Gar nicht mau in Alzenau

Freitag früh der Regen sprüht

Drinnen dampft Kaffee

Mancher Kicker sich bemüh

Den Rest macht die Ballfee

 Hallenturnier in Alzenau

Die Spuren der eigenen Vergangenheit geleiteten mich heute nach Alzenau, genauer gesagt in den Stadtteil Michelbach. Hier schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Der gebohnerte Boden stahlte mit sich selbst um die Wette und das stolze Deckengehölz flößte Urvertrauen ein. Der Müller-Thurgau hatte sich in den Winter verkrochen. Hier also sollten wir nach 2009 nun zum zweiten Mal in die Schlacht ziehen.

Die etwas aus dem Leim geratene Rundumbande umkränzte ein Spielfeld, das etwas kleiner als ein Handballfeld war. Gelber Filz hielt die Bälle warm und bei Laune. Die Öffnungen der Tore betrugen je zehn Quadratmeter. Nur neun Minuten pro Spiel standen zu Gebote. Doch dann der Dolch im Rücken: Fünf Feldspieler! Damit hatte keiner gerechnet. Zusammenballungen von Spielerleibern, Nahkampfketten grüßten aus der nahen Zukunft. „Ja, das hab ich mir gestern auch gedacht: Fünf Spieler sind ein bisschen viel. Im nächsten Jahr spielen wir mit vier Feldspielern.“ Der freundliche Herr am Kampfgericht streute gekonnt seinen Trost unter die Trainergemeinde.

Zwei Gruppen zu je fünf Mannschaften wurden ausgespielt. Die Sieger wurden sofort ins Finale katapultiert.

Spiel 1: RWW – JFG Bayerischer Odenwald 4:1
Unter den genannten schwierigen Bedingungen war es nicht unbedingt zu erwarten gewesen, dass unsere Ballkünstler auch hier Ballkontrolle in langen Stafetten durchsetzen konnten. Die Bayern gingen trotzdem in Führung, als wundersamer Weise ein Spieler völlig alleine auf unser Tor zulaufen konnte. Doch jault der Bär auf dem Weg zum Honig, wenn ihn eine Biene sticht? Nein! Der Bär lässt sich nicht aufhalten und die vier Tatzen Adil, Okan, Micki und Adrian1 langten denn auch kräftig  zu.

Spiel 2: RWW – Bayern Alzenau 3:0
Der Gruppenligist aus der Region Frankfurt (!) stand beeits gehörig unter Druck, hatte er doch überraschend seine Partie gegen die JSG Altenstadt/Lindheim mit 1:3 verloren. Entsprechend engagiert ging er zu Werke. Der Unparteiische schien Zünglein an der Waage spielen zu wollen, denn er düngte die Erde mit Freistößen für die Bajuwaren. Aber zieht der Frosch den Schwanz ein, wenn er die Autobahn überqueren will, nur weil gerade Stoßzeit ist? Nein. Der Frosch zweifelt nicht und auch die Schenkel Adrian1, Okan und Adil übersprangen gleich drei Schnellstraßen. Da gab es kein Verzählen.

 

In Alzenau entdeckt: Illustration zur Evolution!

In Alzenau entdeckt: Illustration zur Evolution!

Spiel 3: RWW – Bomber Bad Homburg 9:0
Der Verein des dritten Kontrahenten wurde in den siebziger Jahren gegründet und nach Gerd Müller, dem Bomber der Nation benannt. Aber springt die Schildkröte feige in ihre Höhle, nur weil ein alt gewordener Adler sie mit Steinen bewirft? Nein. Sie zieht unbeirrt über neun Gipfel . Die Gipfelkreuze setzten Adrian2 (2), Yannick2 (2), Furkan2, Christoph, Adil, Micki und Okan. Das Tor von Okan könnten aber auch Adrian1 oder Furkan2 erzielt haben. Hier kann sich weder die Erinnrung, noch die Filmaufnahme eindeutig festlegen. Auf jeden Fall hatten sich – bis auf den Torhüter – bereits jetzt alle auf der Torschützenliste verewigt.

Spiel 4: RWW – JSG Altenstadt/Lindheim 2:2
Auch Altenstadt hatte neun Punkte auf dem Konto, aber – mit 7:3 – die schlechtere Tordifferenz. Hier machten sie aber wahrscheinlich heute ihr bestes Spiel. Sie störten diszipliniert und glichen unsere Führungen – fulminanter Schuss von Christoph und ein eher erzwungenes Eigentor – postwendend aus. Nach drei Minuten waren alle Tore gefallen. Aber stört es den Eber, dass es die Eiche nicht stört, wenn er sich an ihr scheuert? Eben. Also Finale.

Finale: RWW – FV 02 Biebrich 3:0
Der Gegner machte mächtig Dampf. Mit viel Geschick und etwas Glück durfte unser Netz aber entspannt herumhängen. Doch stört es die Riedschnake, wenn der Bauer mit der Klatsche nach ihr schlägt? Nein, das tut sie nicht. Sie behält die Ruhe und nimmt drei kräftige Schlucke aus der Pulle. Die Rüssel Adil, Adrian1 und Okan tauchten dreimal ein – aber es war die ganzen Schnake, die diese Rüssel erst in Position brachte. Das gebe ich mal so zu Bedenken.

 Und auch hier nochmal das wesentliche in Bildern

Heute aber spielten Fußball:
Yannick1 – Adil (4 Tore), Adrian1 (3), Adrian2 (2), Christoph (2), Furkan2 (1), Micki (2), Okan (4), Yannick2 (2). 1 Eigentor Altenstadt.

Die harten Fakten sind im Liveticker zu finden.

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gelesen: 1556 · heute: 2 · zuletzt am: 16. Januar 2021

2 Antworten zu “Gar nicht mau in Alzenau”

  1. Achim 06. Jan, 2013 am 00:54 #

    Nach diesen Artikel, und nach verdienten Menschen wie Hauptmann, Shaw, Duck, Hesse,
    Churchill, Hemmingway, Camus, Sartre, Steibeck und Backett, oder Brodsky, Cela, Wallcott,
    Grass bis Mo Cann, sollte man diesen jungen Sportreporter aus dem Dunstkreis von
    Rot-Weiss Walldorf für sein unermüdliches Schaffen zum Nobelpreis vorschlagen.
    Ährlich

    Achim

  2. Achim 06. Jan, 2013 am 00:56 #

    Für ???

    natürlich Literatur !

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