Kooperative Spiele. Heute: Fußball

Der Abend ist wie neu geboren

Die Nasen voller Blütenduft

Und Walldorf schießt aus allen Rohren

Ich glaub, ein Tor liegt in der Luft

11. Gruppenligaspiel: RW Auerbach – RWW 0:2 (0:1)

Wunderbar milder, sommerlicher Abend, Biergartenstimmung am weitläufigen Gelände an der Bergstraße. Freund Adebar grüßt von den Baumwipfeln und segelt in der zweiten Spielhälfte sogar einmal über den Platz. Letzterer war engst möglich abgesteckt, denn das Motto unserer Gastgeber hieß: nur nicht zweistellig verlieren. Und die Mannschaft setzte die Vorgaben der Trainer genau um. Meist sieben Spieler hinter dem Ball – alle im oder um den eigenen Strafraum versammelt. Hatten sie den Ball kickten sie ihn nach vorne, blieben aber selbst hinten stehen, so dass der Ball sofort wieder in Besitz von Walldorf war. Dagegen hatte Chelsea im letztjährigen CL-Halbfinale gegen Barcelona Harakiri gespielt.

So überraschend dies für uns war, ganz ungelegen kam uns das auch nicht. Durch das dichte Programm der letzten Wochen sind viele unserer Spieler ein bisschen müde. Heute mussten sie wenigstens kaum nach hinten laufen. Nach vorne waren wir denn auch nicht allzu dynamisch und wir hatten auch nicht so viele klare Torchancen wie sonst – insofern übertreibt das Eingangsgedicht. Vier freie Schussmöglichkeiten im Strafraum waren es aber doch in der ersten Viertelstunde, von denen zwei – jeweils von Furkan1 getreten – vom Innenpfosten wieder ins Feld sprangen. Furkan1 war es dann auch, der nach ca. 20 Minuten einen Abpraller vom Torhüter zum 1:0 abstauben konnte. Hier stimmt die Zeitangabe in Fussball.de (28. Min.) sicher nicht, denn nach dem Tor wurde noch eine ganze Weile gespielt. Und Herr Oral glaubte seiner Uhr entnommen zu haben, dass die Halbzeit ohnehin nur 26 Minuten gedauert hat. Ich lese die Zeit immer an der Kamerauhr ab, was heute nicht funktionierte, weil die Kamera ab und zu streikte. Das Spiel war zudem immer wieder unterbrochen war, weil der Schiedsrichter sich sehr häufig ausgiebige Notizen machte.

In der 2. Halbzeit änderte sich – außer dass die Seiten gewechselt worden waren – nichts.

Die Rot-Weißen spielten nicht mit dem allerletzten Tempo. Die beständig herausgespielten Chancen waren gut, aber nicht 100%-ig. Allein das Ergebnis von 1:0 war natürlich ein bisschen knapp. Man weiß, dass im Fußball ein Spiel kippen kann und dass es sich rächen kann, wenn man seine Chancen nicht nutzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das hier hätte passieren können war aber äußerst gering, denn da hätte Auerbach es wenigstens einmal versuchen müssen, ein Tor zu schießen. Es erinnerte ein bisschen an das Spiel Deutschland gegen Österreich in Gijon. Nach 10 Minuten stand es 1:0 für Deutschland und damit waren beide Mannschaften für die nächste Runde qualifiziert. Sie hatten nur noch das Problem, die verbliebene Spielzeit herumzubringen, was schließlich mit ein wenig Ballgeschiebe auf beiden Seiten bewerkstelligt wurde. Der verbreiteten Meinung, dass dies unfair gewesen wäre, kann ich mich übrigens nicht anschließen. Es ist üblich, dass Mannschaften einen Vorsprung sichern wollen und es scheuen Risiken einzugehen. Hier lag es am Turniermodus, dass sozusagen beide in Führung lagen und sich darauf beschränkten, den Vorsprung zu verteidigen. Heute fühlte sich auch Auerbach durchgängig im Vorsprung und die Rolle von Algerien hatte Heppenheim, die von einem Punktverlust von Walldorf hätten profitieren können.

Auch das 2:0 von Enes – sehenswerter Sprung-Außenrist-Bugsierer nach Furkan1-Flanke in den Torwinkel – fiel sicher früher als in Fußball.de angegeben (56. Min.). Ich kann mich jedenfalls an nachfolgende aufmunternde Trainerrufe von den Auerbachern erinnern: „noch 10 Minuten!“, „noch 5 Minuten!“. Damit sollte nun nicht etwa die Mannschaft angetrieben werden, die Zeit zu nutzen, um den Rückstand aufzuholen, sondern sie sollte noch solange ohne weiteren Gegentreffer durchhalten.

So waren denn am Ende – wie damals in Gijon – alle zufrieden, denn die Ziele waren erreicht. Man könnte auch von einem kooperativen Fußballspiel sprechen. Auch unser Trainer mochte an seinem Team angesichts des Mammutprogramms nichts ernsthaft kritisieren und gab einigen für den morgigen Tag trainingsfrei.

Heute aber standen auf dem Platz:
Yannick1 – Adrian1, Adrian2, Anton, Christoph, Enes (1 Tor), Furkan1 (1), Furkan2, Lorenz, Micki, Yannick2.

Ein paar Fotos. Vorläufig selbsterklärend.

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gelesen: 2018 · heute: 3 · zuletzt am: 7. April 2021

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