13. Meisterschaftsspiel in der Kreisliga 2010/11

Rollt der Ball erst über Rasen

Setzt er gar zum Flug dann an

Nahn herbei schnell alle Nasen

Sonne lugt froh übern Tann

RW Walldorf – Eintracht Rüsselsheim 8:3 (3:1)

Unser Torwart leidet seit zwei-drei Wochen unter Fußschmerzen.  Deswegen hatte er auch am Donnerstag den Schulsport abbrechen müssen und im Training gefehlt. Klar, dass er heute auch nicht spielen sollte, denn spielen sollen die, die auch  trainiert haben.
Der Orthopäde hat nun Einlagen verordnet, aber kein Sportverbot erteilt. Weil angesichts der  kommenden Aufgaben Schonung nicht angeraten schien, sollte er das Aufwärmtraining vor dem Spiel mitmachen.

Vor ungefähr 25 Jahren hatte ich übrigens auch mal Schmerzen. Nicht im Fuß, sondern im Hüftgelenk. Nachts im Bett umdrehen war von schmerzhaftem Aufwachen begleitet. Treten gegen den Ball provozierte ebenfalls heftige Schmerzreize. Ein damals lokal bekannter Orthopäde,  wollte erstmal sein Röntgengerät abbezahlen. Die Röntgenassistentin wies mich an, „gerade“ zu stehen. Das versuchte ich, hätte aber nicht schwören können, dass ich 100%-ig gerade stehe. Versucht das mal, da kann man gar nicht so sicher sein. Der Arzt studierte die Röntgenbilder und kam zum Ergebnis, dass meine Beine um 3 Millimeter unterschiedlich lang seien. Einlagen, Tabletten, nur noch geradeaus laufen, kein Brustschwimmen, später wahrscheinlich Operieren. Weil mir das Ganze nicht einleuchtete, suchte ich einen zweiten Orthopäden auf. Dieser begutachtete die Länge meiner Beine direkt am lebenden Objekt und kam zum Schluss, dass die Beine für ihn gleich lang seien. Dann renkte er das blockierte Iliosakralgelenk ein und am Abend jagte ich schon wieder das runde Leder über den Rasen.

Nur keine Sonnenbrand riskieren: Die Rot-Weißen klugerweise in langen Trikots!

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Erst seit ein paar Wochen habe ich wieder Hüftgelenkprobleme. Es tut zwar nicht weh, aber beim Treppensteigen höre ich es. Es klingt in etwa so, wie wenn ein Gürteltier über ein Kiesbett läuft. Kürzlich erzählte mir nämlich jemand, dass es in Costa Rica Gürteltiere gibt. Und wenn man sich dort ein Haus mit Kiesweg mietet, kann es passieren, dass man nachts wach im Bett liegt und hört, wie Leute über den Kies laufen. Ist man dann mutig und schaut nach, sind es aber gar keine Leute, sondern Gürteltiere.
Also habe ich wieder einen Termin beim Orthopäden gemacht. Und zwar beim selben, bei dem ich vor eineinhalb Jahren wegen meiner Schulter war. Ich hatte diesen Arzt damals ausgesucht, weil er Mannschaftsarzt der Frankfurt Skyliners (Basketball-Bundesliga) ist. Er hatte mich dann an eine gute und geduldige Krankengymnastin überwiesen, die mein Schülterchen wieder in die Reihe gekriegt hat.
Bis ich nun wegen meines Hüftgelenks vorsprechen darf, muss ich bis November warten. Der Nachteil ist nämlich, dass ich kein Basketball-Bundesliga-Spieler bin.
Ähnliches ist mir mal bei einem Sportarzt widerfahren. Im Wartezimmer hängt – hinter Glas – ein Trikot von Patrick Ochs. Partick Ochs – den ich übrigens auch mal bei Saturn gesehen habe – hatte noch eine Widmung reingeschrieben: „dem besten Arzt der Welt“. Als ich im Sprechzimmer des besten Arztes der Welt saß, richtete ich folgende einleitende Worte an ihn: „Ich habe zwei Probleme.“ Darauf der Arzt: „Eins.“ Ich: „Bitte?!“ Er: „Ich habe nur für ein Problem Zeit.“ Wäre ich Patrick Ochs gewesen, hätte er wahrscheinlich gesagt: „Wie?! Nur zwei Probleme? Lieber Herr Ochs, ich habe unendlich viel Zeit für alle ihre Probleme. Überlegen Sie noch mal genau, ob es nicht vielleicht ein paar mehr sind.“

Weil Yannick also kein Sportverbot hat und Schonung ja immer auch mit rapidem Muskelabbau verbunden ist, war ich doch dafür, dass er sich ein bisschen fordert. Es gibt ja schließlich auch eine große Orthopädenfraktion, die aus eben diesem Grund, und weil es überhaupt gesund ist, Barfußlaufen empfiehlt. Die gepolsterten und gefederten Schuhe fangen zwar Erschütterungen auf, führen aber auch zur Verweichlichung. Auf dem Fußballplatz sollte man eher nicht barfuß laufen. Selbst die Inder umwickeln da ihre Füße.

