Wilder Westen Weiterstadt

Kalte Sonne Mitte Mai

Gräser stehen lang

Meistens zielen wir vorbei

Doch uns wird nicht bang

SV Weiterstadt – RWW 0:2 (0:1)

An diesem Spieltag beschäftigte gedanklich vor allem die Partie SV Münster gegen Viktoria Griesheim. Vom Ausgang dieses Spieles – das schon am gestrigen Samstag ausgetragen worden war – hing es nämlich ab, ob RWW doch noch im Kampf um die Tabellenführung würde mitsprechen dürfen. Bei einem Sieg der Griesheimer wäre diese Frage wohl mit „Nein“ zu beantworten gewesen. Da die beiden sich aber 1:1 trennten, können wir nun aus eigener Kraft ein Entscheidungsspiel um den Staffelsieg erreichen. Dazu müssten mit Lampertheim und Münster allerdings noch zwei hohe Hürden übersprungen werden. Das Tabellenschlusslicht aus Weiterstadt sollte dagegen nur eine Pflichtaufgabe sein – zu groß war die Überlegenheit beim 8:0 im Hinspiel gewesen.

Im gar nicht so weit von Walldorf entfernten Weiterstadt begrüßte uns zunächst der Anblick eines schönen Kunstrasenplatzes. Allerdings soll es von Seiten der Gastgeber auf die hoffnungsfrohe Frage nach dem Spielfeld geheißen haben: „Fußball wird auf Rasen gespielt!“ Für welchen Sport man sich den teuren Kunstrasenplatz einst angeschafft hat, brachten wir nicht in Erfahrung. Ein anderer Weiterstädter sagte, dass es zu mühsam sei, die Spielfläche auf dem Kunstrasenplatz mit Hütchen abzustecken. Einfacher sei es dann schon, auf dem Rasenplatz Linien mit dem Kreidewägelchen zu ziehen. Der Rasenplatz, auf dem dann gespielt werden sollte, war denn auch schon mit blauen Kreidelinien abgestreut. Der Platz war recht ungleichmäßig mit hohem Gras bewachsen, und wies auch kahle Stellen auf – nicht eben geeignet für gepflegtes Kurzpassspiel. Das wiederum enttäuschte so manchen Fußballästheten im Walldorfer Lager. Allemal sinnlicher finde ich einen richtigen Naturrasen aber schon auch – er riecht z. B. besser als Plastik, das in der Umwelt unserer Kinder ohnehin schon einen zu großen Platz einnimmt. Viele Mädchen und Jungen kennen das Gras angeblich nur noch aus diversen Computerspielen, wie „FIFA 2012“ oder „Prärie 3.0 – Bau dir dein Viehimperium!“. Auch ein gleichzeitig stattfindendes G-Junioren-Spiel fand nebenan auf einem Platz mit Naturgrasbewuchs statt. Nun ja – der eine schläft gerne mit Bassetti-Bettwäsche im Wasserbett, der andere ruht lieber auf dem Nagelbrett. Da ist der Mensch halt verschieden. Und im Zweifel sollte man nicht so schnäubisch sein und versuchen, sich den Gepflogenheiten des Gastgebers anzupassen.

Interessant: Variationen mit Bein (Weiterstadt auf Naturrasen, 2012)

Interessant: Variationen mit Bein (Weiterstadt auf Naturrasen, 2012)

