Ratzfatz aufm Hartplatz (jetzt mit Gratis-Film!)

Staubgewölk aus Roter Erde

Frisch geschickt von Stollenschuh

Sonne lugt, auf dass es werde

Ein Mix aus Trick und Wollen, Du.

 

4. Gruppenligaspiel: TSV Nieder-Ramstadt – RWW 2:6 (1:3)

Egal, wir spielen auch auf Eis.“ So lautete der Kommentar, als unser Trainer erfuhr, dass das Spiel nicht auf dem Rasenplatz, sondern auf einem nostalgischen Hartplatz stattfinden sollte – Retro-Platz sozusagen. Die Vermutung liegt nah, dass sich die Gastgeber – vielleicht aufgeschreckt durch unsere bisherigen Ergebnisse – auf dem schwierigen Geläuf mehr ausrechneten als auf dem Rasen. Während wir unser Aufwärmprogramm durchführten, fand auf dem daneben liegenden Rasenplatz ein E- oder F-Jugendspiel statt. Während unseres Spiels durfte der Rasen sich ausruhen und erholen. Nach unserem Spiel begann sich eine Mädchenmannschaft für ihr Spiel auf dem Rasen vorzubereiten. Ein bisschen schade war, dass zuvor unsere Bitte nach einem früheren Anpfiff unseres Spiels abgelehnt worden war, weil die Spielplätze belegt seien. So musste unser Trainer mal wieder seinen Dienst tauschen und das Entgegenkommen seiner Kollegen strapazieren. Ich weiß nicht, wann man in Nieder-Ramstadt sonst auf dem Hartplatz Spiele austrägt, an diesem Tag aber offensichtlich nur unser Spiel. Und so wäre ein früherer Anpfiff möglich gewesen. Aber vielleicht war ja die Verlegung auf diesen Platz auch eine kurzfristige Eingebung der Gastgeber. Auf dem Rasen zu spielen hätte sicher allen Spielern mehr Spaß gemacht. Die Aufgabe auf dem Platz aus roter Erde, der zudem gewölbt ist, zu den Außenlinien hin abschüssig ist, und auf dem die Bälle hoch abspringen und schwer zu kontrollieren sind, war denn auch schwieriger für uns. Da wir in dieser Saison selten ernsthaft gefordert worden waren, war die Notwendigkeit, sich auf schwierige Bedingungen einzustellen, auch wieder zu begrüßen.

Sofort nach dem Anpfiff hatten die Gastgeber ihre beste Szene. Mit einem schönen Pass durch die Schnittstelle unserer Abwehr wurde ein Angreifer frei gespielt, der dann seine Chance auch prompt nutzte. Danach war es hauptsächlich ein Spiel auf das Tor der Nieder-Ramstädter. Auch auf dem Hartplatz lief der Ball recht gut durch unsere Reihen. Die Ballannahme dauerte aber oft einen Tick länger als gewöhnlich. Die Nieder-Ramstädter machten die Räume vor dem eigenen Tor dicht und spielten sehr einsatzfreudig. So war es tatsächlich schwieriger, klare Torchancen herauszuspielen und ein bisschen Mitwühlen war nötig. Das tat Adil denn auch in der Vorbereitung des 1:1-Ausgleichs von Adrian1 in der 9. Minute. Drei Minuten später brachte er die Rot-Weissen mit einem Schuss von der Strafraumgrenze in Führung. Das schönste Tor des Tages erzielte dann Furkan1, der wunderbar freigespielt worden war. Der insgesamt gute Schiri gab das Tor wegen Abseits nicht und wir glauben, dass er da falsch lag. Kurz vor der Pause spielte sich Furkan1 dann schön an der Grundlinie durch und legte Enes das 3:1 auf.

In der Pause, nach dem Spiel und immer mal wieder ist das Thema Chancenverwertung ein Diskussionsthema. Auch die Presse hatte sich ja in der letzten Woche mit der Tor- und Chancenausbeute unserer Mannschaft beschäftigt. Zur Objektivierung der Diskussion fehlt aber noch immer eine Datengrundlage. Unstrittig ist wohl, dass jede Menge Torchancen herausgespielt werden.  In der Bundesliga werden 20 bis 30 % der Chancen genutzt. Wie wir im Vergleich dazu liegen, weiß ich nicht. Vielleicht notiert ja mal jemand mit.

Oder ich werte meine Filmschnipsel mal aus, sofern ich das Rohmaterial aufgehoben habe. Für ganze Spiele reicht mein Akku zur Zeit nicht. Deswegen fehlen auch immer ein paar Tore in den Filmen. Für die 2. Spielhälfte hatte ich heute nur wenige Minuten Filmzeit zur Verfügung. Trotzdem habe ich zwei unserer Tore erwischt. Das muss bei aller Bescheidenheit einmal hervorgehoben werden.

 

Aber der Reihe nach. Wir berannten auch in Hälfte 2 das Tor der Gastgeber. Eine Reihe unserer Torabschlüsse waren aber zu schwach. Mindestens eine gute Torhüterparade, ein paar knappe Fehlschüsse und eine dichte Abwehrwand verhinderten zunächst weitere Treffer. Unsere Abwehr hatte die Gegenspieler bei deren Konterversuchen jederzeit im Griff. Dass die Gastgeber trotzdem plötzlich – aufgrund eines unfreiwilligen Gastgeschenkes . 2:3 aufschließen konnten, war überraschend und so etwas macht den Fußballsport ja interessant. Am frühen Nachmittag rochen die Gastgeber Morgenluft, war doch nun ein Punktgewinn im Bereich des Möglichen. Für unsere Mannschaft und ihre Erfahrung spricht aber, dass sie jederzeit ruhig blieb und die spielerische Linie aufrecht erhielt. Micki erzielte nach einer Einzelleistung im Anschluss an eine Ecke mit einem Flachschuss in die rechte untere Ecke das 4:2. Dann konnte der Torhüter einen Schuss von Adrian nur abklatschen und Adil schweißte dann den Nachschuss in die Maschen. Den Schusspunkt pinselte Okan auf das Torprotokoll. Seine Flanke segelte an Freund und Feind vorbei ins lange Toreck.

Ich glaube, dass alle insgesamt mit unserer Mannschaft zufrieden waren. Bei diesen schwierigen Bedingungen muss man erst mal so viele Chancen herausspielen  und sechs Treffer erzielen. Auch am Kuchenstand der Gastgeber sah man das wohl so, denn man spendierte nicht nur den eigenen Spielern, sondern auch den Unsrigen – nach dem harten Plätzchen – nun eine Runde weiche Muffins. Danke dafür.

Am nächsten Sonntag empfangen wir die 2001er von Darmstadt 98, die ebenfalls alle bisherigen Spiele gewonnen haben. Wir dürfen also gespannt sein.

Heute spielten und wühlten:
Yannick1 – Adil (2 Tore), Adrian1 (1), Anton, Christoph, Enes(1), Furkan1, Furkan2, Malte, Micki (1), Okan (1), Yannick2.

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gelesen: 1928 · heute: 2 · zuletzt am: 12. August 2020

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