Regionenmeisterschaft 2010/11

Hitzewellen backen Spieler

Rennen über Gummikohlen

Trainer bell’n in Nacken vieler

Wer wird hier den Titel holen?

Regionenmeisterschaft in Michelstadt

Beinahe sämtliche Sportgroßereignisse finden im Odenwald statt. Egal welche Sportart. Tischtennis, Handball, Fußball. Die Fußballregionenmeisterschaft findet daher natürlich auch im Odenwald statt – und zwar in Michelstadt. Das sind beinahe 70 km und dauert auch beinahe 70 Minuten bis man dort ist. Künstlerpech ist, dass man an zwei Tagen anreisen muss.
Qualifiziert sind die beiden besten Mannschaften der Landkreise Bergstraße, Darmstadt, Dieburg, Groß-Gerau – und natürlich der Odenwald.
Gespielt wird in zwei Gruppen à 5 Mannschaften – jeder gegen jeden. Spielzeit je 20 Minuten. Die jeweiligen beiden Erstplatzierten tragen ein Halbfinale aus. Die Halbfinal- und Finalspiele dauern je zweimal 15 Minuten. Das ergibt für die beiden Finalisten eine Gesamtspielzeit von 2 Std. und 20 Minuten. Und das ist nach den Bestimmungen zu viel, als dass das an einem Tag gespielt werden dürfte. Deswegen werden die ersten beiden Gruppenspiele am Samstag ausgetragen – der Rest dann am Sonntag. Das bedeutet allerdings auch, dass man die Strecke insgesamt viermal fahren darf.
Aus sportlichen Gründen sind die relativ langen Spielzeiten zu begrüßen. Mit einer Modusänderung könnte man das Programm aber auch auf einen Tag eindampfen. (z. B. Vorqualiturnier der jeweiligen Zweiten; nur der beste Zweite spielt beim Regionenturnier; 2 Dreiergruppen jeder gegen jeden, die beiden Ersten bestreiten das Finale; Spielzeit jeweils 2 mal 15 Minuten – nur mal so als Beispiel).

In unserer Gruppe spielten die beiden Ersten der Kreise Dieburg und Odenwald (SV Münster und Steinbach) und die beiden Zweiten der Kreise Bergstraße und Darmstadt (Starkenburgia Heppenheim und SV Darmstadt 98 U10).
Wir konnten uns zuerst unsere Gegner anschauen, da wir erst im dritten Spiel ins Geschehen eingriffen. Münster gewann zuerst gegen Steinbach mit 2:0, später gegen Heppenheim mit 5:1, zeigte sich als spiel- und kampfstarke Mannschaft und zählt sicher zu den Titelanwärtern.
Darmstadt 98 tritt mit dem jüngeren Jahrgang an und war den Heppenheimern deutlich überlegen, vergaben aber leichtfertig viele Torchancen. Heppenheim nutzte die wenigen Chancen gut und erreichte so ein 2:2.

1. Gruppenspiel: RWW – Steinbach 10:0
Schon mit dem ersten Angriff erzielte Furkan1 die Führung. Dann taten sich die Jungs etwas schwer – so blöd das klingt. Steinbach schoss dreimal auf unser Tor, verfehlte zweimal und scheiterte einmal an einer Flugeinlage von Yannick. Dann wurde Steinbach doch noch schwindelig gespielt. Die weiteren Tore: Adil, Micki, Adrian, Adil, Micki, Micki, Micki, Deniz, Furkan2.

2. Gruppenspiel: RWW – SV Darmstadt 98 2:0
Nach dem Spiel konnte man schimpfende Trainer beobachten. Der Darmstädter Betreuer haderte lautstark mit dem Schiedsrichter – warum war mir zunächst ziemlich rätselhaft. Später erfuhr ich, er sei der Meinung gewesen, dass er uns einen falsch ausgeführten Einwurf habe durchgehen lassen. Herr Oral vermisste Passsicherheit, Laufbereitschaft und Tempo. Man habe ein schlechtes Spiel gemacht – allerdings fand das Match in brütender Mittagshitze statt und der eine oder andere hätte eine längere Verschnaufpause gebraucht.
Ich habe das Spiel gefilmt und mir mal den Spaß einer statistischen Auszählung gemacht:

angekommene Pässe: RWW: 138 D98: 50
Fehlpässe: RWW: 25 D98: 33
längste Ballstafette: RWW: 10 D98: 4

Hier spiegelt sich auch die unterschiedliche Spielauffassung. Die 98er versuchen sofort nach vorne zu spielen – der Torhüter macht fast immer weite Abschläge aus der Hand. Da landen dann relativ viele Bälle beim Gegner. Walldorf versucht den Ball zu kontrollieren. Vor dem 1:0 lief der Ball über zehn Stationen. Wahrscheinlich hat der Trainer recht und es waren trotzdem ein paar Fehlpässe mehr als üblich.

gewonnene Zweikämpfe: RWW: 8 D98: 5
Fouls RWW: 0 D98: 4

So wurden auch mehr Zweikämpfe geführt als gewollt. Bemerkenswert, dass RWW kein einziges Foul beging. Jedenfalls haben weder der Schiri noch ich eins gesehen. Außer den vier Fouls die er gegen Darmstadt pfiff, hätte er allerdings noch einen Strafstoß für Walldorf geben müssen.

