Traumfußball – heute schon vor dem Einschlafen (jetzt mit extra-Film)

Abendsonne über Wipfeln

Hinter Banden standen Granden

Sah´n ein Spiel auf höchsten Gipfeln

Gut, dass wir uns ein hier fanden

13. Gruppenligaspiel: RWW – Viktoria Griesheim 3:1 (2:0)

Zu Gast war heute der Spitzenreiter aus Griesheim. Auch wenn unsere Trainer immer wieder betonen, dass es nicht ums Gewinnen geht, sondern darum, gut zu spielen, sind es doch auch äußerliche Ziele, die Zuschauer wie Spieler motivieren. Sollte das Spiel heute nicht gewonnen werden, wäre Platz 2 in der Tabelle – und damit das Qualifikationsspiel um die Teilnahme bei der Hessenmeisterschaft – wohl nicht mehr zu schaffen und die Spannung wäre draußen. Das würde dann immerhin meine Nerven schonen und für ein entspanntes Ausklingenlassen der Saison sorgen.
In Voraussicht auf dieses Spiel hatte man es gestern beim Turnier in Mörfelden ruhiger angehen lassen und war nach der Vorrunde nach Hause gefahren. Und es war sicher richtig, die Kräfte für heute aufzuheben. Trotzdem wusste man dann nicht, ob es gut für das Selbstvertrauen ist und ob man den Schalter dann wieder würde umlegen können.
Und sollte es gegen diesen starken Gegner nicht von entscheidendem Nachteil sein, u. a. auf die flinken Techniker Furkan1 (Fieber) und Malte (schwarzer Zehennagel) verzichten zu müssen?

Für ein D-Jugendspiel war der Platz am Mittwochabend gut gefüllt, denn es hatten sich nicht nur Eltern eingefunden, sondern auch eine beträchtliche Anzahl fußballinteressierter Damen, Herren und Kinder (Hallo Sven! Hallo Herr Suchomel zuhause, der Sie hier ab und an mitlesen!). Sogar Herr Linares, der Mittlere, hatte sich getraut und das begrüßte nicht jeder, hatte er sich doch in der Vergangenheit einen Ruf als Pechbringer erworben.
Bei angenehm warmer Abendsonne wurde die Platzwahl verloren und unser Torwart musste in die Sonne schauen. Ein weiteres ungünstiges Vorzeichen? Beim unglücklichen Ausscheiden beim Danone-Cup hatte Herr Pohland anschließend gezagt, das Unheil habe schon mit der ebenfalls verlorenen Platzwahl seinen unvermeidlichen Lauf genommen.

(Nachtrag vom 12.5.: Mein nachfolgend beschriebener Eiertanz ums Filmen oder Nicht-Filmen wäre nicht nötig gewesen, wenn ich gewusst hätte, dass jemand filmt und dazu auch noch eine ganz wunderbare Zusammenfassung ins Internet stellt:

http://www.youtube.com/watch?v=0qXKQSlFb6g&feature=relmfu

 

Und jetzt weiter im ursprünglichen Text:

Ein bisschen Mut bekam ich dann, als nach dem Anpfiff sofort zu sehen war, dass unsere Spieler hochkonzentriert zu Werke gingen. Die Bälle wurden in den Fuß gespielt und bei aller Ruhe in den Aktionen, wurden diese doch auch im nötigen Tempo ausgeführt. Da legte sich meine anfängliche Nervosität etwas und ich erlaubte mir, mal weder zu filmen, noch zu fotografieren. Oder verbot ich mir es eher, um mit diesem Opfer die Fußballgötter gnädig zu stimmen? Vielleicht würde es ja Glück bringen?
Die heraufbeschworene Torgefahr führte schon in der 5. Minute zu zählbarem Erfolg, als Enes ein Zuspiel in Mittelstürmerposition handlungsschnell zum 1:0 verwerten konnte. Und die Rot-Weißen setzten nach und stellte die Griesheimer Defensivabteilung vor einige Probleme. Auf der anderen Seite gingen unsere Spieler auch in der Abwehr konzentriert und einsatzstark zu Werke. Auch Adrian machte auf der ungewohnten Rechtsverteidigerposition seine Sache gegen die körperlich starken und schnellen Gegenspieler recht gut. Ganz ausschalten kann man einen solchen Gegner nicht, der deswegen auch zu einigen wenigen, aber klaren Tormöglichkeiten kam. Yannick1 hielt eschwierige Bälle und „verschuldete“ damit – wie Herr Kasimir erkannte – „einige Eckbälle“.
Die Mehrzahl an guten Torchancen lag aber weiter bei den Walldorfern. Lief es auch deswegen so gut, weil unser Trainer bei nur 2 Auswechselspielern im seinem sonst üblichen Wechseleifer eingeschränkt war und die Spieler lange auf ihren Positionen bleiben konnten? Oder lief es so gut, weil ich weiterhin nicht filmte, obwohl mir klar war, dass ich damit Sehenswertes für die Nachwelt verloren gebe? Der Mensch denkt ja gerne magisch und möchte mit allerlei Hokuspokus die Mächte des Schicksals beeinflussen. Hier funktionierte es. Beweis: 2:0 durch Distanzschuss von Deniz, etwa in der 20. Spielminute.

