Big in Klein-Zimmern

Abend liegt fett auf der Wiese

Gemütlich ruht das satte Grün

Fußball sorgt hier für die Brise

Himmelszelt umspannt die Bühn´

17. Gruppenligaspiel: Viktoria Klein-Zimmern – RWW 1:12 (1:5)

Spielpartner gleich beider verbliebenen Ligaspiele ist Viktoria Klein-Zimmern. Das hatte sich aufgrund der vielen wetterbedingten Spielverschiebungen so ergeben. Prima war, dass Herr Kasimir mich bei der Anreise vorbei am Bauern Mann chauffierte – ich vermute jedenfalls stark, dass es sein Gehöft war. Er erhielt ich im Vorbeifahren einen ausreichenden Einblick in die Lebensbedingungen der dort ansässigen Freilaufhühner. Besonders seit ich im Fernsehen und auf Youtube gesehen habe, was „Bodenhaltung“ – etwa bei Werder-Sponsor Wiesenhof – bedeutet, kaufe ich besonders konsequent Eier vom Bauern Mann. Das heisst: die Eier von seinen Hühnern. Die kann man in der Frankfurter Kleinmarkthalle erwerben und sind auch gar nicht mal so wahnsinnig viel teuerer als andere. Am Verkaufsstand hängen auch bunte Bilder vom Hühnerhof herum. Aber mit bunten Bildern ist das so eine Sache. Und da hat es mich schon gefreut zu sehen, dass die Wiesen wirklich grün sind und ein Huhn genug Platz hat, sich auch mal in die Einsamkeit zurückzuziehen, wenn ihm danach ist.

Viktoria Klein-Zimmern hatte aus sieben Heimspielen ein Torverhältnis von 7:7. Die Tabellenzweiten und -dritten hatten sie sogar mit 1:0 und 2:0 besiegt. Das achte Spiel gegen Opel Rüsselsheim war abgebrochen worden. Nach allerlei Erzählungen von Augenzeugen und der Auswertung von Gerüchten könnte sich das so zugetragen haben: Klein-Zimmern führte kurz vor der Pause mit 2:0. Dann gab es eine Tätlichkeit – es könnte sich um Würgen des Gegenspielers gehandelt haben – durch einen Klein-Zimmerer. Dem sollen angeblich allerlei Nickeligkeiten, versteckte Fouls etc. vorausgegangen sein. Der Platzverweis soll also gerechtfertigt gewesen sein. Aus dem Lager der Opeler war zu vernehmen, dass der Schiedsrichter das Spiel abgebrochen habe. Aus dem Lager der Klein-Zimmerer heisst es, dass nach der Tätlichkeit Betreuer aus Rüsselsheim auf den Platz gerannt wären und den Schiedsrichter nachhaltig aufgefordert hätten, das Spiel abzubrechen. Der etwa 14-Jährige Schiri-Lehrling sei von der Situation überfordert gewesen und habe das Spiel auch abgebrochen. Nach etwa einer Minute habe er seine Entscheidung aber zurückgenommen und die Fortsetzung des Spiels nach der Halbzeitpause angekündigt. In der Pause sei dann der Schiri in die Rüsselsheimer Kabine „gezogen worden“. Als er dort herausgekommen sei, habe er das Spiel erneut abgebrochen. Nun sei von Seiten des Verbandes eine Neuansetzung beschlossen worden. So – oder so ähnlich, wir waren ja nicht dabei – werden die Schiedsrichter von Spielern und besonders Trainern und Betreuern gut gefördert und auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet.

Wie auch immer: die Viktoria hatte eine gute Heimspielbilanz – es war also Vorsicht geboten. Von verschiedenen Seiten waren wir auch schon vor dem spargelackerartigen Platz gewarnt worden, der kein vernünftiges Passspiel zulasse. In diesem Punkt haben wir dann womöglich von wetterbedingten Verlegung dieses Nachholspiels profitiert. Der Rasenteppich war anscheinend gut nachgewachsen, denn er zeigte sich satt grün und auch passgeeignet.