Torschüsse: RWW: 11 D98: 1
Tore: RWW: 2 D98: 0
Pfostentreffer: RWW: 2 D98: 0

Insgesamt resultierte dies in ein klares Übergewicht an Torschüssen, die freilich nicht alle gefährlich waren, aber zwei Pfostentreffer waren eben auch dabei. Die Darmstädter verzeichneten lediglich eine Direktabnahme per Fallrückzieher nach der einzigen Ecken.

Tag 2:
Anfahrt: Wir testeten mehrere Routen und hatten Unterschiede in den Ankunftszeiten von 40 Minuten. Letztlich waren aber alle rechtzeitig da.
Über Nacht hatten alle viel Zeit gehabt, zu überlegen und zu rechnen.
Sowohl Münster (5:1 gegen Heppenheim und 2:0 gegen Steinbach) als auch wir hatten 6 Punkte. Die jeweiligen Spiele gegen Heppenheim (wir) und Darmstadt 98 (Münster) würde man wohl klar gewinnen. Wegen dem um sechs Tore besseren Torverhältnis würde uns so wahrscheinlich ein Unentschieden zum Gruppensieg reichen. Den wollte Münster genauso wie wir, um im Halbfinale dem vermeintlich stärksten Gegner – Viktoria Griesheim – aus dem Weg zu gehen.

3. Gruppenspiel: RWW – SV Münster 2:2
Ich habe unsere 2000er hier als spielbestimmende Mannschaft gesehen. Allerdings hat Münster schnelle und einsatzstarke Stürmer. Einer wurde nicht früh genug angriffen und erzielte mit einem platzierten Distanzschuss die Führung. RWW vergab einige Chancen – ich hatte jedoch immer das Gefühl, dass wir ein Tor erzielen können und das gelang dann auch schon wenig später Adrian – unter lautstarkem Jubel von Darmstadt 98, die bei einem Walldorfer Erfolg und eigenem Sieg gegen Münster noch Zweiter werden konnten.
Dann übersah der Schiri ein Foul an Adrian im Strafraum und Münster erzielte – unter unserer Mithilfe – das 2:1. Aber auch hier blieb unser Team im Spielrythmus und Furkan1 krönte eine schöne Kombination mit dem Ausgleichtreffer – von der ungewohnten rechten Seite.

Damit waren wir ja wohl Gruppensieger. Das Spiel gegen Heppenheim war Formsache. Darmstadt 98 hatte ebenfalls noch alle Chancen. Ein paar Törchen gegen Steinbach vorlegen – die gestern immerhin 10:0 gegen uns untergegangen waren – und dann mit einem Sieg gegen Münster und dem besseren Torverhältnis vorbeiziehen.
Aber die Wahrheit liegt auf dem Platz. Steinbach zeigte seine beste Turnierleistung und gewann 1:0. Der Darmstädter Betreuer soll erneut sein Fähnchen kaputt gemacht haben – weil der Schiri zu früh abgepfiffen habe.

4. Gruppenspiel: RWW – Starkenburgia Heppenheim 1:1
Die Trainer ließen ihre bisher am meisten eingesetzten Stammkräfte draußen. Die Nachrücker sollten ja auch keine Probleme haben. Hatten sie dann aber doch. Heppenheim hatte uns wohl gestern beobachtet. Mit vier bis fünf Spielern rührten sie Beton an. Die Angriffsvariationen waren nur Eine: Torwartabschlag auf den Mittelstürmern. Die anderen wünschten ihm Glück. Er konnte sich aber nicht durchsetzen. Aber mit dem Durchsetzen haperte es es auch bei uns. Es gab wenige Chancen, diese wurden aber nicht konsequent genutzt. In der Abwehr leistete man sich dann einen Aussetzer und erlaubte – ohne jegliche Bedrängnis – den Heppenheimern ins leere Tor zu schießen. Die “Stammkräfte” waren zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf dem Feld.

Dann weiter Einbahnstraßenfußball Richtung Heppenheim. Dort wehrte man sich aber mit viel Einsatz und viel Geschick. Mehr als der Ausgleich durch Adrian gelang uns deshalb nicht.
Münster jubelte: Das war wohl der Gruppensieg.

Noch auf der Heimfahrt gab es lange Diskussionen: war der Veranstalter übervorsichtig, hätte nicht doch gespielt werden können?

Noch auf der Heimfahrt gab es lange Diskussionen: war der Veranstalter übervorsichtig, hätte nicht doch gespielt werden können?

