Kurz vor knapp ins Viertelfinale (reloaded)

Milder Abend auf der Lichtung

Lungen pumpen wie ein Chor

Schnaken finden ihre Richtung

Kurz vor knapp fällt dann das Tor

Viertelfinale Kreispokal: SKV Mörfelden – RWW 1:3 (1:1)

Irgendwas ist immer in Mörfelden. Diesmal konnten sie allerdings nichts dafür, denn der Schiedsrichter schwänzte unentschuldigt. Dies sei den Mörfeldern nun schon zum dritten Mal in Folge passiert. Gleich zwei Mörfelder erklärten sich dann bereit zu schiedsrichtern. Einer setzte sich dann durch und im Nachhinein hätte seine Bemerkung unserem Trainer gegenüber stutzig machen können: „Ohne mich könnt ihr hier nicht gewinnen!“ Beneidet habe ich ihn hier nicht, denn in einem K.O.-Spiel der beiden Lokalrivalen würde man seine Leistung sicher besonders kritisch unter die Lupe nehmen.

Unsere Trainer mussten heute neben Malte auf weitere drei Stammkräfte verzichten (Adrian: Verletzung „in der Schule“, Enes Erkältung, Micki Auftritt auf einer Showbühne). Lorenz vertrat das Quartett aber recht gut.

Unsere Jungs erwischten mal wieder einen glänzenden Start. Adil wurde schön frei gespielt und versenkte flach ins linke Eck. Weitere Großchancen in Serie ließen unsere Stürmer dann jedoch aus, was u. a. am Pfosten und der wiederum großartig spielenden Torfrau Kimberly lag. Die SKV stand nicht ganz so massiert in der Abwehr wie im letzten Punktspiel. Sie hatten zuletzt dreimal kein Tor geschossen und mussten nach dem frühen Rückstand nun ja auch versuchen, einen Treffer zu markieren. Mitte der ersten Halbzeit fiel das 1:1, als ein zu kurz aus dem Strafraum gespielter Ball zurückkam und einen freien Mörfelder Stürmer fand. Dann hatten sich wieder gute Walldorfer Chancen gehäuft. Ein vierfacher Nachschuss konnte aber ebenso wenig untergebracht werden, wie ein Schuss aufs leere Tor.
Hatte die Mörfelder Torhüterin den Ball, landete er – wegen der weiten Abschläge – regelmäßig schon nach ca. 2 Sekunden in den Armen von Yannick1 oder auf dem Eisenschädel von Yannick2. Die Abwehr stand im wesentlichen sicher, aber vorne wurden auch die klarsten, gut herausgespielten Chancen vergurkt.

Deniz und Adil genossen Sonderbewachungen und sie wurden leider in Serie mit unsauberen Mitteln attackiert. Der Schiedsrichter hat sich nach allgemeiner Einschätzung gut in Mörfelden eingelebt, denn er pfiff zwar meist Freistoß, ermahnte aber die Mörfelder nicht und legitimierte so das absichtliche grobe Foulspiel als taktisches Mittel (von eigentlich fälligen Zeitstrafen mal ganz abgesehen). Als Höchststrafe musste sich ein SKVler einmal beim Rot-Weißen entschuldigen, aber der Angriff war gebremst und der Spielfluss gestoppt. Der Schiri pfiff den Rot-Weißen auch wiederholt klare Vorteilssituationen ab. Auf der anderen Seite ließ er den Vorteil laufen und gab nachträglich den Mörfeldern den Freistoß, wenn der Vorteil nicht genutzt werden konnte. Weitere Beispiele: Ein Foulspiel an einem Walldorfer Stürmer hatte auch ein sich verlegen am Kopf kratzender Mörfelder innerhalb des Strafraums gesehen. Hinzu kamen höchst zweifelhafte Abseitsentscheidungen zu Walldorfer Ungunsten. Das bewog mich etwa ab der 40. Minute doch ein bisschen  zu filmen – trotz schwachem Akku und einbrechender Dunkelheit. Um nicht missverstanden zu werden: Ich habe selbst schon Schirientscheidungen zu Unrecht kritisiert und habe als unfreiwilliger Pfeifenmann auch schon selbst erlebt, dass es kaum möglich ist, alles richtig zu sehen. Aber nicht nur Herr Pohland („Komisch, ich habe Derbygefühle, obwohl ich aus Langen komme!“) hatte den Eindruck, dass auch wirklich alles zu Walldorfer Ungunsten ausgelegt wurde. Ich zeige daher die folgenden Filmausschnitte zur Unterhaltung und singe diesmal nicht dazu, sondern lasse den Originalton laufen, weil es auch die Stimmung am Spielfeldrand wiedergibt. Man hatte inzwischen für die Pfiffe nur noch resigniert-spöttische Kommentare übrig, kulminierend in Ausrufe des Erstaunens, als dann am Ende doch noch Tor für Walldorf gepfiffen wird. Die Summe der Foulspiele bewog dann sogar zu lautstarken Protesten, wofür wir ja eigentlich nicht bekannt sind. Aber die vielen Tritte auf immer dieselbe Stelle bewirkten eine Überlastung unserer Spiegelneuronen. Wenigstens der Mörfelder Trainer hatte da ein Einsehen und holte seine Nr. 12 mal vom Feld. U. a. noch zu bestaunen im Video: Ein Ball der fast bis zur Sturmspitze gespielt war, wurde zurück zum Abstoß beordert, ein Linienrichter, der immer wieder im Weg steht und ein Schiri, der mit Gickelschritten den Abstand der Mauer abmisst und dann die Abwehrmauer näher zum Ball hin schiebt. Da wünscht man sich doch die unbestechliche Objektivität eines Herrn Suchomel.

Die Spannung stieg, je länger das Spiel dauerte. Da wir nur zwei Auswechselspieler hatten, wurde bei dem einen oder anderen die Luft knapp.
Letztlich griffen dann aber doch die Maßnahmen des Trainergenies aus Walldorf. Zunächst beorderte er Deniz nach hinten, wo er einerseits Ausruhen, andererseits seinen Tordrang bremsen musste. Dann wechselte er die Positionen der Offensivspieler und ließ schließlich Deniz wieder von der Leine. Wie ein aufgezogenes Spielzeugauto preschte er nach vorne, wurde schön von Okan angespielt und schob überlegt zum 2:1 ein. War im letzten Punktspiel das Tor in der 56. Minute gefallen, war es nun die 60. Der Schiedsrichter ließ zu Recht nachspielen, weil es einige Verletzungsunterbrechungen gegeben hatte. So erzielte Deniz im Grunde das selbe Tor noch einmal. Und dann glaubte auch der Schiri nicht mehr an einen Sieg und pfiff ab. Der Herr Trainer bescheinigte seiner Mannschaft heute eine sehr gute Leistung. Er selbst könne das Tempo auf dem Platz inzwischen nicht mehr lange mithalten.

Auch früher schon fuhr man zu den Nachbarn

Man verabschiedete uns dann recht freundlich und ein recht angenehmer Mörfelder Zeitgenosse erklärte uns noch den Weg nach Walldorf. Ich hoffe alle haben gut aufgepasst und den Weg auch gefunden.

Ob ich noch Film- oder Fotomaterial einstelle, weiß ich noch nicht, denn ich muss jetzt noch ein wenig Büroarbeit machen.

Heute erspielten und erkämpften sich den Einzug ins Viertelfinale:
Yannick1 – Adil (1Tor), Anton, Cameron, Can, Deniz (2), Furkan1, Furkan2, Lorenz, Okan, Yannick2.

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gelesen: 1672 · heute: 3 · zuletzt am: 7. April 2021

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