Geht nicht gibt´s

Kälte Regen, Regen Kälte

Fußball rollt von früh bis spät

Fürs Umzieh´n gibt es ein paar Zelte

Und auf dem Grill die Bratwurst brät

Optimalplatz 3 beim Cordial-Qualiturnier in Hohenecken

Zwei Jahre ist es her, dass wir das Cordial-Cup-Turnier in Heusenstamm gewonnen hatten und das Internationale Turnier rund um Kitzbühel besuchen durften. Wir hätten das in diesem Jahr sehr gerne noch einmal wiederholt, aber – um das vorwegzunehmen – dafür sollte es heut nicht reichen.

Noch vor drei Tagen hatten wir Hochsommer, ich war nur mit einem schicken Herrenoberhemd mit der Bahn zu meinem Arbeitsplatz gefahren. Heute früh um 7:00 Uhr hatte ich gut daran getan, meine Winterjacke eingepackt zu haben. Dauerfrieren im Dauerregen. Das hatten die freundlichen Gastgeber aus Hohenecken (bei Kaiserslautern) nicht verdient und wir schon gar nicht. Immerhin gab es ein ausreichend großes Tribünendach, unter das sich alle 22 Mannschaften nebst Anhang, sonstigen Zuschauern und Spähern zurückziehen konnten. Doch bei guten neun Stunden in 4 Grad Celsius müssen wir schon mal hoffen, dass sich niemand unserer Kicker erkältet hat.

Gespielt wurde in 4 Sechsergruppen, Spielzeit je 15 Minuten. Nur die Gruppenersten erreichten das Halbfinale.

Direkt mit dem Anpfiff des 1. Spieles wurde bekanntgegeben, dass auf Wunsch der Schiedsrichter ohne Abseits gespielt werden würde. Der Wunsch der Schiris war schon verständlich, denn ohne Linienrichter, kann ein Schiedsrichter die Abseitsregel nicht fehlerfrei anwenden. Davon können wir uns seit fast 2 Jahren jede Woche überzeugen. Ich befürchtete jedoch, dass das Spiel dadurch stark verändert sein würde. Man könnte ja einen Stürmer direkt vor das Tor stellen und dadurch die Abwehr des Gegners zwingen, sich weit zurückzuziehen. So katastrophal war es dann aber gar nicht, weil die Mannschaften bzw. die Trainer, die ja gewohnt sind mit der Abseitsregel zu spielen, ihr Spiel überhaupt nicht umstellten. Und die leidigen Abseitsdiskussionen fielen damit auch aus. Da hatte ich mich mal wieder völlig umsonst aufgeregt.

Spiel 1: RWW – TuS Wiebelskirchen 2:0 (kampflos)
Wir standen auf dem Platz, Wiebelskirchen nicht. Dann die Ansage: Gegner nicht da. Das hatten wir doch schon mal.

7:15 Uhr losgefahren – 11:00 Uhr das 1.Spiel. Danke Dingenskirchen.

Spiel 2: RWW – JSG Rhein Hunsrück 1:0
Die JSG hatte ihr 1. Spiel gegen den SV Eintracht Trier mit 1:0 gewonnen. Weil bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt, durfte hier auf keinen Fall verloren werden.

Rhein Hunsrück spielt einen ähnlichen, auf flüssiges Zusammenspiel ausgerichteten Fußball. Sie konnten sich aber kaum gefährlich unserem Tor nähern. RW kontrollierte das Spiel. All zu viele hochkarätige Chancen hatten wir nicht – drei oder vier gute waren es aber schon, die zunächst aber ausgelassen wurden. In der letzten Spielminute setzte sich Enes am rechten Flügel durch und passte nach innen zu Adil, der daraus das 1:0 und den gelungenen Start ins Turnier bastelte.

3. Spiel: RWW – SV Eintracht Trier 2:0
Die Trierer präsentierten sich ebenfalls gut. Technisch gute und zweikampfstarke Spieler konnten das Spiel häufig in unsere Hälfte verlagern. Zu guten Torchancen kamen sie jedoch auch nicht, weil unsere Abwehrspieler gut genug dagegen halten konnten. Sehr gut verwertete dagegen unsere Offensivabteilung die Konterchancen. Schon nach wenigen Minuten erzielte Micki das 1:0 und kaum später zimmerte Furkan2 eine schöne Vorlage in den rechten Knick. Dazu hätte der Schiri noch 2 Strafstöße geben müssen. Einmal war Adil gefoult worden, das andere Mal verlegte der Unparteiische ein Foul an Malte aus dem Strafraum heraus. Aber kein Vorwurf: die Linie war aus seiner Position wahrscheinlich nicht zu sehen gewesen.

