Krasses in Griesheim

Grüner Rasen – Wolkengrau

Prall gefüllt mit Nässe

Wer heut kam aus seinem Bau

Sah Kampf und lange Pässe

6. Gruppenligaspiel: Viktoria Griesheim – RWW 2:1 (1:1)

Die Griesheimer hatten bisher alle Spiele recht deutlich gewonnen und man hätte hier heute schon gewinnen müssen, um noch eine Chance im Kampf um die ersten beiden Tabellenplätze zu haben. Wir erinnern uns: wir hatten bereits in der Saisonvorbereitung zweimal gegen die Viktoria gespielt. Und mussten auch da schon feststellen, dass die Griesheimer erheblich an Qualität zugelegt haben: Acht Neuzugänge und drei Mal Training pro Woche sind da nicht ohne Wirkung geblieben.

Die D2 der Griesheimer spielte direkt vor unserem Spiel. Hier sei eine Mannschaft samt Trainer eines anderen Vereins vor der Saison zur Viktoria gewechselt, die dann durch einige „alte“ 2000er ergänzt wurden.

Unsere Jungs kamen aber recht gut ins Spiel und beide Mannschaften hatten gleich mehrere gute Tormöglichkeiten. Ein scharfer Ball Antons landet als Abpraller vor Adils Füßen, der ihn mit vollem Spann und vollem Risiko aus spitzem Winkel in die Maschen drosch. 1:0 nach fünf Minuten. Die Griesheimer attackierten sofort den ballführenden Rot-Weißen und spielten direkt steil nach vorne – meist über die schnellen Außenspieler. Der körperlich sehr starke Linksaußen hatte sich gleich drei klare Tormöglichkeiten erlaufen. Zunächst scheiterte er an Torhüter und Pfosten. Beim dritten Versuch rutschte unser Torhüter im Morast aus, glaubte aber hinterher, dass er den Ball auch nicht erreicht hätte, wenn er nicht ausgerutscht wäre.
Danach stellten sich die Abwehrreihen besser auf die Gegenspieler ein und gute Tormöglichkeiten ergaben sich dann etwas seltener. Der Schiedsrichter ließ nicht nur für meinen Geschmack zuviel durchgehen, sondern z.B. auch für meinen Griesheimer Stehplatznachbarn. Kleine Foulspiele, regelmäßig ausgefahrene Ellenbogen pfiff er nicht und so war es kein Wunder, dass das Spiel härter wurde und gegen Ende dann auch ein paar unschöne Foulspiele vorkamen. Ein Griesheimer Abwehrspieler arbeitete regelmäßig mit den Händen und bei Freistoß für Walldorf baute sich immer der selbe Spieler vor dem Ball auf, um die Ausführung zu behindern. Der Schiri kommentierte dies nicht, schickte ihn auch nicht immer weg, so dass der Ball dann auch mal nach hinten gespielt wurde, um schneller weiterspielen zu können. Die Spieler testeten die Grenzen aus und der Schiri hätte sie vernünftiger setzen können.

Stimmungsvoll in Griesheim: Herr Royo hin- und hergerissen!

Stimmungsvoll in Griesheim: Herr Royo hin- und hergerissen!

Das Unentschieden zur Halbzeit ging in Ordnung. Gleich nach Wiederbeginn ging Griesheim nach einem Eckball in Führung. Der Ball war von den Rotweißen nicht geklärt worden und landete nach dem zweiten oder dritten Nachstochern im Netz. Überhaupt hatte die Viktoria die klare Lufthoheit und vielleicht hätten wir unsere größeren Offensivspieler bei gegnerischen Eckbällen in den eigenen Strafraum zurückziehen sollen. Anders als noch beim letzten Trainingsspiel waren unsere Jungs aber konditionell auf der Höhe und konnten das Spiel über lange Strecken in die Griesheimer Hälfte verlagern. Der letzte Ball in die Spitze war aber meist um einen Tick zu ungenau, so dass es nur wenige klare Torchancen gab. Die Griesheimer hatten bei ihren schnellen Kontern dadurch mehr Platz und unterm Strich mehr klare Torchancen. So gesehen geht das Ergebnis in Ordnung.
Die Formkurve zeigt aber wieder klar nach oben und ich habe bei fast allen gute oder sehr gute Leistungen beobachten dürfen. Eine derart schnelle und offensiv verteidigende Mannschaft wie Griesheim kann man nicht ausschließlich mit Kurzpassspiel ausmanövrieren. Über einige Spielphasen hatten wir aber eine gute Mischung zwischen Ballkontrolle und schnellen langen Bällen gefunden. So darf es weitergehen.

