Eltern Kinder, Teil 1

Aufgalopp beim Eltern / Kinder – Vergleich 2011

Erst heute ist der Autor dieser Zeilen wieder in der Lage, halbwegs schmerzfrei einen Bericht darüber zu verfassen, was zunächst als “Training” angekündigt war. Geendet ist es in einem verbissen geführten Generationenkonflikt mit ungewissem Ausgang. Aber der Reihe nach: Pünktlich um 15.03 Uhr fanden wir uns in der gut geheizten Feuerwehrhalle der Stadt Walldorf ein. Damit waren wir auch die Letzten und mussten uns folglich ein wenig sputen. Hier konnte ich Anton gegenüber bereits den ersten Punktsieg landen, ein Fingerzeig für den weiteren Tagesverlauf? Auf den ersten Blick schienen ausreichend Spielerväter anwesend zu sein, schnell war daher klar, dass es zu einem kleinen Spielchen in “aller Freundschaft” kommen sollte. Aufwärmen bestand bei den Akteuren, deren Geburtsjahr mit “19″ beginnt, in ein paar unbrauchbaren Flanken und reichlich sinnlosem Gebolze neben das Tor. Was die Jungs während dessen veranstaltet haben, entzieht sich meiner Kenntniss, ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den Tunnelblick. Die einzige Ausnahme bildete hierbei selbstverständlich Vater Kohm, er plante das Ganze generalstabsmässig und absolvierte vorab lediglich einen Halbmarathon (in persönlicher Rekordzeit, wie er mir anvertraute). Vernünftig, sich vorher nicht zu verausgaben, da erkennt man den Vollblutsportler und Wettkampftypen.

Los ging’s in folgender Aufstellung (Väter): Beisler (trotz Knieblessur, Chapeau) – Kohm, Diehl, Kasimir, Neway, Scheible, Karabulut

Eine tolle Mischung also aus Hochleistungssportlern (Kohm, Diehl), Rekonvaleszenten (Beisler), adipösen (Kasimir) und international erfahrenen Kräften (Scheible, Neway, Karabulut). Da mit 5+1 gespielt wurde, verfügten wir sogar über einen Auswechselspieler, was bei der geplanten Spielzeit von 60 Oralminuten (120 Minuten Realzeit) auch nicht zuviel erschien. Die Gegenseite agierte mit zwei Blöcken und festem Torwart (Matti, Schulfreund von Deniz und Ron wenn ich das richtig verstanden habe). Los ging’s: Die Väter erwischten den besseren Start und konnten durch einen Kraftakt des Schwabenpfeils Scheible den ersten Treffer der Partie setzen. Dieser wurde ausgiebig gefeiert, was unsere jungen Gegner scheinbar aus dem Konzept brachte, sodass wir auf 2:0 erhöhen konnten. An die weitere Torfolge kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern, lediglich an häufig wechselnde Führungen, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Prinzipiell war das Spiel der Kinder auf Ballbesitz ausgelegt (im Spielverlauf gefühlte 70%), das Spielgerät zirkulierte in deren Reihen häufig über 10 und mehr Stationen, ohne dass ein Erwachsener diesen berühren durfte. Unser Spiel war zielstrebiger ausgerichtet: ein langer Schlag nach vorne, Herr Neway verteilte und Herr Karabulut vollstreckte. So war das Grundkonzept. Es war aber früh zu erkennen, dass es ein enges Spiel werden würde, bei dem auf der Väterseite der ein oder andere läuferische Mangel hin und wieder durch etwas robusteren Körpereinsatz wettgemacht wurde. Aber auch hierbei bewiesen unsere Sprößlinge durchaus Nehmerqualität, im Gegenteil, ich erinnere mich sogar an ein absichtliches Foulspiel an mir, welches allerdings nicht geahndet wurde. Naja, war ja kein Schiedsrichter anwesend, man hätte das aber pfeifen müssen. Ich überlegte kurz, ob dies einen geeignete Anlass zum Spielabbruch bieten könnte, entschied mich aber dafür, weiterzumachen. Inzwischen nahm die Frequenz auf unserer spärlich besetzten Auswechselbank merklich zu. Kaum hatte

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man sich kurz hingesetzt, hechelte auch schon der nächste Kandidat in Sauerstoffschuld herbei. Bei den Jungs bemerkte ich, dass sie auch in ihren Auswechselpausen durch die Halle tobten. Das halte ich auch im Nachhinein immer noch für eine grobe Unsportlichkeit. Nun gut, im Spielverlauf waren die Kinder nun erstmals etwas davongezogen, sie führten mit drei Toren, was auf der Seite der Väter doch einen gewissen Ehrgeiz entfachte. Nun wurde hin und wieder der ein oder andere Gewaltschuss eingestreut und es gelang, den Vorsprung zu egalisieren. Mir selbst gelang nach dieser kritischen Phase mit allerletztem Einsatz gar der Führungstreffer für die Väter. Dies nahmen wir zum Anlass, unser letztes As zu ziehen, nämlich den Abpfiff pünktlich nach  102 Minuten zu verkünden. Die Väter waren sich einig, aber was war da auf der Gegenseite los? Tumult, Protest, Geschrei…. Unser Bluff war aufgeflogen, also sagten wir zu, bis 17.00 Uhr weiter zu spielen. Die Diskussionspause hatte uns ganz gut getan, diesmal zogen wir um sage und schreibe 4 Tore davon und sahen uns trotz nahender Ohnmacht schon als sichere Sieger. Ein typischer Fall von denkste. Sieben Tore in Folge erzielten die 2000er, wir waren praktisch geschlagen. Mit eisernem Willen, die vielbeschworenen Primärtugenden auspackend drehten wir den Spieß doch nochmal. Dachten wir, die Kinder warfen uns dagegen vor, zu früh das Feld geräumt zu haben, unser Pech, wenn das Tor dann leer ist. Sie haben dann noch ein Tor geschossen und aus ihrer Sicht ebenfalls gewonnen. Oder war es doch andersherum? Keine Ahnung, ein denkwürdiges Spiel ging also mit einem verdienten Sieger zu Ende. Auch wenn unklar bleibt, wer das nun war. Mit wurde ohnehin schwarz vor Augen, die Jungs kickten dann noch ein bisschen untereinander…..

In zwei Wochen geht es dann aber richtig zur Sache, dann sind die All-Stars Herr Oral, Herr Duran, Herr Royo und Herr Cezanne hoffentlich auch mit von der Partie. Dann wollen wir doch mal sehen…

Heute aber spielten
Matti – Anton, Deniz, Ron, Micki, Felix, Adrian, Furkan2, Malte, Tristan, Lorenz

gelesen: 2078 · heute: 3 · zuletzt am: 22. Januar 2020

1 Antwort zu “Eltern Kinder, Teil 1”

  1. Markus Diehl 21. Feb, 2011 am 08:48 #

    Die Ü40-Väterauswahl sollte sich vor dem nächsten Vergleich einem Sondertraining bei Herrn Oral unterziehen. Ansonsten dürften die “alten Herren” kein gleichwertiger Gegner für unsere Jungs sein. Werde versuchen, die Woche heimlich bei uns auf dem Waldbolzplatz Pass- und Schiessübungen zu machen…..

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