Speuzer-Oster-Cup am Ostermontag

Heiß brennt die Äquatorsonne

Ostermontag zwischen Gärten

Unser Spiel ist heut ne Wonne

Keiner liest sie: unsre Fährten

Turniersieg bei den Sportfreunden Frankfurt

Weil ich aus familiären Verflechtungen besonders unserem Torhüter verbunden bin, hatte ich mich gerade auf diese Turnier gefreut: durch die Bank renommierte Vereine, Tabellenführer in ihren Ligen – im Dutzend billiger. Kein Kanonenfutter weit und breit. Da würde unser Keeper doch etwas zu tun bekommen. Wenn „etwas“ mehr als nichts ist, stimmte dies auch. Viel mehr als nichts war es allerdings nicht. Die Mannschaft präsentierte sich heute noch einmal verbessert und hatte keine Mühe, alle Spiele sicher zu gewinnen. Das war auch deswegen überraschend, weil gleich vier Spieler (Adil, Cameron, Deniz und Derenik) schon am Ostersonntag in der Mannschaft von Reinhard meldet-sich-immer-als-Erster-beim-Turnier-an-hat-dann-aber-keine-Spieler Kämpfner ausgeholfen hatten und bei einem großen Turnier einen guten dritten Platz erspielt hatten. Sinnvoller wäre es im Nachhinein gewesen, gleich auch unseren Torhüter mit auszuleihen, denn dann hätte er vielleicht mal was zu halten bekommen.

Bedeutend war der Tag allerdings vor allem, weil es für Herrn Kasimir eine Reise in die geheimnisvolle Welt der Vergangenheit war. Geheimnisvoll ist die Vergangenheit allerdings weniger für Herrn Kasimir, sondern für uns andere, die damals nicht dabei waren. Doch unter Einsatz aller legaler psychologischer Tricks, ist es mir gelungen, wenigstens einen Zipfel des Schleiers zu lüften.  Ein unbekannter Spielerberater hatte ihn ein Jahr vor der E-Jugend den Weg in die damals recht starke Mannschaft der Speuzer gewiesen. Immerhin konnte Herr Kasimir  seine Mitspieler in der E1, Richard  Walz und Achim Völker zu späteren Bundesliga-Profis und  deutschen A-Jugend-Meistern formen. Und über den Feldern des mitten in einem Kleingartengelände gelegenen Hartplatzes hing immer der Geruch verbrannter Gartenabfälle und zielte man zu hoch, so musste man ungezählte Gartenzäune überwinden, um den Ball wieder zurück zu holen. Auf diese Weise wurde Herr Kasimir zum Wegbereiter der Sportart Parkour. Hach, und all die alten Gebäude standen noch da! Und das alte Kreidewägelchen! Der Geruch alter, feuchter Socken in den Umkleidekabinen! All das kam ihm sehr bekannt vor und da hatte sich die Reise doch schon vor dem Turnierbeginn gelohnt.

So schön, da sollte man noch ein zweites mal hinschauen: das RWW2000-Ei

So schön, da sollte man noch ein zweites mal hinschauen: das RWW2000-Ei

Gespielt wurde in vier Vierergruppen, Spielzeit je 15 Minuten. Die Gruppenersten kamen direkt ins Halbfinale. Gespiel wurde auf zwei Kunstrasenplätzen, was einem Mannschaften/Spiel-Quotienten von 4 ergibt: also ein Spiel spielen und dann drei Spiele aussetzen. Ich finde, das ist zuviel, aber immerhin war die Bratwurst gut. Und das war durchaus eine Leistung, denn den großen Schwenkgrill musste ein Mann alleine bedienen und das sah man ihm am Ende auch an. Eine einzigartig kurze Wartezeit gibt es übrigens beim Reinhard-Kämpfner-Turnier (MS-Q: 2!).

