Kraft ist alle in Isenburger Halle – (oder: mir sin dorsch in Iseborsch)

Wenn der Akku ist fast leer

Wird leicht müde auch der Geist

Fällt Bewegung leidlich schwer

Sehnt man nach `nem Bad sich meist

Platz 10 beim Stabil-Diga-Cup in Neu-Isenburg

Als ich in der Isenburger Halle ankam, war erstmal das gestrige Trainingsspiel in Mainz-Kastel Gesprächsthema, wo ich krankheitshalber gefehlt hatte. Alle – vorneweg Herr Pohland – waren voll des Lobes über die Mannschaftsleistung. Besonders im dritten Spielabschnitt, wo Elf gegen Elf auf großem Feld gespielt worden war, sei die Leistung exzellent gewesen. Insbesondere Micki sei pfeilschnell gewesen und habe als Torschütze geglänzt. Allerdings sei es ganz deutlich unter Null Grad gewesen – und Herr Pohland habe sogar unter seiner Russenmütze Eiszapfen an den Ohren bekommen.

Ich habe selbst schon bei -20 Grad gejoggt. Mit der richtigen Kleidung und gesunden Atemwegen geht das durchaus. Aber auch Leistungssportlern rät man hier im allgemeinen, die Belastung zu drosseln und weniger zu tun als normal.

Darüber, ob sich der Trainingskick auf die Leistung beim heutigen Turnier auswirken würde, gingen die Meinungen auseinander. Immerhin hatte der Veranstalter ein sehr attraktives Teilnehmerfeld an den Start rufen können und hatte uns in eine sehr starke Gruppe gesteckt.

Gespielt wurde in zwei Sechsergruppen, die beiden Gruppenersten erreichten das Halbfinale. Das Spielfeld war etwas breiter als ein Handballfeld, hatte Rundumbande – was das Spiel schnell macht – und es gab große Tore. Spielzeit je 10 Minuten.

1. Gruppenspiel: RWW – Viktoria Griesheim (2000er) 2:1
Gegen den ersten dicken Brocken legten unsere Jungs einen Traumstart hin. Der Ball zirkulierte, wurde dann steil auf Furkan1 gespielt, der ihn dann direkt ins Tor spitzelte. Griesheim war noch gar nicht am Ball gewesen. Schon bald machte die Viktoria viel Druck und deren Spieler wirkten viel spritziger und schnellkräftiger, während unsere Spieler schon mehr oder weniger müde wirkten. Zwei Minuten vor Schluss fiel durch energisches Nachsetzen der Ausgleich. Griesheim warf noch einen Stürmer aufs Feld, wollte den Sieg. Dadurch kam aber Unordnung in die eigene Defensive, was letztlich Anton ausnutzen konnte: 2:1. Insgesamt eher glücklich, aber wir dürfen ja auch mal glücklich gewinnen.

2. Gruppenspiel: RWW – FV 06 Sprendlingen (99er) 3:3
Letzte Woche hatten wir Sprendlingen noch sicher mit 3:0 geschlagen, heute gerieten wir gleich mit 0:2 in Rückstand. Laut Herrn Pohland hatte ein Sprendlinger zweimal den Ball nicht richtig getroffen, wodurch er jeweils im Tor gelandet sei. Obwohl das Laufen sichtbar schwer fiel, war der Wille vorhanden. Zuerst spielte Ron Deniz frei, der den Anschluss herstellte. Dann traf Yannick2 per Fernschuss. Sprendlingen war einsatzfreudig und giftig, was uns heute Probleme bereitete. Ein Ball wurde wiederholt nicht geklärt und 22 Sekunden vor Schluss ging der FV 06 mit 3:2 in Führung. Herr Pohland kommt aus Langen und er behauptet, dass Sprendlingen etwas Ähnliches wie Mörfelden sei. Da täte eine Niederlage schon weh. Die Sprendlinger hatten ein Einsehen mit ihm. Micki passte den Ball in letzter Sekunde vor das Sprendlinger Tor, wo ein Abwehrspieler und der Torwart ihm gemeinschaftlich über die Linie halfen.

So körperlich am Ende wie heute hatte unser Team noch nie auf mich gewirkt. Okan bekam Husten und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Da hatte es unser Trainer beim Auswechseln schwer, zu entscheiden, wer die Pause am dringendsten brauchte. Aber man hat sich bei unserem Team ja schon des öfteren wundern müssen. Da liegen sie schon am Boden, um im nächsten Augenblick wie Phönix aus der Asche wieder aufzuerstehen. Die Hoffnung auf eine Wende blieb also.

Gebot der nächsten Woche: Kräfte tanken!

Gebot der nächsten Woche: Kräfte tanken!

