Heute zu Gast beim Blitzturnier: Väterchen Frost

Hast du etwas Zeit für mich

dann singe ich ein Lied für dich

von 99 Übersteigern

auf ihrem Weg zum Strafraum hin

Blitzturnier 99 Übersteiger

Nun also Teil drei unseres Blitzturnier-Zyklusses. 99 Übersteiger soll natürlich nicht an Nena erinnern. Die ist ja keine hessische Fußballgröße, sondern an das Jahr 1999, in dem sich ein Norweger im Waldstadion mit eben einem Übersteiger zum Ehren-Hessen krönte. Es ist wie früher angeblich beim Kennedy-Attentat oder bei der Mondlandung oder bei der Erstausstrahlung vom Blauen Bock: wahrscheinlich kann sich zumindest jeder Hesse daran erinnern, wo er war, als dieses Tor fiel.

Weil der Lockruf der Gruppenliga schon wieder vernehmbar ist, ging man vorbereitungshalber mal wieder draußen seinem Sport nach. War es in der Wochenmitte noch annähernd 15 Grad warm gewesen, war heute schon fast wieder Permafrost angesagt. Für die zahlreichen Zuschauer war das sicher gut fürs Immunsystem. Ich selbst habe irgendwann auf warme Getränke verzichtet, weil ich die wahrscheinlich wieder verschüttet hätte. Ich kriege dann nämlich in Armen und Händen so etwas ähnliches wie die Biathleten in den Beinen, wenn sie beim Schießen eine „Nähmaschine“ ereilt. So war es gut, dass heute Mini angesagt war, was den Spielplan betraf: Fontana Finthen, Kastel 46 und RWW. Jeder gegen jeden, jeweils 30 Minuten, also je eine normale Halbzeit.

Im ersten Spiel standen sich unsere Gästeteams gegenüber. Ich war noch mit allerlei Organisatorischem beschäftigt und habe nicht alles gesehen. Wenn ich aber etwas sah, dann waren es die Kasteler, die bemüht waren, ein Tor zu schießen und die Finthener, die bemüht waren, die Räume vor dem eigenen Tor eng zu machen. So staunte ich nicht schlecht, als ich hörte, dass Finthen am Ende 2:0 gewonnen hatte.

Spiel 1: RWW – Fontana Finthen 2:0
RWW übernahm sofort das Kommando. Bis sich die Mainzer einigermaßen sortiert hatten, stand es bereits 2:0. Zuerst war Okan auf der linken Seite freigespielt worden und traf aus einem Winkel wie Emmerich 66 gegen Argentinien. Dann bekamen die Mainzer den Ball nicht aus ihrem Strafraum und Adrian1 versenkte im Nachsetzen zum 2:0. Überhaupt machte Adrian1 heute zwei sehr gute Spiele: präsent, einsatzstark, gut in der Defensive und der Ballbehauptung, sicher im Abspiel. Die Finthener stabilisierten sich dann etwas und bekamen den Raum um das eigene Tor dichter. Zu einer eigenen Angriffsaktion kamen sie nicht. Ein drittes Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Für das erste Spiel seit Wochen unter freiem Himmel war das ganz ordentlich und der Finthener Trainer lobte denn unsere Mannschaft auch: es mache Spaß ihr beim Spielen zuzuschauen.

Spiel 2: RWW – Kastel 46 0:1
Kastel war beweglich und einsatzstark und machte es unserer Mannschaft sehr schwer, klare Tormöglichkeiten zu erspielen. Im Gegenteil: durch ihr Stören kam es nach fünf Spielminuten zu einem Fehlpass in unserer Abwehr, die sie zur Führung nutzen konnten.

Generationenkonflikt? Adil staunt in kurzer Hose, die Herren Väter bibbern unter Daunen!

Generationenkonflikt? Adil staunt in kurzer Hose, die Herren Väter bibbern unter Daunen!

 

Unserer Mannschaft gelangen fünf sehr schöne Pässe in die Tiefe, die freie Tormöglichkeiten gewesen wären, hätte der Schiedsrichter nicht Abseits gepfiffen.

Der Schiedsrichter war ein sympathischer und besonnener junger Mann, der aber häufig nicht auf Ballhöhe war und mit seinen Entscheidungen ebenso häufig daneben lag. Ein steiler Pass in die Spitze führte fast zwangsläufig zu einem Abseitspfiff. Auch die Kasteler Zuschauer, bei denen ich stand, riefen fairerweise, dass hier jeweils ganz eindeutig kein Abseits vorlag. Fiel irgendwo jemand hin, pfiff er Foul. So kam Kastel zu einem Strafstoß und wir zu einer 5-minütigen Zeitstrafe, während unsere Zuschauer, die in der Nähe standen der Meinung waren, es wäre eher ein Stürmerfoul gewesen. Weil ich die Kamera sauber daneben gehalten habe, ist hier kein Videobeweis möglich. Immerhin gab der Strafstoß Rico die Gelegenheit, sich auszuzeichnen, indem er mit einer Flugeinlage das 0:2 verhinderte. Er wechselte sich heute in beiden Spielen mit Yannick1 ab und hatte einige gute Szenen.

Einige Tacklings von Adrian2 bewertete der Schiedsrichter als Fouls, was die Kasteler Zuschauer ebenso sahen. Unsere Zuschauer beurteilten das eher als kein Foul. Ich selbst bin da unsicher, zumal er seinen Gegenspieler nicht oder kaum berührte – und würde da gerne mal bei der „Spieltagsanalyse“ von Thomas Helmer nachfragen. Die Bilder sind aber kältebedingt so verwackelt, dass sie beim Betrachten eine Art Seekrankheit auslösen.