1. Gruppenspiel: RWW – Hassia Bingen 2:0
Bingen liegt irgendwo zwischen Binger Loch und Weinbergen und ist ebenfalls Tabellenführer der dortigen Liga. Adil schoss ein frühes Tor. Dann setzte sich Derenik mit einem schönen Schuss von Halbrechts zum 2:0 in Szene. Dann gabs noch ein bißchen Schaulaufen.
Bingen machte keineswegs einen schlechten Eindruck und es spricht für die Klasse des Starterfeldes, dass sie am Ende nur der 15. Platz belegen konnten. Der FSV Frankfurt war übrigens mit seinen 2001ern am Start, die auch nur 14. wurden.

2. Gruppenspiel: RWW – FSV Bad Schwalbach 4:0
Bad Schwalbach ist hinter dem SV Wehen Zweiter in der Rheingau-Taunus-Liga und hatte das ersten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Rot-Weiss Frankfurt gewonnen. Sie hatten auch die erste Chance, die Yannick im Eins-gegen-Eins entschärfen konnte. Danach wurden die Tore anscheinend mühelos leicht und schön herausgespielt. Tore: Agil (2), der heute sehr adil, nein, falsch: Adil, der agil war und auch spielerisch immer besser mit den anderen harmoniert. In die Spitze gehen, Ball prallen lassen, Nebenmann sehen, Tor auflegen und was halt so gefragt ist. Micki und Furkan1, die für die anderen beiden Treffer verantwortlich zeichneten, standen allerdings nicht nach.

3. Gruppenspiel: RWW – RW Frankfurt 3:1
RW Frankfurt ist immerhin Fünfter in der starken Frankfurter Liga (hinter Eintracht, FSV, Germania und Goldstein), hatte aber selbst einen Strafstoß nicht verwerten können im torlosen Spiel gegen Hassia Bingen. Damit hätte uns bei einer sehr hohen Niederlage nur noch Bad Schwalbach überholen können.
Unsere Mannschaft spielte daher etwas mit angezogener Handbremse. Trotzdem war das heute für die Rot-Weissen aus Frankfurt zu schwierig. Einige Chancen ließ man zunächst liegen. Dann schob Furkan1 überlegt ein. Micki mit Distanzschuss – heute eine Seltenheit – erhöhte auf 2:0, ehe der unvermeidliche Adil wieder das letzte Wort haben musste.
Nicht ganz richtig: mit dem Schlusspfiff erzielten die Frankfurter mit einem Freistoß Marke Dr. Hammer den Ehrentreffer.

Man hatte dann eineinhalb Stunden Pause, die man mit Wurst, Schattensuche und einigen albernen Spielchen über die Runden brachte. Und wer sich langweilte konnte ja immer noch Fußball kucken, denn das, was die anderen Mannschaften boten, war ebenfalls sehenswert.

Halbfinale: RWW – SV Sandhausen 3:1
Der SV Sandhausen ist sicherlich allen bekannt als gelegentlicher Regional- und Drittligist, sowie als VfB-Stuttgart-aus-dem-DfB-Pokal-Werfer. Auch die Nachwuchskicker präsentierten sich entsprechend spiel- und kampfstark.
Es fällt mir heute im Nachhinein aber wirklich schwer, die einzelnen Spiele von einander zu unterscheiden. Sie glichen sich wie ein Osterei dem anderen. Bereits mit dem ersten Angriff verwertete Micki eine wunderbare Kombination elegant und sicher. Sandhausen hat zwar einen starken Torhüter. Wenn man aber aus guter Position gezielt in die Ecken schießt, kann er halt auch nicht mehr viel retten. Adil – wer sonst – netzte zum 2:0 ein und legte Deniz anschließend noch das 3:0 auf. Als man Sekunden vor dem Schlusspfiff in der Abwehr das spielen kurzzeitig einstellte, kam Sandhausen zum Anschlusstreffer.
Es ist bezeichnend, dass Trainerfuchs Oral direkt nach dem Schlusspfiff deswegen reichlich sauer war. Aber wie sagt er immer so schön? Von nichts kommt nichts.

Im 2. Halbfinale standen sich der SV Darmstadt 98 und der FSV Waiblingen gegenüber. In einem sehr spannenden und besonders von den Lilien körperlich intensiv geführten Spiel (zahlreiche Freistöße) setzten sich die Waiblinger knapp aber verdient mit 2:1 durch.

