Klarer Sieg gegen Nauheim

Rollt die Ecke kurz vom Fuß

Man mit Regen rechnen muß

Fliegt sie rein dagegen lang

Ist vorm Wetter uns nicht bang

2. Qualifikationsspiel: RWW – SV 07 Nauheim 8:2 (4:1)

Spannung, Tsunami, Fußpilz in der Qualifikationsgruppe zur Gruppenliga Darmstadt D9. Schon am zweiten Spieltag stehen fast alle mit dem Rücken zur Wand. Mit unseren Protagonisten und dem SV Nauheim trafen gleich zwei Verlierer des 1. Spieltages aufeinander. Wer heute nochmal verliert, dem droht womöglich gar schon bald der Sturz in die Drittklassigkeit. Entsprechend war die Luft zum Schneiden, als ich heute früh aufwachte. Hatte ich vergessen das Fenster aufzumachen? Nein. Stellte mich der Weltenlenker wieder mal vor ein unlösbares Rätsel? Ich weiß es nicht, aber wer überhaupt kann so etwas wissen?

Zeitsprung: Plötzlich stehe ich am Spielfeldrand und beide Mannschaften spielen sich warm. Angeblich haben die Nauheimer ja einen recht guten 99er Jahrgang. Die, die sich hier warm spielten, schienen aber keine Übermannschaft verkörpern zu können. Und richtig: wir erfuhren, dass die besten 99er aus Nauheim komplett in die C-Jugend gewechselt sind. Sie hatten im letzten Jahr auf dem Großfeld mit 11 Feldspielern gespielt und wollten nun nicht mehr unter D9 Bedingungen – kleineres Feld, neun Feldspieler – antreten. Auch wieder verständlich. Für uns hieß das: Pflichtsieg unbedingt und jetzt.

Gegen die verbliebenen Nauheimer 99er und 2000er legten unsere Spieler gleich mal entsprechend los. Sie ließen den Ball laufen, Nauheim lief hinterher. Ich glaube Micki war es, der über den linken Flügel in den Strafraum eindrang und den Ball auf Furkan2 zurück(!)legte. Furkan2 begann heute mal als Mittelstürmer und hatte keine Mühe den Ball im Tor unterzubringen. Der Schiri pfiff Abseits, was ja eigentlich gar nicht zutreffend sein konnte, weil der Ball zurückgespielt worden war. Aber insgesamt haben es die Schiedsrichter mit den Abseitsentscheidungen schwer. Schon mit Linienrichtern ist es schwierig, ohne gleicht es manchmal einem Lotteriespiel.
Adil begann heute mal über den rechten Flügel, wo er sich ebenfalls durchsetzen konnte und schön Furkan2 in den Fuß spielte und diesmal zählte das Tor. Enes gefiel im Spiel hinter den Spitzen und zeigte wie es gehen kann: Platz genutzt und Weitschuss flach ins Eck. Alles erinnerte an den letzten Spieltag. Torchancen am laufenden Band und doch nur 2:0. Herr Scheible erhob mahnend die Stimme und wollte ein Lamento über das letzte Spiel ansetzen, wurde aber von Frau Choukairi sofort und konsequent in die Schranken verwiesen. Bravo, sauber verteidigt!
Und doch: Nauheim war plötzlich in unserer Hälfte. Irgendwie entstand Verwirrung und der Ball war in unserem Tor. Fragt mich nicht, wie das passiert ist. Ja setzte hier doch das Murmeltier aus Punxsutawney zum Gruß an?! Auch Herr Wissenbach war übrigens am Platz, um sich ein Bild zu machen. Über ich-weiß-nicht-wie-viele-Ecken habe er „aus Groß-Gerau“ gehört, unsere Mannschaft hätte „kämpferisch nichts drauf“. Wie auch immer: Spielerisch sollte eigentlich heute reichen. Adrian umkurve elegant den riesengroßen Nauheimer Torhüter. Da drängte sich mal wieder die ihm eigene Höflichkeit an die Oberfläche seines Handelns. Er blieb 2 Meter vor dem leeren Tor stehen und wollte Furkan2 den Vortritt geben. Dieser war überrascht oder ebenfalls zu höflich, um die Gabe anzunehmen und so schoss dann doch ein Nauheimer Abwehrspieler. Leider verfehlte er das Tor. Und leider habe ich dann reingebrüllt, was mir sofort auch wieder leid tat. Adrian ersann derweil eine neue Strategie, wie er uns beide zufriedenstellen konnte. Wieder drang er in den Strafraum ein. Diesmal ließ er sich foulen und es gab Strafstoß. Diesmal durfte der Spielkamerad schießen, ohne daran gehindert zu werden. Okan verwandelte sicher mit einem knochentrockenen Schuss. Aber damit hatte Adrian seine Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Wieder tankte er sich durch. Diesmal schoss er höflich an den rechten Innenpfosten. Der Ball sprang halbkreisartig und L(+)-Laktatmäßig, also rechtsrotierend, in Richtung linker Pfosten. Und wirklich: kurz vor dem Pfosten kriegte er die Kurve und parkte sauber hinter der Linie ein. Der Pfosten hatte das Tor erzielt, Adrian aber einen weiteren Assistpunkt gesammelt.

