Mal wieder ziemlich bestes Spiel

Frostig kommt Freund Herbst daher

Sorgt für kalte Finger

Auf dem Feld läuft’s heute sehr

Rein gehen manche Dinger

Freundschaftsspiel: RWW – SV Nauheim C1 8:1 (3:0; 3:0; 2:1)

Ja sind das erst sieben  Monate her, dass wir gegen Nauheims 99er gespielt haben? Damals war das unser zweites Spiel auf dem großen Feld überhaupt. Damals gab es einen knappen 3:2-Erfolg, der das Kräfteverhältnis auch in etwa realistisch wiederspiegelte. Heute spielten wir drei mal 25 Minuten. Die ersten beiden Drittel mit 11 gegen Elf auf dem großen Feld, das letzte Drittel unter Neunerbedingungen. Nauheims C1 besteht überwiegend aus 99er Spielern, hat aber auch einige 98er am Start.

Ich kam etwa fünf Minuten zu spät und hatte schon eine Großchance der Gäste versäumt, die das leere Tor verfehlt hatten. Als ich meine Position auf der Tribüne eingenommen hatte, konnte unsere Mannschaft das Kommando auf dem Feld übernehmen – und auch sogleich mit 1:0 in Führung gehen. Furkan2 hämmerte einen Freistoß aus ca. 22 Metern an die Unterkante der Querlatte. Vom Boden sprang der Ball dann ins Netz – für noch nicht ganz ausgewachsene Torhüter ist so ein Schuss im Großfeldtor unhaltbar. Auf dem Platz spielte unsere Mannschaft, als wäre sie auf dem großen Feld zuhause. Der Trainer ließ – etwas riskant – mit Dreierabwehrkette spielen, um ein Übergewicht im Mittelfeld zu bekommen. Das funktionierte durch gute Leistungen der Abwehrreihe tadellos, egal wer da spielte – in der Zentrale gefielen besonders Yannick2 und später auch Okan. Der hauptsächliche Vorteil lag aber im flüssigen und präzisen Zusammenspiel. Hier fügten sich im 1. Drittel auch Oskar und Lorenz gut ein, indem sie die Bälle schnell an den Mann bringen konnten und auch nach hinten engagiert arbeiteten. Im Aufbauspiel zeigte sich daher eine deutliche technische Überlegenheit unserer Spieler gegenüber den keineswegs schwachen Nauheimern. Je mehr sie ins Hintertreffen gerieten, desto mehr hielten sie mit körperlichem Einsatz dagegen – der aber im üblichen Rahmen blieb. Unsere Spieler hielten dagegen, waren auch im Zweikampf nicht unterlegen. Einige Blessuren trugen unsere Spieler dadurch leider schon davon. Wir hoffen vor allem, dass sich die Verletzung von Christoph nicht als Schlimmer herausstellt.

Im Analysetool nachgestellt: Furkan2s Freistosstreffer zum 1:0!

Im Analysetool nachgestellt: Furkan2s Freistosstreffer zum 1:0!

Aber zurück zum 1. Drittel. Durch gutes Passspiel und Zweikampfstärke konnten Anton und Adil bis zur Drittelpause den Vorsprung auf 3:0 schrauben. In der Fankurve war man begeistert. „Fußball 2000“, „beste Halbzeit überhaupt“ bekamen die Herren Diehl und Scheible zu hören, die erst zur Pause eingetroffen waren.
Im 2. Drittel war die Überlegenheit sogar noch größer. Der Raum wurde ganz wunderbar zu Schnellangriffen genutzt. Adrian1 spielte schöne Pässe aus der Tiefe, die von Micki, Christoph und Co. Genutzt werden konnten. Über den linken Flügel wurde Okan freigespielt, der mit Körpertäuschung zwei Gegner auf sich zog und Christoph bediente, welcher seine Vollstreckerqualitäten bewies. Auch was den Torabschluss betraf war ein deutliches Plus bei den Walldorfern. Die Nauheimer hatten dagegen kein Zielwasser getrunken – solche Tage gibt es halt. Nach einem Eckball der Gäste gewann Adrian2 einen Zweikampf in der Abwehr und bediente mit einem langen Pass Christoph, der aus der eigenen Hälfte anlief und weder Torwart noch Abwehrspielern eine Chance ließ, das 5:0 zu verhindern (siehe Film). Wenig später wurde er im Strafraum festgehalten – da er aber weder herumkugelte, noch „aahhrggghh!!“ schrie, blieb der Pfiff des ansonsten guten Schiris aus. Wenig später dann doch Elfmeter. Micki war zwischen zwei Abwehrspielern hindurch gesprintet, die ihn dann von den Beinen holten. Der Strafstoß wurde dann leider etwas zu unplatziert geschossen. Man wollte das 6:0 lieber aus dem Spiel heraus erzielen. Kurzpasskombi im Gästestrafraum, schöner Abschluss von Adil.