Rhein-Hunsrück hatte gleichzeitig gegen den LC Ludwigshafen nur unentschieden gespielt. Für Ludwigshafen war dies bereits das 2. Unentschieden. Das bedeutete, dass ein Sieg gegen den schwächer eingeschätzten Gegner im 4. Spiel schon den Gruppensieg sichern würde.

4. Spiel: RWW – SV 1910 Gau-Algesheim 2:0
Die Gau-Algesheimer waren auch deutlich schwächer als die anderen. Ohne so richtig zu überzeugen, war der Sieg nie in Gefahr, denn Christoph erzielte bereits in der 2. Minute das 1:0. Wenn ich mich nicht irre – ich hab noch nicht in den Film reingekuckt – hat Adil das 2:0 besorgt.

5. Spiel: RWW – LC Ludwigshafen 0:1
Im für uns bedeutungslosen Spiel agierte unsere Mannschaft zu verspielt und nicht konsequent genug. Unsere Führung lag beständig in der Luft. Doch da blieb sie auch. Die einzige Konterchance nutzten die Ludwigshafener. Machte aber nichts.

Während dessen Regen, Regen, Frieren, Frieren. Der Zeitplan war etwas aus den Fugen geraten. Wohl deswegen und wegen des 1A-Aprilwetters wurden die ursprünglich geplanten Spiele um die Plätze 5 bis 24 nur noch als Achtmeterschießen ausgetragen – auf den Toren zweier Nebenplätze. Kurz vor 16:00 Uhr fragte ich daher bei der Turnierleitung nach, wann mit den Halbfinalspielen zu rechnen sei. Zur geplanten Zeit, also 16:20 Uhr, eventuell ein paar Minuten später, lautete die Antwort. So begaben sich unsere Spieler rechtzeitig aufs Spielfeld, in den kalten Nieselregen, um sich für die bevorstehende Begegnung bereit zu machen.

Bis 16:55 Uhr erfolgte keine Durchsage, keine Information und unsere Mannschaft war immer noch auf dem Spielfeld. Ich ging daher noch einmal zur Turnierleitung, gab zu Bedenken, dass dies gesundheitliche Folgen für unsere Spieler haben könne, – und bat um einen zügigen Spielbeginn. Da könne man nichts machen, zuerst müsste man die Strafstoßentscheidungen durchführen, man habe nicht genügend Schiedsrichter vor Ort und das sei das letzte Wort. Eine rechtzeitiges Informieren wäre hilfreich, ein Priorisieren der Halbfinalspiele gegenüber den Strafstoßentscheidungen wäre noch besser gewesen. Aber man muss so ein großes Turnier bei solchen Bedingungen auch erst einmal stemmen – und die vielen Helfer taten sichtlich ihr Bestes, um diese Probe zu bestehen.

Und nur kurze Zeit nach meiner Beschwerde ging´s dann auch los.

Ab dem Halbfinale wurden die Spiele über 20 Minuten ausgetragen.

Halbfinale: RWW – TuS Koblenz 0:5 (0:4)
Man sagte mir, dass TuS Koblenz ein DfB-Leistungszentrum sei. Die Spieler würden vier Mal in der Woche trainieren. Die Spieler wirkten ein bis zwei Jahre älter, einige Gewichtsklassen höher, obwohl sogar drei 2001er im Kader seien. Entsprechend groß war das Tempo. Zudem hatten sie technische Vorteile, bessere Laufwege, schnelleres Umschalten, waren zweikampfstärker. Sie waren in allen Belangen überlegen. Auch gegen diesen Gegner spielten wir mit drei Verteidigern und drei Stürmern. Die Koblenzer bedankten sich und hebelten in den ersten beiden Minuten scheinbar mühelos unsere Abwehr aus und gingen mit 2:0 in Führung. Nach dem Spiel gab ich zu Bedenken, das man hier mit einer massierten Abwehr hätte spielen müssen. Herr Karabulut meinte, dass wir doch gar nicht defensiv ausgerichtet spielen könnten, weil wir das sonst nie bräuchten. Das stimmte wohl und in Minute 4 stand ja auch ein ganzer Pulk unserer Spieler im Strafraum – und trotzdem war es der Spieler aus Koblenz, der den Fuß an den Ball brachte und ihn ins Netz spitzelte.