Wie ich oben schon erwähnt habe, war der Meinungsaustausch mit meinem Griesheimer Nachbarn recht angenehm und in vielem waren wir uns auch einig. (Er gab übrigens auch zu Bedenken, dass zu häufige Auswechslungen dem Walldorfer Spiel gerade dann geschadet hätten, wenn es druckvoll und gefährlich gewesen war.)
An verbalen Scharmützeln habe ich mich heute mal nicht beteiligt. An anderen Abschnitten des Spielfeldrandes ging es aber vereinzelt durchaus turbulent zu. Täglich grüßt das Murmeltier: ein Fußballspiel als Spieler und mehr noch als Zuschauer emotional zu bewerkstelligen ist eine echte Kulturleistung, an der wir nicht aufhören dürfen zu arbeiten. Die tiefer liegenden Gehirnwindungen sind auf Kampf geschaltet, Adrenalin fließt und man will das Tier jagen, den Krieg gewinnen, überleben. Währenddessen reden unsere Großhirne permanent beschwichtigend auf die tieferen Schichten ein: „Genieße das schöne Spiel … sei fair … ist nicht so wichtig, wer gewinnt …entspann dich …sei objektiv … respektiere den Gegner …lach doch mal …“ Dass wir hier das richtige Maß finden, dürfte letztlich über die Dauer unseres Verbleibs auf diesem Planeten mitentscheiden. Natürlich entscheidet unser Benehmen bei speziell diesem D-Jugend-Spiel Griesheim gegen Walldorf nur zu einem ganz winzigen Teil über die globale Frage des Überlebens der Menschheit mit. Da es aber um eine große Sache geht, sollte man aber doch auch bei diesem Spiel Mühe geben.
Hinterher bekam ich dann einige schöne Anekdoten über die Blüten des Kampfes Gut gegen Böse am heutigen Tag. Weil Herr Erdogan ausgesprochen habe, was er sah, dass nämlich ein Ball die Torauslinie überschritten habe, soll ihm ein Griesheimer Spieler mehrfach den Mittelfinger gezeigt haben – sogar noch einmal während der Halbzeitpause. Nach dem Spiel habe der Spieler bei Herrn Oral um Entschuldigung gebeten, obwohl dieser den Finger überhaupt nicht gesehen hatte. Aber immerhin, das geht in die richtige Richtung. Man entgleist und ruft sich wieder zur Ordnung: bei wem ist das nicht grauer Alltag?
Andere Story: Nach einem bösen Foul an einem Walldorfer Spieler, soll ein Griesheimer Betreuer in Richtung der protestierenden Walldorfer cool geäußert haben, „mehr als Foul gebe es nicht“. Wenig später blieb dessen Sohn nach einem Zusammenprall mit einem Walldorfer auf dem Boden liegen (kein Foul sagten hier alle, mit denen ich sprach, inklusive meines Griesheimer Gesprächspartners). Hier soll die Aufregung bei diesem Betreuer eine völlig andere gewesen sei. Er soll etwas von „mein Blut!“ gerufen haben – nicht in dem Sinne, dass er anfing zu bluten, sondern in dem Sinne, dass der vermeintlich Gefoulte mit ihm verwandt ist. Hier gibt König Großhirn Folgendes zu Bedenken: Wahrscheinlich sind alle hier um ein paar Ecken miteinander verwandt. Wir alle haben zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern. Rechnen wir für 100 Jahre vier Generationen und würden wir einen vollständigen Stammbaum der letzten 1000 Jahre zeichnen, müssten wir ein großes Blatt nehmen. Wir haben da nämlich 1,1 Billionen Urgroßeltern (im 38. Glied) – eine dreizehnstellige Zahl. Schwierig, die alle mit Namen zu kennen, auch wenn da wahrscheinlich der ein oder andere mehrfach vertreten sein dürfte. Vor dreihundert Jahren waren bei mir z. B. nachweislich einige Franzosen und Italiener vertreten. Und wie wir gesehen haben: wenn man Einen hat, hat man sie alle. Da muss man nicht allzu weit zurückschauen. In die andere Richtung funktioniert das natürlich auch. Ein Pärchen aus dem Jahr 1000 hat genauso viele Urenkel, wenn jeder nachkomme 2 Kinder hat, was keine hochgegriffene Zahl ist. So gesehen war hier heute also ein Familientreffen und jeder Gefoulte auch „mein Blut, dein Blut, unser Blut“.