Ein Spiel wie aus einem Guss. Die Mannschaft hat das Großfeld absolut im Griff. Wozu also das D9 Feld? Es wirkte fast, als wenn noch eine Handbremse gelöst worden sei. Trotzdem hält unser Trainer hier zum DfB, der das D9er-Feld empfiehlt. Durch die engeren Räume habe man weniger Zeit zur Verarbeitung der Bälle. Dies erfordere wiederum größere technische Fähigkeiten. Den Ertrag dieser D9er-Arbeit ernte man dann auf dem Großfeld. Die Spiele auf dem kleineren Feld seien also keine Zeitverschwendung, sondern eine bessere Vorbereitung auf das große Feld als das Spiel auf dem großen Feld selbst.

Herr Reichart pflichtete hier eifrig bei – und der muss es als ehemaliger Spieler aus Württemberg (wo die Felder besonders klein sind) ja wissen.
Das Geschehen auf dem Spielfeld sprach auch eher für diese Sichtweise. Die Nauheimer haben seit dem letzten Aufeinandertreffen nur auf dem Großen Feld gespielt, wir nur drei Mal und trotzdem hatten wir sie – jedenfalls nach heutigem Eindruck – deutlich überholt.

Das letzte Drittel wurde dann auf dem kleinen Feld gespielt. Auch hier hatten unsere 2000er alles im Griff. Adil setzte sich auf dem rechten Flügel durch und bediente mustergültig Micki: 7:0. Dann eine schöne Flanke von Anton, den die Nauheimer nur vor die Schlappen von Adrian1 abwehren konnten. Schöner Schuss: 8:0. Die Walldorfer Bank füllte sich nun mit einigen angeschlagenen Spielern. Yannick1 hatte dann noch Gelegenheit sich auszuzeichnen. Zwei „100%-ige“ (Herr Erdogan) habe er gehalten und sich „ohne Mitleid“ (Herr Kasimir und Herr Haddad) mit den durchgebrochenen Nauheimer Stürmern vor deren Füße geschmissen, obwohl die bestenfalls ein doppelt so hohes Körpergewicht aufzuweisen hatten. Einen Kopfballtreffer aus kurzer Entfernung musste er dann aber doch passieren lassen – und der Ehrentreffer war für die Gäste ja schließlich auch verdient.
Wir wünschen dem Gäste-Trainer, Herrn Pagano, und seiner Mannschaft jedenfalls noch viel Erfolg in der laufenden Qualirunde.

Heute spielten aber:
Yannick1 – Adil (2 Tore), Adrian1 (1), Adrian2, Anton (1), Christoph (2), Furkan1, Furkan2 (1), Lorenz, Malte, Micki (1), Okan, Oskar, Yannick2.

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gelesen: 1772 · heute: 2 · zuletzt am: 21. Oktober 2020

2 Antworten zu “Mal wieder ziemlich bestes Spiel”

  1. reichart 24. Sep, 2012 am 07:25 #

    mir händ auf dr Alb an stoiniga Boda und scho seit 2000 Joar Droifeldrwürtschaft also mindestens soit dr Ariovist gäge dänn Italiänr kämpft hot, ond deswäge hänn mr it so viel Plaatz….

  2. Michael K. 24. Sep, 2012 am 15:36 #

    Aha, dann ist alles klar, denke ich.

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