alle anderen Mannschaften, die nicht ganz so enges Pressing spielten, wurden mühelose Siege herauskombiniert. Umgekehrt waren die Kickers und die Wiesecker nicht in der Lage die schwächeren Teams mit spielerischen Mitteln zu dominieren.
Man stelle sich das WM-Finale 2010 vor und Spanien sei körperlich und konzentrationsmäßig nicht auf der Höhe gewesen. Robben und co. hätten nach Herzenslust reingrätschen und gewinnen können. So ähnlich war das heute. Oder wie früher, als Grabi und Holz Schönwetterfußball spielten und doch öfter gegen Kloppertruppen aus Kaiserslautern oder Offenbach verloren haben.

Das 3. Gruppenspiel gegen die Wickinger aus Offenbach fiel aus, weil jene nicht gekommen waren. Vielleicht sind sie in den falschen Fjord gerudert. Who knows? – um mal das Ganze mit ein bisschen Englisch aufzulockern.

1. Zwischenrundenspiel: RWW – SG Rosenhöhe Offenbach 1:0
Rosenhöhe hat einige schnelle und quirlige Spieler. Sie waren aber nicht stark genug, sich durchzusetzen und kamen insgesamt nur auf einen harmlosen Schuss aufs Tor. Das Spiel fand hauptsächlich in der Offenbacher Hälfte statt. Einige Chancen wurde geduldig erspielt. Der Treffer von Adil reichte zum Sieg.

2. Zwischenrundenspiel: RWW – FC Teutonia Hausen 9:0
Hausen hatte ebenfalls 1:0 gegen Rosenhöhe gewonnen. Hier waren die Teutonen aber nur Stangen in einem Riesenslalom ohne Schnee.
Tore: Adil (2), Micki (2), Ron (2, u.a. ein sehr schöner Weitschuss), Deniz, Adrian, Eigentor Hausen

Kaum jemand zweifelte daran, dass man nun das Halbfinalspiel gegen Wieseck gewinnen würde. Schließlich hatte man sie erst vor zwei Wochen in Rodheim mühelos mit 4:1 besiegt.

Halbfinale: RWW – TSG Wieseck 0:2
Ganz so schlecht wie gegen die Kickers sahen wir nicht aus. Bis zum 0:1 in der 5. Minute hatten wir die besseren Chancen und mit einem Pfostenschuss auch etwas Pech. Dann standen die Wiesecker aber recht robust und sicher in der Abwehr und ließen kaum noch etwas zu. Es ergaben sich zwangsläufig Konterchancen für sie, von denen sie eine nutzten.

Spiel um Platz 3: RWW – SG Harheim Frankfurt 7:0
Die Harheimer hatten es tatsächlich bis ins Halbfinale geschafft, wo sie den Kickers 1:3 unterlegen waren und dabei nicht chancenlos waren. Einem spielstarken Gegner lassen sie aber zu viel Platz und so waren sie, wie in der Vorrunde, chancenlos.
Tore: Furkan1, Furkan2, Deniz (2), Adrian, Micki, 1 Eigentor von Harheim.

Im Endspiel sah auch Herr Scheible das von mir prognostizierte “Getrete”. Fouls und Schwalben und am Rande schlechtes Benehmen, das aggressives Gebaren von Erwachsenen zur Folge hatte. Gelegentlich durfte man sogar eine Klopferei befürchten.
Zunächst fielen Anhänger der SG Rosenhöhe, die unten auf der Tribune saßen, zwei Meter von Spielfeldrand entfernt, dadurch auf, dass sie einige Biere wegschluckten. Dergleichen habe ich bei Jugendfußball-Turnieren in vier Jahren noch nicht gesehen. Vielleicht förderte die alkoholische Substanz die Befreiung von Aggressionen, denn manchmal musste einer der Herren von seinen Trinkmitarbeitern daran gehindert werden, einen Faustkampf mit Anhängern anderer Mannschaften einleiten.
Die Abteilung aus Groß-Ostheim fiel – ganz ohne ersichtlichen Alkoholgenuss – nur lautes Mitteilen eigener Gefühle der Wut und des Hasses auf, z. B. gegen die Schiedsrichter. Nach einem Spiel kickte ein OFC-Spieler eine volle Wasserflasche in einen Pulk aus Groß-Ostheim, was dort natürlich wieder lautes Schimpfen auslöste und ein Silberrücken aus Groß-Ostheim lief drohend in Richtung Kickers. Der Kickers-Betreuer stellte sich schützend vor seinen Spieler und zeigte zusammen mit dem Groß-Ostheimer eine Art Revierkampf-Ritual.
Nach dem Abpfiff des Endspieles trat ein Offenbacher Spieler noch einmal einen Wiesecker von hinten um. Auch hier wurde der Offenbacher von seinem Trainer geschützt, der wiederum ein Drohritual mit einem Wiesecker Trainer ausführte.
Vielleicht machen die Kickers-Spieler ja einen internen Wettkampf, bei dem es darum geht, die Betreuer in möglichst viele Kämpfe mit anderen Erwachsenen zu schicken (Anschreien: 1 Punkt, Prügelei 3 Punkte).

Die Turnierleitung pflegte einen durchgehend freundlichen Dialog mit uns Walldorfern, die wir in unmittelbarer Nähe saßen und fragten auch bedauernd nach dem Grund unseres Leistungsabfalles im Halbfinale. Wenigstens sie sagten aber bei der Siegerehrung, sie hätten ein gutes Finale gesehen.

Morgen ist das Endturnier des Kreis-Pokales Groß-Gerau. Wie im letzten Jahr sind die drei schwächsten Mannschaften zusammen mit Biebesheim in einer Gruppe, so dass wir diese wieder im Endspiel erwarten dürfen. Wir haben mit Groß-Gerau, Büttelborn und Klein-Gerau die größeren Brocken. Weil es kein Halbfinale gibt und die Gruppensieger direkt ins Finale gehen, dürfen wir uns keinen Ausrutscher leisten. Bei der aktuellen Verfassung ist Skepsis angebracht.

Das Qualiturnier für das „Bundesliga-Turnier“ findet dann irgendwann im April unter freiem Himmel statt. Wenn der Akku dann aufgeladen ist, ist alles möglich.

Heute aber spielten:
Yannick – Adil (4), Adrian (3), Cameron (2), Deniz (4), Furkan1 (2), Furkan2(2), Micki (3), Özkan. Je 1 Eigentor von Harheim und Hausen.

 

Und das schreibt die TSG Wieseck

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gelesen: 2908 · heute: 7 · zuletzt am: 21. Oktober 2020

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