Doch nun zu unserem eigentlichen Thema, dem Wetter. Zeigte das Thermometer vorgestern noch 33 Grad, waren es heute früh schlappe 10 Grad. Hinzu kam ein kühler Wind. Mit meinen neuen dreiviertel-langen Hosen hatte ich eine schlechte Wahl getroffen und verkühlte mir die Waden. Trotzdem schien die Sonne. Immerhin hatte ich das Käppi irgendeiner skandinavischen Biermarke dabei. Verkühlte Waden plus Sonnenbrand hätte ja auch noch gefehlt!
Ich stand auf einer Art Damm zwischen beiden Rasenplätzen und hatte eine gute Sicht. Also filmte ich gleich von Beginn an ein bisschen und versuchte – trotz Kälte – nicht zu verwackeln. Schön, dass Micki auch sofort mit sattem Weitschuss das 1:0 besorgte. Nicht schön, dass ich die Kamera zwar hielt, aber vergessen hatte, den „Ein“-Knopf zu drücken. Sorry, Micki! Die Weiterstädter hauten sich in die Zweikämpfe. Unsere Jungs waren zwar spielbestimmend, hatten auch immer wieder Tormöglichkeiten, aber das Ganze lief doch nicht so rund wie gewohnt. Herr Kasimir glaubte gesehen zu haben, dass man sich zu oft den Ball in die Füsse gespielt habe – und zu wenig in den Raum, was bei diesem Gelände das bessere Mittel gewesen wäre, um den nötigen Schwung in die Aktionen zu bringen. Und ich denke, er hat da recht. Weiterstadt fand im Angriff dagegen überhaupt nicht statt. Nur bei einigen Freistößen erreichten sie mit langen Bällen unseren Strafraum. Zu Torschüssen kamen sie nicht. Auf der anderen Seite ergaben unsere Torschüsse (u. a. Pfostenschuss von Adil) in der 1. Halbzeit allerdings auch nichts Zählbares mehr.

In der 2. Spielhälfte hatten die Trainer die Grundaufstellung geändert. Das brachte denn auch ein besseres Spiel in Gang. Die Torchancen kamen schneller und waren von besserer Qualität. Ron spielte kluge Pässe in die Raum und Can hatte in der Spitze einige gelungene Assistversuche. Aber das Tor war wie vernagelt. Entweder man zielte vorbei oder der stark spielende Torhüter der SV konnte das Spielgerät immer wieder aufhalten.
Ein 1:0 ist ja immer gefährlich. Eine Unaufmerksamkeit und der Vorsprung ist hin. In diesem Spiel hielten sich die Sorgen in Grenzen, denn den Gastgebern gelang nach vorne so überhaupt gar nichts. Schließlich wehrte der Weiterstädter Torhüter einen Strafstoß ab. Für einen kurzen Moment schien dies die SV-Spieler zu beflügeln und sie setzten kollektiv zu einem Gegenangriff an. Ihre rechte Abwehrseite war dadurch unbesetzt. RWW gewann den Ball, brachte Micki ins Spiel, der dann mit dem 2:0 den Sack zumachen konnte.

Dass das selbst gegen einen relativ ungefährlichen Gegner wichtig war, zeigte sich zwei Minuten vor dem Abpfiff. Ich weiß nicht wie, aber Weiterstadt hatte den ersten und einzige Torschuss – den allerdings auf unser leeres Tor. Dieser ging jedoch ebenfalls vorbei. Insgesamt darf der SV mit dem knappen Ergebnis zufrieden sein. Und wir dürfen das mit den drei Punkten ebenfalls.

Anschließend ging es noch einmal nach Walldorf, wo einige Mütter ein opulentes Spielerfrühstück zubereitet hatten. Danach schauten wir einen etwa 45 Minuten langen Film unserer letzten Begegnung gegen Viktoria Griesheim auf Leinwand an. Es war sofort Atmosphäre wie beim WM-Kucken auf öffentlichen Plätzen, ja eher noch ein bisschen lebhafter. Wie bei live-Spielen wurde jede gelungene Aktion von den Mitspielern begeistert gefeiert – und das waren in diesem Spiel ja nicht eben wenige gewesen.

Heute aber spielten:
Yannick1 – Adil, Adrian, Anton, Cameron, Can, Enes, Furkan2, Micki (2 Tore), Okan, Yannick2.

Fotostory: Bis es dann doch losging!

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gelesen: 1495 · heute: 2 · zuletzt am: 23. Januar 2021

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