Aber auch dort unterschätzte man den Gegner (Darmstadt 98), zumal dieser sofort nach dem Anpfiff, das 0:1 so gut wie selbst erledigte. Danach schwang sich zur Überraschung aller Darmstadt doch noch zu einer guten Leistung auf. Eine schöne Einzelleistung ergab den Ausgleich. Dabei rannte ein Spieler aus Münster so heftig mit dem Kopf gegen den Torpfosten, dass er anschließend ins Krankenhaus transportiert werden musste. Laut dem Trainer aus Münster sei er aber außer Gefahr. Wir hoffen, dass das stimmt und wünschen Gute Genesung!
Auf dem Platz bekam Darmstadt Oberwasser und ging sogar in Führung.
Dann hatten die Götter des Odenwaldes anscheinend genug, schickten Blitz und Donner, sowie Regengüsse in quasi unerschöpflichen Mengen und ließ sich dabei sehr viel Zeit.
Auch in der anderen Gruppe war das letzte Spiel deswegen abgebrochen worden.
Hier führte Griesheim gegen Richen 1:0, wäre oder wurde aber bei einer Niederlage noch hinter Richen und den sicheren Gruppenzweiten Lampertheim zurückfallen.

Der überaus freundliche und sympathische Turnierleiter, Herr Labbadia, wusste nun nicht, was die Statuten für einen solchen Fall vorschreiben.
Müssen die Spiele wiederholt werden? Dafür gibt der Terminplan wenig Zeit. Können die Spiele so gewertet werden, wie sie zum Zeitpunkt des Spielabbruches standen? Kann das Ergebnis gelost werden? Darf der Turnierleiter vor Ort Entscheidungen treffen, die ihm sinnvoll erscheinen? Die Info, dass das Turnier für heute endgültig abgebrochen wurde, drang zu einigen Mannschaften, so auch zu uns, nicht durch. Einem anderen Gerücht zu Folge, sollte bis 15.00 Uhr gewartet werden. Da regnete es immer noch, aber nur noch leicht. Ebenso leichtes Donnergrollen hätte aber ein Fußballspiel nicht erlaubt. Die Schiedsrichter waren außerdem auch schon entlassen worden. So harren wir der Dinge, die da kommen werden – oder auch nicht.
Wird die Meisterschaft irgendwann zu Ende gespielt? Welche drei Mannschaften fahren zur Hessenmeisterschaft am 19.6.? Drei Halbfinalisten standen fest: Lampertheim, Münster und Walldorf. Lampertheim hat angeblich auf die Teilnahme an der Hessenmeisterschaft verzichtet. Wenn das stimmt, müssten wir eigentlich qualifiziert sein. Aber es würde mich nicht wundern, wenn irgendetwas anderes passiert oder entschieden wird.

Zusätzlich zum Terminchaos zeichnet sich, für uns schon lange, aber nun sicher auch für den Verband ab, dass es nicht günstig ist, das Kreispokalendspiel auf den selben Tag zu terminieren wie die Hessenmeisterschaft, da sich für beide Veranstaltungen ziemlich die selben, üblichen Verdächtigen aufdrängen (Münster, Griesheim, Walldorf). Am Praktikabelsten wre es wohl, wenn wir die Spieler einfach klonen.

Als wäre es aber nicht schon alles trübe genug, spielte Herr Kasimir auf der Rückfahrt schon wieder seine Lieblingshits aus den 80ern rauf und runter. Hier einer davon:

Heute und gestern aber spielten:
Yannick – Adil (4 Tore/ nur 1.Tag), Adrian (3), Cameron, Deniz(1), Derenik (2. Tag), Furkan1 (2), Furkan2 (1), Malte, Micki (4), Tristan (2.Tag).
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gelesen: 3466 · heute: 3 · zuletzt am: 29. Mai 2020

3 Antworten zu “Regionenmeisterschaft 2010/11”

  1. Michael K. 05. Jun, 2011 am 23:24 #

    RWW2000 goes MTV. Ganz großes Entertainment, Danke an Manfred und natürlich auch Nina von den “Cezanne Five”.

  2. Michael K. 05. Jun, 2011 am 23:27 #

    Sehr informativ finde ich den Statistikteil und dessen Auswertungen. Das hebt die Berichterstattung noch einmal auf eine ganz andere Ebene. Hier werden Massstäbe für die Zukunft gesetzt. Wann folgt die Freischaltung der RWW2000-Datenbank, nur für Pro-User?

  3. Carsten R. 06. Jun, 2011 am 10:18 #

    Bravo!! Tolles Lied, guter Bericht. Hat richtig Spass gemacht heute morgen um 6.30 hrs als mein Ältester und ich kurz vor meinem S-Bahn Wegbringdienst voller Negier auf die Website sind, haben wir den Artikel geradezu verschlungen…

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