Knappes 1:0 im Derby

Nordbahn auf die Ohren dröhnt

Beim Gegner ist man das gewöhnt

Ruhig ist es meist am Spielfeldrand

Nur Innerlich ist’s angespannt

RWW – SKV Mörfelden 1:0 (0:0)

Die Qualirunde neigt sich dem Ende zu und die noch zu vergebenden Punkte werden knapp. Mit einem Sieg hätte Mörfelden zu uns aufschließen können. Bei einem Sieg für uns wäre die Qualifikation für die Gruppenliga beinahe unter Dach und Fach. Denn dann wären wir nur noch über das Torverhältnis von den Aufstiegsrängen zu verdrängen – und hier haben wir ja in den letzten Wochen schon ein ordentliches Polster zugelegt.

In der ersten Halbzeit spielten unsere Jungs wie beim Handball immer um den Strafraum herum, kamen aber – anders als beim Handball – nur selten zu vernünftigen Chancen. Die Mörfelder waren taktisch sehr gut eingestellt und versperrten gekonnt den Weg zu ihrem Tor. Dabei verbarrikadierten sie sich durchaus nicht nur, sondern verschoben den eng gestaffelten Defensivverbund immer wieder nach vorne, um die Räume eng zu machen. Die beste Chance hatten wir bei einem Strafstoß, nachdem Micki im Strafraum gefoult war. Er wurde jedoch zu unplatziert ausgeführt, so dass die sehr gut aufgelegte Kimberly im Tor der Mörfelder parieren konnte. Die Kehrseite des guten Defensivspiels der Blau-Weißen war, dass das Offensivspiel fast nicht statt fand, weil es ihnen umgekehrt kaum gelang, den Ball in den eigenen Reihen zu halten oder ihre langen Bälle nach vorne an den eigenen Mann zu bringen.
Die blauen Stürmer mussten so fast nur auf Fehler in unserem Aufbauspiel hoffen. Einmal taten wir ihnen den Gefallen – und Anton konnte den Ball jedoch rechtzeitig von der Linie kratzen. Von meinem Platz aus konnte ich, wie auch die übrigen Walldorfer, nicht so genau sehen, ob der Ball über der Linie war. Die um uns herum stehenden Mörfelder haben aber als Kind immer viele Karotten gegessen und waren sicher, dass der Ball im Tor gewesen sei. Ich kenne das ja von mir selbst, dass ich die Dinge auch am Liebsten so sehe, wie ich sie sehen will. Hier vertraue ich aber mal eher auf den Schiedsrichter und auf Hüseyin, der neben unserem Tor stand.

Im übrigen sorgte aber allein der knappe Spielstand für Spannung bei den Zuschauern. Nur der Mörfelder Trainer und meine Person bemühten sich – beinahe auf verlorenem Posten – um eine würdige Derby-Atmosphäre. Zunächst ließ ich mich zu einer Bemerkung hinreißen, als er dem Schiri zum wiederholten Mal lautstark assistierte, z. B. dass ein Ball im Aus gewesen sei, der auch nur vage in der Nähe der Außenlinie gewesen war. Auch der Mörfelder Linienrichter hatte das Fähnchen unten gelassen. Der Schiedsrichter hatte den Trainer offenbar mit dem Linienrichter verwechselt und Einwurf für Mörfelden gepfiffen. Wir spielten uns dann die Bälle ein bisschen zu und der Kamerad aus Mörfelden lief zu beachtlicher Form auf. Nach einem Foulspiel von Okan rief er dann über den Platz, dass das doch bestimmt der Spieler sein müsse, dessen Pass kürzlich einbehalten wurde. Ich lobte ihn für diese Äußerung („Mann, bist du toll!“) und er nahm das Lob gerne an („Klar bin ich toll! Deswegen bin ich hier Trainer!“) und setzte mit gespielter Fassungslosigkeit nach, dass „der Verein“ (RW Walldorf) „früher mal Ambitionen“ gehabt habe. Diese Attacke konnte ich halbwegs kontern („Aha, was hast du denn heute für ein Spiel gesehen? Wer hat denn hier Fußball gespielt?“).
Da war natürlich etwas dran. Fußball spielten weiterhin unsere 2000er, während die Mörfelder 99er sich weiter taktisch gut in den Weg stellten. Ein paar Chancen ergaben sich, die Torabschlüsse stellten die gute Mörfelder Keeperin zunächst aber vor keine großen Probleme.
Mitte der zweiten Halbzeit machte die SKV das Spiel dann doch ein bisschen auf und kam dann auch zu zwei sehr guten Torchancen. Bei der Ersten zielte der Mörfelder Stürmer in aussichtsreicher Position neben das Tor. Bei der Zweiten konnte Yannick1 einen gefährlichen Freistoß gerade noch um den Pfosten drehen. Andererseits hatten wir durch die Mörfelder Offensivbemühungen auch nach vorne mehr Platz. Ron wurde durch die Mitte freigespielt und endlich kam mal ein platzierter Weitschuss aufs Tor. Kimberley konnte nur zur Seite abwehren, wo Enes den Ball Adil zum 1:0 auflegen konnte. Wenig später schoben wir noch einen Ball aus fünf Metern am fast leeren Tor vorbei. Die fußballerisch bessere Mannschaft hatte gewonnen. Es war aber eines jener Spiele, die durchaus auch hätten verloren gehen können.