Wer wissen möchte, mit welchen Spielern man sich bei einem Wechsel zu einem Bundesligaverein messen muss, war hier richtig. Trotz des Vorsprungs spielte Koblenz ein aggressives Pressing und spielte die überlegene Physis aus. Und ich denke, man kann unseren Verteidigern keinen Vorwurf machen, dass sie in der achten Minute den Ball verloren und den Koblenzern ein weiteres leichtes Tor ermöglichten. Und der Rückstand hätte bis zur Pause sogar noch höher sein können. Yannick1 kratzte noch einen Ball von der Linie und fischte einem frei auf ihn zulaufenden Stürmer den Ball vom Fuß. Hier hatte dann der Schiri seinen besten Auftritt. Der Stürmer ließ sich nämlich fallen und wälzte sich laut schreiend auf dem Boden. Der Schiedsrichter pfiff Strafstoß. Als er dann aber sah, dass der Koblenzer feixend auf die Füße hüpfte, nahm er den Strafstoß zurück und zeigte eine gelbe Karte wegen Schwalbe.

Zu Beginn der 2. Halbzeit fiel das 5:0 durch einen Freistoß. Es gelang in der Folge zwar, weitere Gegentreffer zu verhindern. Eigene Torchancen hatten wir aber im gesamten Spiel nicht.

Allzu enttäuscht waren wir nicht. Wir hatten den Gegner vorher beobachtet und auch die Berufsoptimisten unter uns hatten eine klare Niederlage erwartet. Man hätte sie mit einer etwas anderen Aufstellung vielleicht etwas niedriger halten können. Aber auch nur vielleicht.

Im Endspiel trafen die Koblenzer nämlich auf Königstein, die sich im 2. Halbfinale nach Strafstoßentscheid gegen Schott Mainz durchgesetzt hatten. Die Königsteiner versuchten es mit einer vielbeinigen Abwehr. Aber auch sie waren absolut chancenlos. Ich weiß nicht genau, wie hoch die Koblenzer gewonnen haben, fünf Koblenzer Tore habe ich aber beobachtet. Und einen Königsteiner Treffer gab es nicht, den die kleine (N=1), aber gewohnt laute Fankurve wäre dann sicher zu hören gewesen.

Gratulation also nach Koblenz. Die beste Mannschaft fährt verdient nach Tirol. Lediglich Herr Reichart gab zu Bedenken, dass hier sozusagen eine Ungleichheit der Waffen vorgelegen hätte. Eine derart überlegen starke Mannschaft müsse vom Veranstalter direkt eingeladen werden, damit auch die „normalen“ Mannschaften eine Chance hätten, sich zu qualifizieren. An dieser Argumentation ist etwas dran. Ohne Koblenz hätten wir eine sehr gute Chance gehabt, mit  Koblenz leider überhaupt gar keine. (@Herr Kämpfner: Kann Ihr Anwalt da etwas machen?).

Ich weiß es nicht genau, aber ich hatte den Eindruck, dass unsere Spieler auch nicht allzu enttäuscht über das Halbfinale gewesen waren, sondern akzeptiert hatten, dass die Gegenspieler einfach eine Nummer zu groß gewesen waren.

Auch Herr Oral war nicht enttäuscht. Was die Koblenzer gezeigt hätten, sei halt „Leistungssport“.

Spiel um Platz 3: RWW – Schott Mainz 2:1
Nun wieder ein normaler Gegner von unserer Kragenweite: die Freunde von Schott Mainz. In der ersten Spielhälfte war Walldorf feldüberlegen und hatte die besseren Chancen. Zwei konnte man verwerten. Einen auf ihn zurückgelegten Ball schoss Christoph in den linken Torwinkel und der freigespielte Micki umkurvte den Torhüter und schob ein. Dann konnten die Mainzer zulegen und bei uns ließen die Kräfte nach. Weil Yannick1 aber zwei Unhaltbare doch hielt und nur einen Ball passieren lassen musste, war es am Ende ein sehr guter 3. Platz.

Mehr ging nicht und würde gegen die Mannschaft von TuS Koblenz wohl auch an einem anderen Tag nicht gehen. Wie man hört, wird eine ganze Reihe Koblenzer Spieler zu Bundesligisten, z. B. nach Mainz und Köln, wechseln.

Bei uns aber spielten heute:
Yannick1 – Adil (2 Tore), Adrian2, Anton, Christoph (2), Enes, Furkan1, Furkan2 (1), Lorenz, Malte, Micki (2), Okan, Yannick2.

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gelesen: 1662 · heute: 3 · zuletzt am: 14. Dezember 2018

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