Allzu krass, wie es die Überschrift behauptet, war es aber nicht in Griesheim. Im Pressewesen versucht man halt mit einer knackigen Überschrift Leser zu ködern. Ich hoffe, der Mann für die Überschriften wird sich in Zukunft etwas zügeln.

Nun geht es aber erst mal zum Winterschlaf in die Halle, wo schon am nächsten Sonntag das einzige Qualifikationsturnier für die Hallenkreismeisterschaft ausgeschnarcht wird.

Für Film und Bilder habe ich heute nicht mehr genug Zeit. Wegen dem Regen habe ich aber auch nicht viel aufgenommen. Herr Kasimir sagte in der Halbzeit, er habe auch nur Schrott fotografiert. Weil es danach noch mehr regnete, befürchte ich, dass er danach auch nicht mehr viel hingekriegt hat.

Heute aber spielten:
Yannick1 – Adil (1 Tor), Adrian, Anton, Cameron, Can, Deniz, Enes, Furkan1, Furkan2, Micki, Okan, Yannick2.
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Und Viktoria Griesheim sah es ähnlich:

Millenium-Kids gewinnen gegen RW Walldorf

Dieses Spiel hat Nerven gekostet, jedenfalls an der Außenlinie! Für unsere Spieler war es ein großer Kraftakt, denn um ganz ehrlich zu sein waren die Walldorfer weite Strecken des Spiels spielerisch überlegen, auch weil wir ihnen im Mittelfeld den Raum dafür ließen. Doch vor unserem Strafraum verteidigten wir gut, so dass das 0:1 ein echter Glücksschuss war, bei dem auch unser insgesamt sehr guter Torwart keine Chance hatte. Klarere Chancen hatten eigentlich wir, allerdings ließen wir diese unkonzentriert liegen, bis auf eine und so ging es unentschieden in die Kabine!

In der zweiten Hälfte arbeiteten wir besser gegen den Ball, leider aber unter unseren Möglichkeiten mit dem Ball. Trotzdem hatten wir weiterhin klarste Torchancen und nach einem schönen Eckball fiel prompt der Führungstreffer. Wenn nun alle dachten, der Knoten wäre geplatzt, sahen wir uns getäuscht, denn das Spiel stand weiter auf Messers Schneide, weil Walldorf bis zu unserem Strafraum besser kombinierte und wir beste Torchancen vergaben!

Am Ende fiel allen ein großer Stein vom Herzen und die drei Punkte blieben bei uns! Herzlichen Glückwunsch und gute Erholung an Spieler, Zuschauer und Trainer nach so einem Spiel!

Es spielten: Sinan L., Kai V., Maurice E., Marlon M., Rouwen L., Jonas B., Niklas G., Niklas Z., Marco H., Nathan E., Kevin S., Benny H., Steve S., Till M.

Quelle: http://www.millenium-kids.de/41349/49322.html

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gelesen: 2275 · heute: 2 · zuletzt am: 16. Juni 2021

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