Möchte man gerne über so manche Äusserung am Rande des heutigen Spieles hüllen: Mantel des Schweigens.

Möchte man gerne über so manche Äusserung am Rande des heutigen Spieles hüllen: Mantel des Schweigens.

Insgesamt blieb das Spiel überwiegend fair. Ausnahme war kurz vor Schluss ein Tritt in die Hacken eines unserer Spieler, nachdem der Ball schon weg war. Ich wunderte mich über die fehlende Hilfestellung des Mörfelder Trainers und frage zugegebenermaßen leicht stichelnd: „Aha, hier sagst du nichts?“ Mein Gegenüber konterte souverän: „Mach deine schwulen Fotos!“, worauf ich „Aha!“ sagte.
Dabei hatte ich gar keine Fotos gemacht, sondern die ganze Zeit das Spiel gefilmt, weswegen ich ihn hier auch wörtlich korrekt zitieren kann (auf das Einstellen des Films verzichte ich mal).
Nach dem Spiel erteilte er mir auf Nachfrage die Freigabe seiner Worte für die Berichterstattung im Internet (danke dafür!), und belehrte mich, dass ich der Einzige gewesen sei, der hier unfriedlich gewesen sei. Unser Sieg sei verdient gewesen und auch mit unserem Trainer habe er keine Probleme. Ich fragte ihn, was er damit gemeint habe, dass RW ein Verein mit Ambitionen gewesen sei. Er erklärte, dass das Aufwärmen der A-Jugendspieler hinter dem Spielfeld gestört habe, und dass es den Mörfelder Anhängern untersagt worden sei, mit Straßenschuhen den Kunstrasenplatz zu betreten und bedeutete damit, dass dies eine Entwicklung anzeige, die zweifellos in den unambitionierten Niedergang führt. Herr Kämpfner stand dabei und schaute schuldbewusst auf den Boden. Später bekannte er sich dazu, unkritisch die RW-Regel weitergegeben zu haben, dass man mit Straßenschuhen den Kunstrasenplatz nicht betreten soll. Für welche Entwicklung er damit stehe, sei ihm gar nicht bewusst gewesen.

Wie ein Derby richtig geht, hatten uns eine Woche zuvor die D-Jugend-Mannschaften der SG Rosenhöhe und von Kickers Offenbach vorgemacht. Die heizten ihren Anhängern derartig ein, dass lt. Bericht eines Kickers-Vertreters eine Rosenhöher Mutter bei laufendem Spiel einen Kickers-Spieler gekonnt „niederstreckte“. Weil dann mehrere Anhänger beider Vereine den Kunstrasenplatz mit Straßenschuhen betraten, brach der Schiedsrichter die Partie leider ab. Dabei hätte man hier etwas für die Ambitionen tun können.

Das inzwischen obligatorische gemeinschaftliche Frühstück wurde diesmal von den türkischen Spielermüttern ausgerichtet. Blätterteiggebäck, Schafskäse, Oliven, Kartoffeln und etliche Spezialitäten mehr ließen allerdings kaum noch Luft nach oben. Bis weit in die zweite Hälfte des anschließenden A-Jugend-Hessenliga-Spieles wurde aufs Gemütlichste getafelt und gefachsimpelt. Dafür nochmal:çok teşekkürler!

Während wir nun fast sicher für die Gruppenliga qualifiziert sind, müssen uns die Mörfelder die Daumen drücken, dass wir deren direkte Konkurrenz – Wolfskehlen/Crumstadt und Opel Rüsselsheim – in den nächsten Spielen schlagen. Würden wir natürlich sehr gerne, aber gerade gegen Opel haben wir uns in den letzten Spielen immer sehr schwer getan. Versprechen können wir da also nichts.

Heute aber spielten geduldig bis zum Ende: Yannick1 – Adil (1 Tor), Adrian, Anton, Cameron, Can, Enes, Furkan1, Furkan2, Malte, Micki, Okan, Yannick2.

Hier noch ein paar schw… äh schöne Fotos.

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404. That’s an error.

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gelesen: 1551 · heute: 2 · zuletzt am: 23. Januar 2021

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