Feiern beim FC Bayern

Regen sprüht, die Wolken grau

Kurz und glatt ist der Kunstrasen

Licht ist diesig – Alzenau

In meinem Wasser blubbern Blasen

Dann ein Steilpass in den Raum

Stürmer läuft, hat Pferdekräfte

Seinen Atem hört man kaum

Am Kaffeetisch gibt es auch Säfte

Über den Stollen

Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

Alle Ängste alle Sorgen sagt man

blieben darunter verborgen und dann

würde was uns groß und wichtig erscheint

plötzlich nichtig und klein

(…frei nach und z. T. wörtlich zitiert aus: Rheinhard Mey, Über den Wolken. Lied.)

2. Trainingsspiel: FC Bayern Alzenau – RWW 1:4 (1:2)

Alzenau befindet sich zwar in Bayern. Fußball spielt man aber verständlicherweise lieber in Hessen. Unser heutiger Spielpartner belegt mit bisher 4 Siegen und 4 Niederlagen – bei einem Torverhältnis von 7:9 – einen Mittelfeldplatz in der sehr starken Gruppenliga Frankfurt. Auf unserer Seite scharrten besonders die Väter schon ungeduldig mit den Hufen und freuten sich, unsere Mannschaft endlich mal wieder dann beobachten zu können, wenn sie ihr Hobby gegen einen starken Gegner ausüben würden. Nachdem wir den Ausflug genutzt hatten, einige schöne Sportplätze im Großraum Alzenau zu besichtigen, erwartete uns am Stadion, wo die Senioren ihre Regionalligaspiele austragen, ein würdiger Kaffeestand mit lecker belegten Brötchen, gutem Kuchen und freundlichen Gastgebern.

Der Kunstrasen war tatsächlich schon etwas älter und abgespielt, wodurch die Bälle sehr schnell wurden. Der Nieselregen tat sein übriges. Auf dem Platz nahm unsere Mannschaft von Beginn an das Heft in die Hand und war absolut spielbestimmend. Nach etwa 10 Minuten zog Micki am linken Flügel nach Innen und hämmerte den Ball in den Torwinkel. Die Bayern waren körperlich präsent und kamen vor allem durch Konter einige Male gefährlich vor unser Tor. Beim 1:1-Ausgleich profitierten sie von einem Abstimmungsfehler unserer Defensive. Herr Duran bemerkte, man müsse hier deutlicher miteinander reden, dann käme so etwas nicht vor. In der 2. Halbzeit glaubte ich zu erkennen, dass die Spieler in ähnlichen Situationen Herrn Durans Rat bereits beherzigt hatten.

Nach dem Ausgleich änderte sich am Spiel wenig. Alzenau versuchte in die Zweikämpfe zu kommen, in denen sich unsere Spieler heute aber ebenfalls ausgeschlafen zeigten. Einen schönen Weitschuss von Lorenz konnte der Torhüter nicht unter Kontrolle bringen. Adrian1, der zu diesem Zeitpunkt Mittelstürmer war, brachte den Abpraller im 2. Anlauf im Tor unter. Das war sicher kein Zufall, denn auch auf der rechten Verteidigerposition und später auf der mittleren Verteidigerposition war er sehr wach, aktiv und zweikampfstark.

In der Halbzeitpause waren wir bereits sehr zufrieden. Herr Pohland bereitete routiniert den Schiedsrichter auf die 2. Halbzeit vor, indem er ihn aufs heftigste lobte.

Dabei fällt mir ein, dass ich schon seit längerem keine sachlichen Gespräche mit Schiedsrichtern mehr geführt habe, ohne dass ich mir das etwa irgendwann vorgenommen hätte. Ich komm einfach nicht mehr drauf.

Der Schiedsrichter heute wurde auch zu recht gelobt, legte er doch eine sachliche und ruhige Leitung des Spiels an den Tag. Im 2. Spielabschnitt war zunächst Walldorf am Drücker, hatte aber bei den Torabschlüssen nicht genügend Zielwasser getrunken. Furkan2 lenkte das Spiel und verteilte klug die Bälle. Christoph – der eigens für das Spiel die Apfelernte auf dem großmütterlichen Anwesen unterbrochen hatte – gab den Rode und machte das Spiel schnell. Trotzdem hatten die Gastgeber nach etwa zehn Minuten ihre stärkste Phase mit einigen Großchancen, die wir aber mit ein wenig Glück überstanden. Dann Tor 3 und 4, die sich glichen wie eineiige Zwillinge. Micki nahm über den linken Flügel die Abwehr ganz großartig auseinander und bediente Adil, der dann die Bälle choukairimäßig verwertete. Danach war RW dem 5. Tor näher als Alzenau dem 2. Die beste Chance hatte Yannick2, der nach einem Solo über den ganzen Platz alleine vor dem Torhüter auftauchte, dann aber mit dem Abschluss etwas Pech hatte. Insgesamt hat sich die ganze Mannschaft ein großes Lob verdient. Auf so einem schnellen Boden bedarf es schon einer sehr guten Technik, um die Bälle sicher und oft mit nur einer Ballberührung über viele Stationen zu lenken. Das klappte bei den Bayern nicht so gut wie bei den unsrigen, weswegen das Ergebnis in dieser Höhe auch in Ordnung ging. Coach Karabulut übernahm, wie zuletzt meist auch schon, die Einwechslungen und setzte die meisten Spieler auf zwei oder drei verschiedenen Positionen ein. Coach Oral gab vom anderen Spielfeldrand handlungsbezogene Kommandos („Christoph, rück nach vorne! Oskar, biet dich an! Schiri, aus dem Weg!, Furkan, steh höher!“) – was ebenfalls half, die Konzentration hoch zu halten.

Trotz dieser rundum starken Leistung sollte man das Ergebnis auch nicht überbewerten. Der Trainer der Gastgeber gab zu Bedenken, dass heute sein Hessenauswahlspieler gefehlt habe. Er hätte auch einige schwächere Spieler heute länger eingesetzt, als er das in der Gruppenliga tue, wo es für seine Mannschaft ausschließlich darum gehe, einen Abstieg zu verhindern. Auch hätte seiner Mannschaft das 2:2 gelingen können. Dann wäre vielleicht sogar mehr möglich gewesen. Nach dem 3:1 sei die Luft dann draußen gewesen. Er bescheinigte uns allerdings auch eine gute Leistung und er halte uns für stark genug, dass wir auch in der Gruppenliga Frankfurt mit den Spitzenvereinen auf Augenhöhe spielen könnten. Und das hört und glaubt man nach dem heutigen Spiel gerne.

Heute spielten übrigens:

Yannick1 – Adil (2 Tore), Adrian1 (1), Christoph, Enes, Furkan1, Furkan2, Lorenz, Micki (1), Oskar, Yannick2.

Hier noch ein paar fotografische Werke zum Spiel

 

Tags:

gelesen: 1625 · heute: 2 · zuletzt am: 29. Mai 2020

Bisher keine Kommentare.

Hinterlassen Sie eine Antwort