Da Yannick nun mal da war, griff Herr Kämpfner von der E3 beherzt zu und stellte ihn im Spiel gegen den Spitzenreiter Eintracht Rüsselsheim 2 ins Tor seiner Mannschaft, wodurch Yannick sogar ein bisschen mehr zu tun hatte als gewöhnlich. Fast wäre der Schachzug auch aufgegangen, denn die E3 verlor nur 1:2, zeigte ein gutes Spiel und hatte auch etwas Pech. Nach Aluminiumtreffern hätte man nämlich 3:1 gewonnen.

Aufgrund dieser Umstände verfolgte ich das E1-Spiel über weite Strecken nur aus den Augenwinkeln. Bis zum 2:0 war ich allerdings konzentriert dabei. Beim 1:0 verzichtete Furkan1 sehr schön auf den Torschuss und legte dem noch besser postierten Adil auf. Beim 2:0 bekam Adrian den Ball sehr schön von Deniz in den Lauf gespielt und schob den Ball überlegt ins lange Toreck. Dann das 1:2, bei dem Torhüter Derenik chancenlos war. Dann ein merkwürdiger Strafstoß für Eintracht. Derenik hechtete in die linke Ecke, der Schütze schob in die Mitte des Tores. Merkwürdigerweise ließ der Schiri aber wiederholen. Derenik hatte keine Lust mehr, sich völlig grundlos auf den Boden zu schmeißen und blieb stehen. Der Schütze schob wieder in die Mitte und da hatte er Pech gehabt.
Herr Royo übernahm dann das Protokoll, weil ich ein bisschen mehr bei der E3 zuschaute. Den 3:1-Pausenstand erzielte Ron auf Vorlage von Adrian. Halbzeit 2 begann wie Halbzeit 1. “Spinnennetzartiger Angriff” (Frau Choukairi, höre Film)

 

von Rot-Weiss – Furkan1 hätte wiederum das Tor erzielen können, legte sicherheitshalber aber wieder Adil das Tor auf: 4:1. Das 5:1 sah ich aus den Augenwinkel: Fackel von Ron aus der 2. Reihe. Dann Pass von Ron auf Furkan1: 6:1. dann nochmal Pass Ron: diesmal auf Furkan2 – es soll ja gerecht zugehen – : 7. Tor. Und wegen besagter Gerechtigkeit durfte Ron das 8. Tor dann auch wieder selbst schießen.
Wann Rüsselsheim die beiden Treffer in der 2. Hälfte erzielte, weiß ich nicht. „Le titɑ̃“ (Tristan) stand zwischen den Pfosten. Yannick will beobachtet haben, dass er sich bei einem Gegentreffer sehr geärgert habe, weswegen er vermute, dass das Tor vielleicht zu verhindern gewesen wäre.

Herr Royo war jedenfalls besonders mit seinem eigenen Sohn zufrieden, und die Scorerstatistik gibt ihm Recht. Er habe endlich mal so gespielt, wie er ihm das schon immer erklärt habe. Ich glaube, ich werde mir auch mal von Herrn Royo erklären lassen, wie man Fußball spielt. Furkan2 habe viele tödliche Pässe gespielt und auch Furkan1 habe ihn überzeugt. Das Spiel sei viel besser gewesen als das gegen Opel, aber noch nicht so stark wie die Auftritte in den Osterferien.
Herr Oral war weniger zufrieden. Die Fehlpassquote sei noch immer viel zu hoch gewesen.

Nächste Woche gibt’s einen lockeren Rundenausklang gegen Mörfelden und dann geht der Spaß erst richtig los: Kreismeisterschaftendspiel, Regionenpokal, Bezirksmeisterschaft, Tirol, Heimturnier und vielleicht sogar Hessenmeisterschaft. Über die einige Termine wird im Kreis und im Bezirk noch angestrengt nachgedacht.

Heute aber spielten:
Derenik (1.HZ. im Tor), Tristan (2. Hz. im Tor) – Adil (2 Tore), Adrian (1), Cameron (3), Deniz, Furkan1 (1), Furkan2 (1), Lorenz, Malte.

Noch nicht genug? Also gut: Ein paar Bildchen

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gelesen: 2788 · heute: 3 · zuletzt am: 30. Mai 2020

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