Jedenfalls fühlten man sich offensichtlich auf beiden Seiten zunehmend ungerecht behandelt, was dann wohl einige unserer Spieler dem Schiedsrichter auch sagten. Der Schiedsrichter berichtete anschließend, dass die Wortwahl dabei nicht völlig zufriedenstellend gewesen sei – und eine Spielsperre in seinem Handlungsspielraum gelegen hätte. Er habe aber im Vertrauen darauf, dass wir mit unseren Spielern darüber sprechen würden, nur noch eine weitere 5-Minuten-Strafe gegeben. Wir sind Derartiges von unseren Spielern eher nicht gewohnt – und hoffen, dass sie das Vertrauen des Schiris im eigenen Interesse nicht enttäuschen werden und sich schon mal überlegen, wie sie sich bei der nächsten Gelegenheit besser kontrollieren. Vielleicht an Zidan im Endspiel 2006 denken? Ich habe da leider doch leichte Zweifel, dass das reichen wird, denn später, in der Kabine, hörten sie meiner Ansprache in dieser Sache zwar ruhig zu, stürzten sich aber – kaum hatte ich meine Rede beendet – verdächtig schnell auf den übrig gebliebenen Kuchen. In etwa so, wie beim beliebten Spiel “Reise nach Jerusalem” – nur, dass sie sich nicht auf den Kuchen setzten.

Zuvor, auf dem Platz war dem Unparteiischen die Spielführung zunehmend entglitten, was auch daran zu erkennen war, dass die Zweikämpfe zunehmend ruppiger geführt wurden. Ich war jedenfalls froh, als Schluss war.

Diskutiert wurde später noch, ob das etwas zerfahrene Spiel auch daran gelegen haben könnte, dass der Ball zu fest aufgepumpt war. Man habe das schon bei den Schüssen gehört. Bei Weitschüssen wurden einige Füße von den Gelenken abgetrennt.

Froh, dass Schluss war, waren auch so ziemlich alle Zuschauer aufgrund der empfindlichen Kälte. Ganz sicher im Irrtum waren die Spieler und Zuschauer aus Kastel, die am Ende laut ihren Unmut kund taten, dass der Walldorfer Trainer noch weiterspielen wolle, weil er nicht verlieren könne. Was war passiert? Zweimal – im Vorfeld und direkt nach dem Spielabpfiff – kam von Kasteler Seite die Bitte, im Anschluss an das Turnier noch einmal auf dem Großfeld zu spielen. Mit solch einer Bitte rennt man bei unserem Trainer fast immer offene Türen ein. Als Herr Oral also daraufhin beim Schiedsrichter nach einer Verlängerung fragte, zog der Kasteler Trainer seinen Wunsch zurück und Herr Oral äußerte seine Überraschung und Enttäuschung darüber. Das hatte aber ganz sicher nichts damit zu tun, ob das Spiel zuvor gewonnen oder verloren wurde. Aus meinem langjährigen Oral-Studium weiß ich, dass Gewinnen oder Verlieren für unseren Trainer nicht die entscheidende Kategorie ist. Im Gegenteil: Für die Entwicklung der fußballerischen Fähigkeiten steht der Gedanke an den Gewinn des jeweiligen Spiels immer zurück. Schon in der G-Jugend durften keine langen Bälle nach vorne geschlagen werden, damit die Spieler lernen, Ballkontrolle zu behalten und spielerische Lösungen zu finden. Da steckt er einen unnötigen Ballverlust und ein geschenktes Gegentor gerne mal her. Auch ein gefährlicher Gegenspieler bekam nie eine Sonderbewachung oder Dopplung. Und auch Spiele mit knapper Führung wurden immer mit offensiver Ausrichtung zuende gespielt. Also ist ein zusätzliches Spiel immer deswegen gut, weil man da immer noch etwas mehr lernen kann. Seine Ansprüche an ein Fußballspiel kann sowieso kaum irgend eine Mannschaft erfüllen. Eigentlich nur der FC Barcelona und die spanische Nationalmannschaft. In einigen Spielen. Dass er gelegentlich auch mit der eigenen Mannschaft sehr zufrieden ist, ist da schon ein Ritterschlag. Dass er selten rundum zufrieden ist, ist daher normal. Ich erinnere mich, dass er nach einem 6:1 im Endspiel um die Regionenmeisterschaft direkt nach dem Abpfiff zuerst mit dem betreffenden Spieler die Fehler aufarbeitete, die zum Gegentreffer geführt hatten (der in der Schlussminute gefallen war) – und dann erst ein wenig mit seinen Spielern Jubeln wollte.

Wie es dazu kam, dass wir die Kasteler Kabine und die sanitären Einrichtungen nicht wirklich so vorfanden, wie wir sie ihnen überlassen hatten, habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können.

Ach ja, und bei der ganzen Aufregung fast vergessen: Vielen Dank auch nochmal an Frau Kasimir für die Vemittlung unseres neuen Trikotsponsors: die Bank Santander, die ja bekanntlich im Land des wahren Fußballs beheimatet ist. Unser neues, schmuckes blaues Ausweichtrikot wurde heute eingeweiht!

Heute aber spielten:
Rico, Yannick1 – Adil, Adrian1 (1Tor), Adrian2, Anton, Christoph, Furkan1, Lorenz, Micki, Okan (1), Oskar, Yannick2.

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gelesen: 1750 · heute: 2 · zuletzt am: 13. Februar 2020

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