Knapp wars schon in der Region

Bällchen fliegt und darf nicht hüpfen

Wechselzonen streng beklebt

Knapp vorbei darf man nicht schlüpfen

Futsal wird hier vorgelebt

Schaaaadeeeee: hier und heute war mehr drin. Doch es kann nur Einen geben und der hatte am Ende die meisten Körner übrig gehabt. Und so wurde die TS Ober-Roden am Ende nicht unverdient Futsal-Champ der Region Darmstadt.

Spannend war es aber durchaus. Als 2. der Kreismeisterschaft hatten sich unsere Kicker-Helden für die Regionenmeisterschaft in der Halle qualifiziert. Diese wurde nach Futsal-Regeln ausgetragen. Gespielt wurde in 2 Fünfergruppen. Die ersten Beiden qualifizierten sich für das Halbfinale.

1. Gruppenspiel: RWW – Darmstadt 98 1:1
Gegen den ersten Gegner, die 2000er von Darmstadt 98, erwischte die Oral-Five einen guten Start und hatte die besseren Chancen. Nach 5 Minuten erzielte Deniz Oral das 1:0 durch einen Strafstoß. Ein Darmstädter hatte im Strafraum gegrätscht und das ist im Futsal verboten und innerhalb des Strafraumes gibt das folglich Strafstoß. Die Kreismeisterschaften waren noch nach Hallenfußballregeln ausgetragen und so waren die Futsalregeln noch nicht in Fleisch und Blut von Spielern und Betrachtern übergegangen, weswegen die meisten Anwesenden wegen des – korrekten – Strafstoßpfiffes einigermaßen überrascht waren. Die Halle in Georgenhausen ist recht eng. Zwischen Tribüne und Auslinie passt gerade so ein Auswechselbänkchen und wenn man auf diesem sitzt, muss man schon die Flossen ein wenig einziehen, damit man nicht verbotenerweise mit ihnen im Feld steht, was mit einer gelben Karte geahndet würde. Auf den Höhen beider Enden der Bänkchen waren die Außenlinien mit weißem Tesa-Krepp beklebt. Nur innerhalb dieser Zone durfte gewechselt werden – fliegender Wechsel erlaubt. Aus Groß-Gerau war man ja Kummer gewohnt und so achteten unsere Trainer auf korrektes Wechseln. Trotzdem hagelte es in diesem Spiel sage und schreibe drei gelbe Karten nach falschen Wechseln. Dabei war die Wechselzone jeweils höchsten um wenige Zentimeter übertreten worden – auch, weil man nicht einem auf der Bank sitzenden Kameraden auf die Zehen steigen wollte. Aber diesbezüglich hatten die Schiris unglaubliche Luchsaugen. Schließlich gelang es aber, sich auf diesen Tick einzustellen und insgesamt boten die Unparteiischen ja auch gute Leistungen. Aber nicht nur die Walldorfer Trainer gerieten kurzzeitig in Verzweiflung und Sinnkrisen, sondern auch die Darmstädter Kollegen. Die kleinen Lilien standen nämlich nicht nur im Beet oder schauten blumig aus der Wäsche, sondern grätschten munter weiter, dass es eine Freude gewesen wäre, gäbe es nicht die Futsalregel, dass es ab dem 6. Foul einen direkten Freistoß von der 10-Meter-Linie gibt, bei der alle anderen Feldspieler – wie bei einem Strafstoß – nicht im Weg herum stehen dürfen. Nachdem es den ersten 10-Meter-Ball für Walldorf gegeben hatte, riefen die Darmstädter Trainer ihren Spielern immer wieder zu, dass sie nicht mehr grätschen sollen. Das klappte dann auch, bis auf ein Mal. Beide Möglichkeiten konnten unsere Schützen aber nicht nutzen. Es ist aber auch deutlich schwerer einen Futsal-Ball aus dieser Entfernung im Handballtor zu versenken, weil er deutlich weniger Druck hat als ein Fußball und deswegen nicht so leicht auf Touren zu bringen ist. Wir hatten sicher mehr gute Torchancen als Darmstadt, aber ein gut gespielter Konter genügte den 98ern zum 1:1 Endstand. Damit hatten beide ihre Chancen auf das Weiterkommen gewahrt.

2. Gruppenspiel: RWW – FSV Mosbach 3:0
Genen den Vertreter aus dem Kreis Dieburg legte unsere Mannschaft einen Blitzstart hin und hätte das Speil in den ersten beiden Spielminuten schon entscheiden können, scheiterte aber am Pfosten und am sehr guten Torhüter des Gegners. Aber auch Yannick1 reagierte in der Folge glänzend als zwei – oder drei Mal ein Mosbacher Stürmer völlig frei vor ihm auftauchte. Da hätte man leicht in Rückstand geraten können. Letztlich entschied hier die bessere Qualität der Bank. Die ins Spiel gekommenen Enes(2 Tore) und Furkan2  sorgten noch für einen klaren 3:0 Endstand.

Die bisherigen Spielergebnisse hatten deutlich die Erwartung unterstrichen, dass für die Halbfinalteilnahme wohl nur Darmstadt 98, der TV Lampertheim und Walldorf in Frage kommen würden. Also durfte das Spiel gegen Lampertheim auf keinen Fall verloren werden.

3. Gruppenspiel:RWW – TV Lamperheim 3:1
Walldorf machte wiederum gleich Druck und hatte die besseren Chancen. Lampertheims 99er konterten jedoch einige Male gefährlich und erzielten auf diese Weise auch die 1:0-Führung., die auch bis etwa vier Minuten vor Schluss Bestand hatte. Die Rot-Weissen spielten jedoch konzentriert weiter und kombinierten noch drei Tore heraus, wobei Deniz einen Hattrick erzielte.