In der 2. Spielhälfte konnte die Viktoria mehr Spielanteile gewinnen, aber zunächst ihre Torchancen nicht nutzen. Das Spiel war weiterhin auf hohem Niveau und so zog ich dann doch mal die Kamera vorsichtig aus der Tasche. Das hätte ich nicht tun sollen, denn – wir schreiben die 41. Spielminute – durch einen Querschläger bekam ein Gästespieler die Gelegenheit, den Ball ins leere Tor zu schieben. 1:2. Da packte ich die Kamera gleich wieder weg. Obwohl Walldorf immer wieder gefährlich konterte – schöner Schuss von Micki – schien nun Griesheim am Drücker zu sein. In Griesheim wird dreimal in der Woche trainiert. Sie hatten vier Wechselspieler. Würden unsere Kräfte reichen? Konnte ich mehr tun, als die Kamera eingepackt zu lassen? Ja, denn – und es fiel mir wie Schuppen von den Augen – mit dem selbstauferlegten Filmverbot leistete ich womöglich – vermittelt über morphogenetische Felder – einer ängstlichen Einstellung Vorschub. Das sollte aber nicht das Signal sein. Also packte ich mutig meine Kamera aus und filmte – den Mächten trotzend – furchtlos mitten ins Spielgeschehen hinein. Gut so! Schon nach wenigen Minuten kam ein langer Ball ins Niemandsland zwischen unserem Mittelstürmer Adil, seinem Bewacher und dem herausstürmenden Torhüter. Alle Drei stürmten zum Ball hin. Der Griesheimer Abwehrspieler erreichte ihn als Erster, spitzelte ihn aber unglücklich an seinem Torhüter vorbei ins eigene Tor: 3:1.

Wie ist eine solche Leistungssteigerung möglich? Der rww2000-Turbo (schematische Darstellung)

Wie ist eine solche Leistungssteigerung möglich? Der rww2000-Turbo (schematische Darstellung)

Das nahm den Gästen nun etwas den Wind aus den Segeln und die Rot-Weißen konnten das Spiel nun sicher über die Zeit bringen.

Mit strahlenden Gesichtern kamen unsere Spieler vom Platz. Alle haben heute absolut überzeugt. Sogar Herr Oral war „mit der ersten Halbzeit voll zufrieden“. Und das ist selten, dass er nicht doch etwas gesehen hat, was man noch verbessern kann. Auch Herr Kapsal sprach von einem verdienten Sieg, denn er habe die Walldorfer in der Spielanlage etwas besser gesehen als die Gäste. Ich habe jedoch auch den Griesheimer Trainer schon bald nach dem Spiel mit zufriedener Miene gesehen und darf deshalb annehmen, dass auch er mit den Leistungen der Seinen heute sehr einverstanden war.

Lobend erwähnt werden soll auch die gute Leistung des Schiedsrichters und die von beiden Mannschaften an den Tag gelegte Fairness.

RWW hat zwar noch ein recht schwieriges Restprogramm, aber weiterhin die Möglichkeit, Platz 2 aus eigener Kraft zu schaffen. Erfreulich war der Tag auch für Herrn Linares – ich kann mich nicht genau erinnern, gehe aber mal davon aus, dass er bis zum Schlusspfiff anwesend war. Vielleicht sollten wir ihn nun als Glücksbringer zwangsverpflichten? Herr Linares, vorsichtshalber erstmal nicht mehr waschen und rasieren, bitte!

Heute aber spielten ausgesprochen stark:
Yannick1 – Adil, Adrian, Anton, Cameron, Deniz (1 Tor), Enes (1), Furkan2, Micki, Okan, Yannick2.

Zur Fotostory: Ein Abend in Walldorfs-Mountain

 

Nachtrag. Ich hatte, wie erwähnt, zwar irgendwann die Kamera tapfer in Richtung Spiel gehalten, aber doch eher, um das Gefühl zu haben, etwas tun zu können, als ernsthaft gute Bilder vom Spiel zu bekommen. Und die Höhepunkte waren da in der Hauptsache auch schon vorüber gewesen – (was ja auch nicht schlimm ist, weil ja jetzt der Film von Christo zur Verfügung steht – s.o.) . Als Stimmungsbild stelle ich doch mal etwas rein. Weil ich meinen vornehmen Teint schonen wollte, hatte ich mich in den Schatten zurückgezogen, wo ich von Griesheimern umstellt war. Mit denen war aber recht gut auszukommen, was man vielleicht auch hören kann. In diesen Filmschnipseln macht vielleicht der Ton überhaupt die Musik.

 

 

 

So sah man es bei Griesheim:

Millenium-Kids verlieren gegen RW Walldorf

Leider waren in diesem Spiel nicht alle bereit, an ihre Grenzen zu gehen. Die spielstarken Walldorfer ließen uns in der ersten Hälfte des Spiels kaum „mitspielen“, weil wir zu weit entfernt von unseren Gegenspielern standen und bei Ballgewinn zu hektisch und ohne Laufbereitschaft handelten, so dass unsere Ballverluste zu schnell und zu zahlreich waren. Somit ging die 2:0 Führung völlig in Ordnung.

In der zweiten Hälfte machten wir manches besser, so dass wiederum die Walldorfer wenig zu ihrem Spiel fanden, erzielten aber aus besten Möglichkeiten nur ein Anschlusstor und besiegelten unsere Niederlage durch ein sehr unglückliches Eigentor. Entsprechend groß war die Enttäuschung, aber noch ist nichts verloren!

Es spielten: Sinan L., Nathan E., Kai V., Maurice E., Marlon M., Marco H., Jonas B., Niklas G., Kevin S., Niklas Z., Rouwen L., Till M., Jannik K.

Quelle: http://millenium-kids.de/41349/49322.html

 

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gelesen: 1747 · heute: 2 · zuletzt am: 23. Januar 2021

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