Finale: RWW – FSV Waiblingen 5:0
Vielleicht waren die Waiblinger ja etwas müde: lange Anreise, brütende Hitze, hartes Halbfinale. Vielleicht lag es ja auch an unserem Spiel, dass sie hier so gar nicht in die Zweikämpfe kamen. Der Ball zirkulierte über Breite und Tiefe des Spielfeldes und es gab immer zumindest eine Anspielstation, manchmal auch drei oder zehn.
Auch das Toreschießen schob man nicht auf die lange Bank. Furkan1 war auf links freigespielt worden, zirkelte aufs lange Eck, Adil schiebt den Abpraller rein. Dann trifft Micki nur die Unterkante der Latte. Aber nur wenig später zielte er dann in die Maschen. Die Trainer wechselten permanent durch und ließen die Spieler die Positionen tauschen, ohne dass sich irgendwas am Spiel änderte. So ähnlich muss ein Ballett von Gurdjieff gewesen sein. Besonders sicher und übersichtsstark war Ron, der auch in diesem Spiel Yannick kaum etwas zu Tun übrig ließ. Zweimal Adil und Deniz erhöhten auf 5:0.
But see you self (- wobei du am besten den Film auf Bildschirmgröße bringst – Feld rechts unten anklicken – sonst siehst Du´s eben nicht oder kaum.)

Im Video sieht man auch, dass man hier eigentlich nicht nur Assistpunkte vergeben sollte, sondern auch Punkte für den Assist zum Assist – oder sogar noch für den Assist zum Assist zum Assist, denn das sind hier meist die schönsten Bälle:

Tor1: Deniz Anspiel auf Furkan1; Tor 2: Furkan2s Balleroberung und Furkan1 Sofortweitergabe an Adil; Tor3 Rons Ausflug zum linken Flügel mit Flanke auf Furkan1; Tor4: Antons tödlicher Pass in den Lauf von Deniz.

 

Der Turnierleiter sagte hinterher, die „Überraschungsmannschaft“ habe gewonnen. Der Trainer aus Klein-Karben mochte da nicht zustimmen. Er meinte, dass das langsam langweilig würde mit uns.

Und was sagen wir? Danke, Sportfreunde Frankfurt für das schöne Turnier. Und: Morgen Training von 10.00 – 12.00 Uhr – in alter Frische.

Heute aber spielten:
Yannick – Adil (8 Tore), Anton, Cameron, Deniz (2), Derenik (1), Felix, Furkan1 (2), Furkan2, Micki (4).

Eine kleine Ostergeschichte

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gelesen: 3765 · heute: 4 · zuletzt am: 12. April 2021

3 Antworten zu “Speuzer-Oster-Cup am Ostermontag”

  1. Reinhard 01. Mai, 2011 am 22:57 #

    Hallo,

    nachdem ich keine andere Möglichkeit gefunden habe, hier auf diesem Weg meinen herzlichen Glückwunsch zum deutlichen Sieg des Kreispokals. Das Warten auf den Bericht dauertt mir einfach zu lang. Bin halt auch ein SchnellGratulierer.

    Macht weiter so.

    Reinhard

  2. Manfred C. 01. Mai, 2011 am 23:22 #

    Lieber Reinhard,

    was soll ich denn dazu jetzt sagen?
    Hier an dieser Stelle sollte eigentlich zum Gewinn des Speuzer-Cups gratuliert werden.
    Wir alle würden uns aber sehr freuen, wenn du nochmal gratulierst, wenn der Kreispokalbericht fertig ist.

    Grüße

    Manfred

  3. Reinhard 02. Mai, 2011 am 09:11 #

    Lieber Manfred,

    dann gratuliere ich natürlich auch noch zum Gewinn des Speuzer-Cups. Das hatte ich ja völlig vergessen. Bei euren vielen Turniersiegen kann das schon mal passieren. Aber mit meiner Gratulation zum Gewinn des Kreispokals konnte ich einfach nicht länger warten. Dazu bin ich halt zu ungeduldig. Das hole ich aber dennoch nach wenn der Bericht fertig ist.

    Gruß
    Reinhard

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