Damit stand man mit einem Bein im Halbfinale. Mit dem anderen Bein jedoch noch nicht, denn die Lampertheimer besiegten anschließend Darmstadt 98 mit 3:1. Deswegen brauchte man im letzten Spiel noch einen Punkt.

Georgenhausen stand Kopf: anlässlich des Auftritts der 2000er aus Walldorf war der Ausnahmezustand angesagt.

Georgenhausen stand Kopf: anlässlich des Auftritts der 2000er aus Walldorf war der Ausnahmezustand angesagt.

4. Gruppenspiel: RWW – JSG Brensbach/Hummetroth 5:0
Die Odenwälder der JSG Brensbach/Hu. waren jedoch klar unterlegen. Adil (2 Tore), Enes, Okan und Anton brachten mit einem 5:0 den Gruppensieg unter Dach und Fach – und lösten besonders bei Herrn Royo lautstarke Begeisterungsbekundungen aus.

Zweiter wurde der TV Lampertheim und die 98er mussten mit dem undankbaren 3. Platz Vorlieb nehmen. Im Spiel um Platz 5 schlugen sie später die SKG Erfelden mit 3:0. Die Kollegen aus dem Heimatkreis hatten das Turnier recht stark begonnen und im 1. Spiel gleich den späteren Regionenmeister TS Ober-Roden mit 2:0 geschlagen. Im letzten Gruppenspiel unterlagen sie dann aber gegen den Letzten der Gruppe, den TSV Höchst mit 1:2 und schenkten damit den Halbfinalplatz noch überraschend an RW Darmstadt ab.

Als das letzte verbliebene 2000er Team im Feld rechneten wir uns nun eigentlich gute Chancen aus. Aber schon vor dem Spiel gab es eine Panne. Eigentlich sollte laut Spielplan vor den beiden Halbfinals das Spiel um Platz 9 stattfinden. Plötzlich trugen aber Ober-Roden und Lampertheim das erste Halbfinale aus (1:0 für Ober-Roden). Also riefen unsere Trainer die Spieler nach draußen, um sie für das vermeintlich folgende Halbfinale vorzubereiten. Als die Spannung aufgebaut war und sie das Feld betraten, wurden sie jedoch wieder zurückgepfiffen, weil nun doch zuerst das Spiel um Platz 9 ausgetragen wurde. Vielleicht hat der Veranstalter die Änderungen korrekt angesagt – allein: bei niemandem von uns war die Botschaft angekommen. Also wiederholten unsere Trainer die Vorbereitungsprozedur noch einmal.

Halbfinale: RWW – RW Darmstadt 0:1
Passend dazu fehlte dann die Spannkraft etwas. Man schob sich die Pille zwar gefällig zu, es fehlte jedoch das Anziehen des Tempos und der Druck auf das Gehäuse der Darmstädter Namensvetter. Die 99er Darmstädter sind im Schnitt deutlich größer und schwerer als unsere Spieler und suchten den direkteren Weg zum Tor. Sie hatten zunächst die besseren Chancen und gingen verdient in Führung. Danach schalteten unsere Spieler noch einmal einen Gang höher und drängten mit Macht auf den Ausgleich. Bei drei Pfosten- und Lattentreffern fehlte aber das notwendige Quäntchen Glück.
30 Sekunden vor Schluss kickten die Darmstädter den Ball auf die Tribüne. Die Schiedsrichter hielten die Uhr nicht an und ein Zuschauer aus dem Lager der Erfelder prüften den Ball erstmal auf seinen ordnungsgemäßen Zustand. Ein bisschen Dagegendrücken und mal Aufspringen lassen, was aber nicht geht, weil er halt wenig Druck hat und wieder Aufheben. Nein, für diese freiwillige Serviceleistung scheute er weder Zeit – 16 Sekunden – noch Mühe. Da sagen unsere Spieler nochmal freundlich Danke.

Spiel um Platz 3: RWW – TV Lampertheim 0:1
Wir hatten zuletzt zwei Jahre lang nicht nur kein Finale verloren, sondern auch kein sonstiges Platzierungsspiel – sieht man vor dem Alpenschaulauf gegen der Grazer AK mal ab. Für eine diesbezügliche Wiederholung nehmen wir seit einigen Wochen erst mal einen Anlauf. Gegen Lampertheim begannen die Spieler mit der bis dahin geringsten Einsatzzeit. Die frischen Kräfte sorgten auch sofort für ein Übergewicht auf dem Parkett. Es fehlten lediglich die Tore. Nach einem Komplettwechsel kehrten sich dann die Kräfteverhältnisse um und folgerichtig war dann auch der Sieg der Lampertheimer.

Glückwunsch also nach Ober-Roden. Glückwunsch aber auch an unsere Mannschaft, die insgesamt eine gute Hallensaison hingelegt hat und gezeigt hat, dass sie mit den besten jahrgangsälteren Mannschaft in der Region absolut mithalten kann.

Grüße auch an Micki, der verletzungsbedingt seit drei Spieltagen fehlt. Wir hoffen, dass du bald wieder gesund und fußballmunter bist.

Bilder/Filme wahrscheinlich später – weil ich z. Zt. anderweitig ausgebucht bin.

Heute aber spielten:
Yannick1 – Adil (2 Tore), Adrian, Anton (1), Cameron, Deniz (4), Enes (3), Furkan2 (1), Okan (1), Yannick2.

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gelesen: 1516 · heute: 3 · zuletzt am: 29. Mai 2020

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