Klein-Zimmern versuchte früh zu stören und zu attackieren. Unsere Spieler hatten einen guten Tag erwischt, zeigten sich passsicher und schnell in der Ballverarbeitung. Anfangs ließen sie noch einige Chancen liegen. Ab der zehnten Minute klingelte es dann ziemlich regelmäßig. Das 1:0 erzielte Adil per Kopfballaufsetzer nach einer Ecke. Wenig später nutzte Christoph eine Lücke in der Abwehr zum – tätärää! – 100. Saisontor. Der Trainer aus Klein-Zimmern sagte anschließend, er habe seine Spieler angewiesen, die Gegenspieler eng zu markieren und schon bei der Ballannahme zu stören. Dies habe aber nicht funktioniert und so habe immer wieder einer für den anderen Löcher stopfen müssen, dabei aber den eigenen Gegenspieler nicht mehr abdecken können. Wie ein Dominoeffekt habe sich das Unheil dann fortgesetzt. Aber schließlich seien wir auch „das Bayern München der Gruppenliga“. Dies gebe ich mal zu Ehren unserer Bayernfans hier ausdrücklich wieder – so viel Größe habe ich!

Den Zimmerer Abwehrspielern ging es manchmal wie mir, wenn ich mal mittrainiere. Schneller one-touch-Fußball und ich habe die Orientierung verloren und weiß nicht, was hier eigentlich gespielt wird. 3:0 Adil, 4:0 Furkan2. Dann der verdiente Ehrentreffer der Klein-Zimmerer, als sie unsere Abwehr überspielt hatten. Dies gelang aber sonst kaum, weil unsere Abwehrspieler durch die Bank eine Gummiwand bildeten, von der die gegnerischen Angriffsversuche immer wieder abprallten. 5:1 Christoph und Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit das selbe Bild: Kombinationen bis in der Strafraum und leichte Tore – dreimal Adil, sowie Christoph, Furkan1, Yannick2 – 11:1. Adil achtete darauf, dass der Schiedsrichter auch „die Nummer 10“ (ihn selbst) als Torschützen notierte. Zwischen beiden gab es viel Lachen und Augenzinkern und es war schön zu beobachten, dass Schiri und Spieler auch miteinander Spaß haben können. Das ist mit Jungschiedsrichtern nicht immer so. In Fußball.de gibt es  eine Torjägerliste und Adil würde sehr gerne Torschützenkönig werden. Mit den heutigen 5 Treffern dürfte das auch gelingen. Wir drücken die Daumen. Der Schiedsrichter hat es so auch geschafft alle 13 Treffer korrekt den Torschützen zugeordnet. Das war schon lange keinem Schiri mehr gelungen. Selbst Trumpf-As Dr. Ilschner hatte beim 2:0 in Biebesheim einen Fehler gemacht. Von daher ist die Torjägerliste auch nicht ganz korrekt. Und in mancher Hinsicht ist sie auch wieder keine so gute Idee, denn ab und an verleitet sie vielleicht doch dazu, den besser postierten Mitspieler nicht anzuspielen, weil man sich selbst in der Rangliste verbessern will. Aber immerhin gab es so die besagte fröhliche Kommunikation zwischen unserem Adil und dem gut leitenden Jungschiri. Er versuchte ihn auch noch dazu zu bewegen, ein bisschen länger spielen zu lassen. Ob das gelungen ist, weiß ich nicht. Vielleicht verhalf er ja so Adrian1 zum Schlusspunkt der Partie: einem Weitschuss in den Winkel!

Zum letzten Gruppenspiel kommen dann wiederum die Klein-Zimmerer und die Chancen stehen nicht schlecht, eine makellose Runde abzuschließen.

Noch eine kleine Anmerkung für die Eintracht-Fans: Eurobabogaal!

Heute jedoch spielten:
Yannick1 – Adil (5 Tore), Adrian1(1), Adrian2, Anton, Christoph (3), Furkan1(1), Furkan2(1), Micki, Okan, Yannick2(1).

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gelesen: 2539 · heute: 3 · zuletzt am: 23. Oktober 2018

1 Antwort zu “Big in Klein-Zimmern”

  1. carsten 20. Mai, 2013 am 16:41 #

    der FC Bayern der Gruppenliga!… Soviel Sachverstand trifften man selten! Respekt!

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