So war's: Der vierte Walldorfer Treffer in der schematischen Darstellung!

So war's: Der vierte Walldorfer Treffer in der schematischen Darstellung!

In der Halbzeit wurde unter den Fachkundigsten der Spielerväter ein wenig Meinungsaustausch betrieben: Soll man mehr schießen oder mehr spielen? Soll man die Ecken, so wie heute, alle kurz spielen oder lang wie beim letzen Spiel (hinters Tor, zu kurz)? Soll man sein Spiel durchsetzen oder sich auch ein wenig nach dem Gegner richten? Welcher Spieler ist wo am Stärksten? Soll man den Gegner permanent belagern oder ihn auch mal kommen lassen, um bei den Gegenangriffen größere Räume zu haben? Fragen über Fragen. Heute war das aber sicher nicht entscheidend.

In der 2. Halbzeit richtete man es sich zunächst wieder gemütlich in der gegnerischen Hälfte ein, ließ sich mit dem Toreschießen aber noch ein bisschen Zeit. Nauheim hatte dann eine einzige Chance, um aus der Distanz in Ruhe auf unser Tor zu schießen und prompt passte der Schuss wieder genau. Und wirklich fing unsere Mannschaft ein bisschen zu wackeln an. Nach einer Ecke für Nauheim prüften wir deswegen mal die Stabilität der eigenen Torlatte. Nauheim witterte Morgenluft und wir hatten Platz zum Kontern. Micki setzte sich schön über rechts durch und legte Adil das 5:2 vor, der dann wenig später im Nachsetzen noch für das 6:2 verantwortlich zeichnete. Dann waren die Nauheimer endgültig am Ende mit ihren Kräften – die Betreuerin beklagte denn auch einen Mangel an einsatzfähigen Fachkräften. Beim 7. Tor spielte Enes Doppelpass mit dem Torpfosten. Wenig später wurde Okan im Strafraum gefoult und zeigte dies dem Schiri mit einer schönen Lautgebung an. Malte verwandelte die Wiederholung des Strafstoßes. Den 1. hatte der Torwart aus Nauheim gehalten. Der Schiri war jedoch der Meinung gewesen, dass er sich zu früh bewegt hatte.
Die Nauheimer Zuschauer regten sich darüber auf. Verständlich, denn ich rege mich auch immer mehr auf, wenn ich mich benachteiligt fühle, als im umgekehrten Fall. Es war aber wohl nicht so, dass eine Mannschaft systematisch bevorzugt oder benachteiligt worden war. Und selbst der Nauheimer Zuschauer, der hartnäckig behauptet hatte, dass unser 4. Tor nicht hinter Linie gewesen sei, bemerkte, dass Nauheim heute auch 16 Tore hätte kassieren können, bevor er sich verabschiedete, um noch „etwas zu arbeiten“ (Ein schönes Beispiel protestantischer Arbeitsethik, typisch für historisch eher evangelisch geprägte Gemeinden). Für uns war das Erfolgserlebnis sicher gut. Eine Nauheimer Mutter wünschte sich angesichts der Ergebnisse „der letzten Jahre“ auch mal ein Erfolgserlebnis für Nauheim.

Und wie haben die anderen gespielt? Leeheim ist nach einem 2:1-Erfolf gegen Opel die einzige Mannschaft mit zwei Siegen. Mörfelden gewann 4:2 bei der JSG Crumstadt/Wolfkehlen und Groß-Gerau unterlag zuhause Hassloch mit 0:3. Anscheinend hat Hassloch „kämpferisch“ mehr drauf als wir. Ob das reicht, um auch in Walldorf zu bestehen, werden wir am nächsten Sonntag in Erfahrung bringen können, wenn sie bei uns gastieren. Was sagt uns das alles? Anscheinend kann hier fast jeder jeden schlagen und erstmal bleibt es ziemlich spannend, wie auch ein Blick auf die Tabelle zeigt.

Nach dem Spiel wurde noch gemeinsam asterixmäßig gefrühstückt. Schön, dass auch heute wieder die nicht nominierten Spieler anwesend waren. Yannick2 hatte wegen einer Klassenfahrt das Training versäumt und deswegen bei der D2 ausgeholfen. Furkan1 ist seit dem letzten Spiel ohne Pass, weil der Schiri vermeint hatte, Furkan1 beim Aussprechen eines Gedankens erwischt zu haben (von uns hatte keiner etwas gehört). Vom Kreisfußballverband, der über eine Sperre befinden müsste, haben wir noch keinerlei Rauchzeichen vernommen. Hoffen wir mal, dass das Ganze sich bald regelt, denn in der Vergangenheit soll dort auch schon mal ein Pass in ein schwarzes Loch geraten sein. In diesem Sinne: Freiheit für Furkan1!

Heute hatten aber ihre Pässe dabei:
Yannick1 – Adil (2 Tore), Adrian (1), Anton, Cameron, Can, Deniz, Enes (2), Furkan2 (1), Malte (1), Micki, Okan (1).

Und bitte sehr: eine kleine Fotostrecke! sogar mit lebendiger Butter!

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gelesen: 1934 · heute: 3 · zuletzt am: 23. Januar 2021

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