3. Gruppenspiel: RWW – Spvvg. Neu-Isenburg 1 (99er) 1:3
Ich behaupte mal, dass Neu-Isenburg von 10 Spielen gegen uns höchstens zwei gewinnt. Hier und heute fehlte uns aber eindeutig die Kraft und Neu-Isenburg konnte allein über Einsatz einen ungefährdeten Sieg einfahren. Das 1:3 durch Furkan2 war allerdings sehenswert: ein typischer Furkan2-Kunstschuss.

Lange Pause – dann das Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Einige Fans – d.h. ich und eine Reihe anderer Väter – hatten sich auch deshalb ein weniger anstrengendes Programm am Samstag gewünscht, um einen echten Vergleich gegen diesen Gegner zu haben. Wir hatten vor einigen Jahren ein paarmal gegen diesen Gegner gespielt und waren gespannt, ob sie uns inzwischen um Lichtjahre enteilt sind oder ob wir da noch einigermaßen mithalten können.
Auch die Eintracht hatte gestern bei Minusgraden ein Trainingsspiel absolviert (2:0 gegen Darmstadt 98). Sie haben aber einen größeren Kader als wir und ich weiß nicht, wie viele Spieler doppelt eingesetzt und wie stark gefordert waren. Herr Oral gibt zu Bedenken, dass viele Mannschaften dreimal in der Woche trainieren und häufig doppelte Einsätze an den Wochenenden hätten und daher belastbarer seien.
Auf dem Platz wirkten die Eintrachtler denn auch taufrisch. Bei den bisherigen Spielen standen sie sicher in der Abwehr, attackierten erst ab der Mittellinie und spielten auch sonst kräfteschonend. In einigen Spielen warteten sie erfolgreich auf den Fehler des Gegners.

4. Gruppenspiel: RWW – Eintracht Frankfurt (2000er) 0:2
Anfangs schonten auch wir Kräfte und erwartete den Gegner erst ab der Mittellinie. Als dann doch zwei Walldorfer weit in der Eintracht-Hälfte auf Balleroberung aus waren, nutzten die Adler das mit einer schnell vorgetragenen Ballstafette aus. Micki wurde dann in aussichtsreicher Position gefoult, was nur einen Freistoß einbrachte. Furkan1 hatte wenig später freistehend den Ausgleich auf dem Fuß. Durch einen Konzentrationsfehler erhöhte die Eintracht auf 2:0. Durch das Chancenübergewicht der Eintracht war dieser Sieg auch verdient.

5. Gruppenspiel: RWW – RW Frankfurt (99er) 0:4
Jetzt stand endgültig Kommando Zahnfleisch auf dem Parkett. Durch drei Einladungen zum Torschuss und ein Eigentor durften die Frankfurter Revanche für die 0:5 Niederlage von letzter Woche nehmen. Bei einem Sieg hätten wir noch das Spiel um Platz 5 erreicht. Ein weiteres Spiel hätten wir aber heute ganz eindeutig nicht gebraucht.

Die Spieler nahmen die Ereignisse aber anscheinend erfreulich gelassen hin. Dafür ein Lob – und auch dafür, dass sie jederzeit fair blieben – sowie auch dafür, dass sie auch angesichts der geschwundenen Kräfte alles gaben, was noch da war. Da gab der Trainer dann trainingsfrei und lud zum Eltern-Kind-Sportnachmittag am nächsten Samstag ein. Da sind die Kräfte dann wieder da und wir Väter dürfen das vermutlich in einem Väter-gegen-Söhne-Kick ausbaden! Wie ungerecht!

Turnierleitung und Verpflegung waren heute tadellos. Lediglich die Schiedsrichter hätten Foulspiele etwas strikter pfeifen dürfen und nach einer Grätsche in den Mann hätten sie auch mal eine Zeitstrafe geben dürfen. So mancher Spieler flog heute in die Bande, aber anscheinend ging alles glimpflich und ohne schwere Verletzung über die Bühne. Ach doch, noch was: Die Einspielmusik während der letzten Spielminute (“Hyper! Hyper!”) war so laut, dass die Schiripfiife nicht mehr zu hören waren und mir scheint, dass der eine oder andere Pfiff auch unterging und der Unparteiische resigniert weiterlaufen ließ.

Jedenfalls bis zu den Halbfinalspielen (Eintracht – Makkabi Frankfurt 99er; Biebrich 02 – RW Frankfurt), wo wir uns verabschiedeten.

Im einzelnen verabschiedeten sich heute:
Yannick1 – Anton (1 Tor), Cameron, Deniz (1), Furkan1 (1), Furkan2 (1), Micki, Okan, Yannick2 (1). (1 Eigentor von Sprendlingen)
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gelesen: 1916 · heute: 3 · zuletzt am: 21. Oktober 2020

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